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09.06.2015

14:20 Uhr

Streit um unlautere Geschäftspraktiken

EU-Kommission gibt Gazprom mehr Zeit

Im Streit um womöglich unlautere Geschäftspraktiken in Osteuropa hat der Energieriese Gazprom mehr Zeit für eine Stellungnahme bekommen. Die EU-Kommission ermittelt bereits seit 2012. Gazprom droht ein Milliardenbußgeld.

Bis September hat der Energieriese Gazprom nun Zeit, eine Stellungnahme bei der EU-Kommission einzureichen. Reuters

Gazprom

Bis September hat der Energieriese Gazprom nun Zeit, eine Stellungnahme bei der EU-Kommission einzureichen.

BrüsselIm Streit um unlautere Geschäftspraktiken hat die EU-Kommission dem russischen Energieriesen Gazprom sechs Wochen mehr Zeit für eine Antwort auf die Vorwürfe gegeben. Gazprom müsse nun bis September eine Stellungnahme schicken, teilte die EU-Kommission am Dienstag in Brüssel auf Anfrage mit.

Gazprom habe um mehr Zeit gebeten. „Die EU-Kommission hat Gazprom die Verlängerung genehmigt, damit das Unternehmen sein Recht auf Verteidigung voll und ganz nutzen kann“, sagte ein Sprecher von EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager.

Die EU-Behörde wirft Gazprom unlautere Geschäftspraktiken in Osteuropa vor und droht mit einem Milliardenbußgeld. Gazprom habe in acht osteuropäischen EU-Ländern die Gasmärkte abgeschottet und die Preise hoch getrieben.

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Noch in dieser Woche will die EU-Kommission offenbar Klage gegen Gazprom einreichen. Der Konzern soll in Osteuropa zu hohe Preise verlangt haben. Auch eine Griechenland-Reise des Gazprom-Chefs sorgt für Irritationen.

Seit 2012 untersucht die EU-Kommission bereits den Fall. Die Zugeständnisse des Konzerns reichten Brüssel nicht aus, zumal die Gespräche seit der Ukraine-Krise auf Eis lagen. Im April hatte die Behörde die offizielle Beschwerde nach Moskau geschickt.

Gazprom selbst gab in Brüssel bekannt, man werde den Fall nun „genau prüfen“ und die geforderte Antwort vorbereiten.

Der Fall hat auch eine politische Dimension, da viele EU-Länder bei der Energieversorgung von russischem Gas abhängig sind und es in diesem Punkt Spannungen zwischen der EU und Russland gibt.

Von

dpa

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