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26.11.2013

20:51 Uhr

Stahlriese

Thyssen-Krupp verkauft US-Werk

Thyssen-Krupp bekommt für sein US-Stahlwerk fast zwei Milliarden Dollar. Allerdings reicht der Verkauf des Werkes nicht für einen großen Befreiungsschlag. Dafür müsste der Konzern das Werk in Brasilien ebenso verkaufen.

ThyssenKrupp im US-Bundesstaat Alabama. ap

ThyssenKrupp im US-Bundesstaat Alabama.

FrankfurtThyssen-Krupp bekommt einem Medienbericht zufolge fast zwei Milliarden Dollar für sein US-Stahlwerk. Nippon Steel & Sumitomo Metal und Arcelor-Mittal kauften das Werk gemeinsam für 1,95 Milliarden Dollar (1,44 Milliarden Euro), berichtete die japanische Nachrichtenagentur Nikkei am Dienstag ohne Angabe von Quellen.

Reuters hatte bereits vor einer Woche berichtet, an der Anlage in Alabama sei ein Konsortium aus dem Weltmarktführer Arcelor-Mittal und den Japanern interessiert. „Eine Einigung in den nächsten ein bis zwei Wochen ist möglich - aber man hat in diesem Verfahren schon so viel erlebt“, sagte ein Insider. Der deutsche Stahlkonzern hatte seine Bilanzpressekonferenz auf den 2. Dezember verschoben, weil es Verhandlungen über einen Verkauf des US-Werks gebe. Ein erfolgreicher Abschluss sei aber nicht sicher, hatte Thyssen-Krupp erklärt.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

Analysten hatten vorgerechnet, der Standort könnte einen Preis von 1,5 bis 2 Milliarden Dollar erzielen. Auch ein Banker hielt rund 1,5 Milliarden Dollar für realistisch. Ein Sprecher von Thyssen-Krupp verwies am Dienstagabend auf die Stellungnahme des Konzerns von vergangener Woche. Darüber hinaus äußerte er sich nicht.

Der Verkauf des Werkes reicht Konzernchef Heinrich Hiesinger nicht für einen großen Befreiungsschlag - dafür müsste er auch das verlustreiche Stahlwerk in Brasilien veräußern, auf das der Löwenanteil der auf fast 13 Milliarden Euro in die Höhe geschossenen Kosten der amerikanischen Fabriken entfällt. Doch dieser Plan steht vor dem Aus. Beide Werke stehen nach Abschreibungen noch mit insgesamt 3,3 Milliarden Euro in den Büchern.

Von

rtr

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