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07.02.2013

10:33 Uhr

Stahlkonzern

Voestalpine trotzt dem harten Umfeld

Der österreichische Stahlkonzern hofft auf bessere Zeiten - aber erst in der zweiten Jahreshälfte. Für das ablaufende Geschäftsjahr hat Voestalpine seine Prognose bestätigt.

Voestalpine-Chef Wolfgang Eder. Der Konzern trotzt dem Umfeld. Reuters

Voestalpine-Chef Wolfgang Eder. Der Konzern trotzt dem Umfeld.

WienDer Stahl- und Verarbeitungskonzern Voestalpine sieht die harten Zeiten für die Stahlbranche noch nicht beendet. Zwar könnte es kurzfristig zu einer gewissen Belebung der Nachfrage kommen, weil viele Kunden ihre Lager wieder befüllen müssten. Mit einem globalen Aufschwung könne aber erst in der zweiten Jahreshälfte 2013 gerechnet werden, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Die Österreicher geben sich damit verhaltener als die großen deutschen Stahlkocher wie ThyssenKrupp und Salzgitter, die bereits wieder von einem Anziehen der Nachfrage berichten.

Für das Ende März ablaufende Geschäftsjahr 2012/13 hat Voestalpine zwar die Ziele bestätigt. Das Unternehmen räumte aber ein, dass sich die Voraussetzungen für ein Erreichen der Ziele in den letzten Monaten deutlich verschärft hätten. Für das Gesamtjahr wird ein operativer Gewinn (Ebit) von rund 800 Millionen Euro und ein Ebitda von rund 1,4 Milliarden Euro erwartet. Die Linzer mussten jedoch im November aufgrund der mauen Stahlnachfrage ihre ursprüngliche Prognose um 100 Millionen Euro senken.

Die größten Rohstoffkonzerne der Welt

Platz 5

Anglo American

Das südafrikanisch-britische Unternehmen verdient sein Geld vor allem mit Industrie- und Edelmetallen, Diamanten - und Kohle. Der Konzern machte 2014 insgesamt 20,4 Milliarden Dollar Umsatz. Zu dem Portfolio gehört etwa auch der Diamantenschürfer De Beers. Anglo American ist der größte Platinförderer der Welt.

Quelle: Bloomberg,

Platz 4

Xstrata

Der Minenkonzern Xstrata ist der größte Zinkproduzent der Welt und hat sich mit dem berühmt-berüchtigten Rohstoffhändler Glencore zusammengeschlossen. Xstrata hatte an der Börse einen Wert von 55,1 Milliarden Dollar. Beide Unternehmen aus der Schweiz waren bereits eng verflochten. Glencore hielt rund 34 Prozent an Xstrata.

Platz 3

Vale

Der brasilianische Rohstoffkonzern Vale kommt auf einen Börsenwert von 107,9 Milliarden US-Dollar. Das einstige Staatsunternehmen verzeichnete ein rasantes Wachstum und stieg zum weltweit größten Förderer von Eisenerz auf. Zudem betreibt Vale die weltgrößte Eisenerzmine in Brasilien. In der Ferr Carajas-Mine werden 110 Millionen Tonnen Erz pro Jahr gefördert. Der Grundstoff für die Stahlerzeugung wird über rund 900 Kilometer per Eisenbahn in den nächsten Hafen gefahren.

Platz 2

Rio Tinto

Der britisch-australische Gigant rangiert auf Platz zwei der Eisenerzförderer. Das Traditions-Unternehmen mit zwei Hauptsitzen, in London und Melbourne, kommt auf eine Börsenwert von 111,6 Milliarden Dollar. Zudem betreibt Rio Tinto wichtige Kupferminen, wie etwa in West Australien. Die Anglo-Australier übernahmen sich 2007 fast am Kauf des kanadischen Aluminiumkonzerns Alcan und wurden selbst Ziel eines Übernahmeversuchs durch den Konkurrenten BHP Billiton.

Platz 1

BHP Billiton

Ein echtes Schwergewicht an der Börse mit einer Marktkapitalisierung von 199,7 Milliarden Dollar ist der britisch-australische Gigant BHP Billiton. Das Unternehmen betreibt Eisenerz- und Kupferminen, erweitert aber auch sein Geschäft etwa auf Schiefergasressourcen in den USA.

Voestalpine steigert Gewinn im dritten Quartal

Im dritten Quartal konnte sich die Voestalpine trotz einer weiterhin schwachen Nachfrage in den wichtigsten Kundenbranchen wie der Bau-, Automobil- und Energieindustrie dem Abwärtstrend entziehen. Zwar schrumpften die Erlöse um 6,2 Prozent auf 2,72 Milliarden Euro, der Betriebsgewinn (Ebit) stieg jedoch um ein Fünftel auf 174,4 Millionen Euro. Damit trifft der Konzern die Erwartungen der Analysten. Das Ebitda legte um 9,6 Prozent auf 321,9 Millionen Euro zu. Im Vergleich zur europäischen Konkurrenz schlug sich Voestalpine damit weiterhin wacker.

So meldete Salzgitter kürzlich für das vergangene Jahr einen Verlust von beinahe 100 Millionen Euro. Auch der Branchenprimus ArcelorMittal musste im Vorjahr einen Milliardenverlust wegstecken. Hintergrund ist, dass Voestalpine nicht im Massenmarkt tätig sind, sondern Kunden mit Spezialstahl und fertigen Produkten wie Pipeline-Röhren oder Autokarosserieteilen beliefern. Damit können sich die Linzer dem Preiskampf am europäischen Markt teilweise entziehen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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HofmannM

07.02.2013, 10:59 Uhr

Voestalpine verlegt auf Grund steigender Energiekosten (EEG) und bürokratischer EU-Verordnungen seine Produktion in die USA. Hier man kostengünstige Energie (durch Fracking) und günstiges Bauland das Produzieren von Stahl wirtschaftlicher.

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