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07.02.2017

12:16 Uhr

Statoil und BP

Die Ölriesen bleiben im Krisenmodus

Statoil meldet einen Milliardenverlust, und auch Konkurrent BP enttäuscht die Anleger. Die Ölpreis-Krise hat Europas Konzerne weiter fest im Griff. Der eiserne Sparkurs bringt ihnen bisher noch keine Erfolge.

Der staatliche norwegische Öl- und Gaskonzern verschärft wegen des Ölpreis-Verfalls seinen Sparkurs. Reuters, Sascha Rheker

Statoil-Plattform in der Nordsee

Der staatliche norwegische Öl- und Gaskonzern verschärft wegen des Ölpreis-Verfalls seinen Sparkurs.

Düsseldorf/LondonTrotz wieder steigender Ölpreise sind die Ergebnisse führender Energiekonzerne Ende 2016 hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Nach Royal Dutch Shell und Chevron veröffentlichten nun auch BP und Statoil überraschend schwache Bilanzen.

BP verdoppelte zwar seinen Überschuss im vierten Quartal auf 400 Millionen Dollar, wie das britische Unternehmen am Dienstag bekanntgab. Allerdings hatten Analysten 560 Millionen Dollar prognostiziert. Im laufenden Geschäftsjahr rechnet BP mit einer steigenden Produktion, auch dank neuer Projekte. Allerdings könne die vom Ölkartell Opec angekündigte Förderbremse die Produktion dämpfen.

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Trotz der Förderkürzung der Opec gibt es weiterhin ein Überangebot an Öl. Die Renaissance des amerikanischen Schieferöls nach der Wahl Trumps setzt das Kartell nun zusätzlich unter Druck – und sorgt für ein Déjà-vu.

Der norwegische Konkurrent Statoil schrieb im zurückliegenden Quartal einen Betriebsverlust von 1,9 Milliarden Dollar. Analysten hatten einen Überschuss von 2,1 Milliarden Dollar erwartet. Grund für den Verlust seien Wertminderungen in Höhe von 2,3 Milliarden Dollar. Diese wurden fällig, weil das Unternehmen langfristig geringere Preise erwartet als bislang angenommen. Statoil will in diesem Jahr eine weitere Milliarde Dollar an Kosten sparen.

Dennoch stand für Statoil bei dem um Sondereffekte bereinigten Ergebnis ein Verlust von 208 Millionen US-Dollar in den Büchern. 2015 hatte der norwegische Staatskonzern bei dieser Größe noch einen Gewinn verbucht. Unter dem Strich ging der Verlust im vergangenen Jahr allerdings auf rund 3,3 Milliarden Dollar zurück. Das Jahr davor hatte hier noch ein Minus von rund 8 Milliarden Dollar gestanden – damals musste der Konzern wegen des schon 2015 stark gesunkenen Ölpreises hohe Abschreibungen vornehmen.


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Der Umsatz brach 2016 um fast ein Viertel auf 46 Milliarden Dollar ein. Der Konzern kämpft vor allem in den Vereinigten Staaten mit Problemen. Das Geschäft in Norwegen sei dagegen solide gewesen, sagte Konzernchef Eldar Saetre. Er will die Kosten jetzt um eine weitere Milliarde Dollar jährlich drücken. Das bisherige Sparprogramm sei erfolgreicher als erwartet. Hier waren einmal Einsparungen von 2,5 Milliarden Dollar geplant - es sind mehr als drei Milliarden Dollar zusammengekommen.

An der Börse in Oslo gab die Aktie mehr als ein Prozent nach. Die anfänglich noch stärkeren Kursverluste wurden eingedämmt, nachdem der staatlich kontrollierte Konzern erklärte, dass die bis 2022 geplanten neuen Förderprojekte schon ab einem Ölpreis von 27 Dollar je Barrel profitabel sein würden. 2016 waren dazu 41 Dollar erforderlich. „Das ist beeindruckend und ein Zeichen dafür, dass die Investitionen wieder steigen"“ sagte Analyst Kjetil Bakken vom Finanzhaus Carnegie.

Die größten Öl- und Gaskonzerne der Welt

Platz 9

Petrobras, Brasilien

Jahresumsatz 2016: 81,41 Milliarden US-Dollar

Platz 8

Gazprom, Russland

Jahresumsatz: 99,73 Milliarden Dollar

Platz 7

Chevron (USA)

Jahresumsatz: 110,22 Milliarden Dollar

Platz 6

Total (Frankreich)

Jahresumsatz: 149,74 Milliarden Dollar

Platz 5

BP (Großbritannien)

Jahresumsatz: 183,01 Milliarden Dollar

Platz 4

Exxon Mobil (USA)

Jahresumsatz: 218,61 Milliarden Dollar

Platz 3

PetroChina (China)

Umsatz 2016: 232,83 Milliarden Dollar

Platz 2

Royal Dutch Shell (Großbritannien)

Jahresumsatz: 233,59 Milliarden Dollar

Platz 1

Sinopec (China)

Jahresumsatz: 278,04 Milliarden Dollar

Quelle

Unternehmensangaben/Statista

Die britische BP hat im Schlussquartal 2016 zwar wieder schwarze Zahlen geschrieben. Bei einer wichtigen Kennziffer für Finanzanalysten enttäuschte der Konzern aber die Erwartungen: Der um Sonderposten bereinigte Gewinn zu Wiederbeschaffungskosten - also ohne Veränderungen der Lagerbestände und Bewertungseffekte - lag bei 400 Millionen Dollar. Experten hatten mit deutlich mehr gerechnet.

Die BP-Aktie fiel in London um knapp drei Prozent. Dabei spielte auch eine Rolle, dass BP erst ab einem Ölpreis von 60 Dollar je Barrel mit schwarzen Zahlen rechnet, nachdem bislang von 50 bis 55 Dollar die Rede war. „Sie sind derzeit das einzige Unternehmen, das seinen Breakeven-Punkt anhebt“, sagte Branchenexperte Iain Reid vom Finanzhaus Macquarie. BP hatte zuletzt viel Geld ausgegeben – etwa für eine neue Plattform im Golf von Mexiko, der ersten Großinvestition in der Region seit der folgenreichen Explosion der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ 2010. Momentan kostet ein Fass Öl rund 55 Dollar.

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

07.02.2017, 10:37 Uhr

Neben der Schiefergas-Oel Revolution aus der USA ist das Problem des hohen Oelbestandes (Angebot) auch eine Frage der CO2 freien Ideologiepolitik einer Grün-Sozialistischen Kanzlerin Merkel in EU-Deutschland. Unter den Grün-Sozialisten einer CO2 Ideologie entwickelt sich EU-Deutschland in einen Arbeiter- und Bauernstaat zurück. CO2 Produkte (Oel, Gas) dürfen nicht mehr nachgefragt werden in EU-Deutschland. Die Verarmung und der Mangel von EU-Deutschland steht hier an forderster Front. Der Wohlstand basierend auf unserer Kohle, Gas, Oel und Kernenergie will man unter dieser Grün-Sozialistischen Merkel EU-Deutschland Regierung abschaffen.
Mal schauen, wie lange sich der Rest der EU das CO2 freie Diktat einer Grün-Sozialistischen EU-Deutschland Merkel noch gefallen lassen.

Herr Gerhard Gaude

07.02.2017, 11:18 Uhr

Marc Hofmann bewegt sich schon stilsicher im postfaktischen Modus, Kompliment

Herr Holger Narrog

07.02.2017, 11:42 Uhr

Hallo Herr Hofmann, ich denke die Erzeugung wertlosen Zufallsstroms (Windmühlen, Solaranlagen) hat keinen signifikanten Einfluss auf den weltweiten Ölverbrauch.

Kohle und Erdgas sind zusammen mit der zukunftsträchtigen Kernenergie massgeblich für die weltweite Stromerzeugung.

Bitte vergessen Sie nicht, dass die Kraftwerke bei hohem Anfall umweltschädlichen Ökostroms häufig in warmer, oder heisser Bereitschaft bleiben.

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