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11.11.2015

11:28 Uhr

Stahlkonzern

Voestalpine stampft seine Ziele ein

Die schwache Nachfrage aus der Öl- und Gasbranche belastet Voestalpine weiter. Der österreichische Stahlkonzern senkt daher seine Prognose für den Rest des Geschäftsjahre. Investoren zeigten sich enttäuscht.

Der österreichische Konzern senkt seine Prognose. dpa

Voestalpine-Drahtwerk in Finsterwalde

Der österreichische Konzern senkt seine Prognose.

WienDer Stahl- und Verarbeitungskonzern Voestalpine verabschiedet sich wegen einer anhaltend schwachen Nachfrage aus der Öl- und Gasbranche von seinen Geschäftszielen. Nachdem sich die Lage in beiden Sektoren seit Ende des Sommers weiter verschärft habe, zeichne sich nun für das dritte und vierte Quartal eine schwächere Ergebnisentwicklung ab, teilten die Österreicher am Mittwoch mit. Daher sei die bislang für das bis Ende März laufende Geschäftsjahr 2015/16 erwartete Steigerung des operativen Ergebnisses (Ebitda) und des Betriebsgewinns (Ebit) nicht mehr zu schaffen, hieß es.

Unter Einbeziehung von Sondereffekten – erstmals wurden Tochterunternehmen voll konsolidert – rechnet der Linzer Konzern aber weiterhin damit, die operativen Ergebnisse im Vergleich zum Vorjahr steigern zu können. Voestalpine-Chef Wolfgang Eder denkt nun über ein neues Kostensenkungsprogramm nach. Anleger reagierten enttäuscht und schickten die Aktie auf Talfahrt. Die Papiere verloren mehr als drei Prozent und waren damit Schlusslicht im Wiener Leitindex ATX.

Voestalpine produziert etwa Röhrenbleche für Pipelines. Aufgrund des stark gesunkenen Ölpreises halten sich die Branchengrößen jedoch mit Investitionen zurück. Die schwächelnde Nachfrage habe bereits im zweiten Quartal ihre Spuren hinterlassen. Während der Umsatz auf 2,8 (Vorjahr: 2,7) Milliarden Euro stieg, sank der Betriebsgewinn sank auf 206,8 (Vorjahr: 226,3) Millionen Euro. Analysten hatten jedoch mit einem noch stärkeren Rückgang gerechnet.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

Neben der schwächelnden Nachfrage aus der Öl- und Gasbranche kam es dem Unternehmen zufolge zu einem generellen Verfall der Stahlpreise auf den europäischen Spotmärkten. Ursache dafür seien zum einen die seit Jahren anhaltende Schwäche des europäischen Bausektors als einer der Hauptabnehmer der Stahlindustrie. Zum anderen hätten sich die massiv zunehmenden Stahl-Importe aus China bei einer gleichzeitigen erheblichen Überkapazität in Europa negativ ausgewirkt.

Von

rtr

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