Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.12.2012

06:43 Uhr

Stahlkocher

Thyssen-Krupp soll Salzgitter übers Ohr gehauen haben

ExklusivBöses Spiel unter Geschäftspartnern? Der Stahlkocher Salzgitter wirft dem Konkurrenten Thyssen-Krupp vor, ihn in einer gemeinsamen Tochtergesellschaft betrogen zu haben. Die Zusammenarbeit ist inzwischen beendet.

Thyssen-Krupp und Salzgitter haben gemeinsam Spundwände vermarktet. Dabei soll es zu Unregelmäßigkeiten gekommen sein. dpa

Thyssen-Krupp und Salzgitter haben gemeinsam Spundwände vermarktet. Dabei soll es zu Unregelmäßigkeiten gekommen sein.

DüsseldorfDer Industriekonzern Thyssen-Krupp soll den Wettbewerber Salzgitter bei einer Gemeinschaftsfirma betrogen haben. Im Zentrum der Vorwürfe steht GfT Bautechnik, an der Salzgitter bis vor einem Jahr beteiligt war und die exklusiv die Spundwände der Niedersachsen vertrieben hatte. Bei einer Prüfung im Sommer 2011 sei Salzgitter aufgefallen, dass der Ruhrkonzern zu wenig Geld an die Niedersachsen für die Lieferung dieser Stahlprodukte überwiesen habe, erfuhr das Handelsblatt (Montagausgabe) aus Branchenkreisen.

Salzgitter-Chef Heinz Jörg Fuhrmann sei darüber sehr erzürnt gewesen, was er bei einem Spitzentreffen im August 2011 auch Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger gesagt habe. Die beiden einigten sich darauf, die Zusammenarbeit zu beenden.

Thyssen-Krupp übernahm die verbliebenen 30 Prozent von GfT Bautechnik und zahlte zudem einen Ausgleich für mögliche Falschabrechnungen, wie es in den Kreisen heißt. In Summe war dies ein zweistelliger Millionenbetrag.

Der Dax-Konzern bestätigte, dass Salzgitter die Betrugsvorwürfe vorgebracht hatte. Die Angelegenheit sei aber einvernehmlich gelöst worden, sagte ein Sprecher. Salzgitter lehnte einen Kommentar ab.

Von

mur

Kommentare (8)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

DeppJones

03.12.2012, 08:22 Uhr

alte Hüte. Irgendwer will da krampfhaft den Shitstorm aufrechterhalten. Ich vermute mal das ganze kommt aus "Süddeutscher" Richtung.

Joe_Walton

03.12.2012, 10:20 Uhr

Meiner Einschätzung nach wird seit 1990 gezielt darauf hingearbeitet, die Stahlindustrie und allgemein die Schwerindustrie in Deutschland kaputt zu machen.

In den letzten 10 Jahren hat man nach und nach Milliarden im zweistelligen Bereich von Thyssen-Krupp abgezockt - selbst strategisch einwandfreie Auslandsinvestitionen wurden mit unglaublicher krimineller Energie zu angeblichen Fehlinvestitionen mit Milliardenschäden.

Wahrscheinlich werden wir bald einen Vorschlag aus Frankreich, Spanien oder England hören: "Man wäre bereit den Deutschen diesen vollkommen maroden Konzern abzunehmen, wenn Deutschland noch 5 Milliarden oberdrauflegt, und die angesparten Vermögen für die Betriebsrenten noch voll an den Übernehmer ausgeschüttet werden."

Irgendwann wird es gewaltig krachen in der deutschen Politlandschaft. Und diesmal wird es die richtigen Politiker treffen.

Frage

03.12.2012, 10:34 Uhr

Nach 45 Jahren Tätigkeit in der Stahlindustrie stelle ich fest, dass erst mit dem Unternehmensverbund Thyssen-Krupp "Unregelmäßigkeiten" die Unternehmensentwicklung begleiten. Und das kann man m.E. an einer Person festmachen. Nachdem Herr Cromme zu Krupp gewechselt ist ist folgende Entwicklung festzustellen: Krupp übernimmt Hoesch, nur wenige Jahre später sind alle Produktionsstandorte von Hoesch geschlossen. Es folgt die bekannte Schließung von Rheinhausen und anderer Standorte. Krupp steht vor dem finanziellen Kollaps und versucht - mit Hilfe von Banken -per feindlicher Übernahme von Thyssen an deren Rücklagen zu kommen; Ergebnis: einvernehmliche Unternehmenszusammenführung und somit Rettung von Krupp. Die Konzerndoppelspitze Cromme/Schulz hemmt die Konzernentwicklung und Cromme wird in den AR gelobt. Von dort aus nimmt er nun Einfluß auf die Konzernentwicklung; aber mit welchen Ergebnissen? Glaubt wirklich jemand, dass der AR über die Fehlplanungen in Brasilien und Alabama, trotz zahlreicher Besichtigungsausflüge, nicht informiert war? Und was geschieht unter dem selbsternannten Saubermann Cromme sonst noch? Mehrere Kartellverstöße, Bußgelder im dreistelligen Millionenbereich, Luxusreisen für Redakteure, und jetzt auch noch Betrug gegenüber Geschäftspartnern. Aber, alles ohne Kenntnis des Moralwächters Cromme, der läßt die ausführenden Personen schlicht entfernen; der feine Herr Cromme möchte ja schließlich den Herrn Beitz beerben um in die Villa Hügel einzuziehen. Und das Erstaunliche ist ja, dass keiner diesen Menschenverachter hinterfragt. Armer Konzern.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×