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08.06.2013

15:12 Uhr

Stromkonzern

EnBW soll wendiger werden

Der neue EnBW-Chef Mastiaux macht ernst: Aus dem behäbigen Atomstromer soll ein wendiges modernes Energieunternehmen werden. In einem ersten Sparschritt müssen die Töchter den Gürtel enger schnallen.

EnBW-Logo: Der Konzern will dynamischer und grüner werden. dpa

EnBW-Logo: Der Konzern will dynamischer und grüner werden.

KarlsruheWeg vom Atomstrom-Image, kommunikativer und wendiger soll die neue EnBW werden. Der neue Chef macht das vor: Von der Homepage des drittgrößten deutschen Energieunternehmens lächelt er höchstpersönlich, hellblaues Hemd unter dunklem Sakko, kein Schlips. „Wir wollen wissen, was Sie bewegt“, steht da. Und wer mag, kann auf den nächsten Seiten etwas über individuelle Stromtarife erfahren oder bei einer Schnitzeljagd ein iPad gewinnen. Kein Zweifel, es bewegt sich was. Nicht nur auf der neu gestalteten Webseite. Am 17. Juni will EnBW-Chef Frank Mastiaux der Öffentlichkeit konkrete Schritte hin zum Öko-Stromer und kundenfreundlichen Dienstleister präsentieren.

Schlanker und näher am Kunden will die EnBW sein. Bislang hat nur der Aufsichtsrat das genaue Konzept erläutert bekommen – und am vergangenen Donnerstag einmütig abgenickt: „Die vorgestellte Analyse und die daraus abgeleiteten strategischen Schlussfolgerungen sind schlüssig und konsequent und richten das Unternehmen mit einem klaren Profil auf die Veränderungen des Marktumfeldes aus“, teilte Aufsichtsrats-Chef Claus Dieter Hoffmann lediglich mit.

„Man merkt, unter Mastiaux ist Zug reingekommen – das hat allen gefallen“, hieß es aus Aufsichtsratskreisen. Das grün-rot regierte Land Baden-Württemberg, das mit dem schwäbischen Kommunalverband OEW mehr als 90 Prozent an dem Karlsruher Unternehmen hält, will jedenfalls Vorstand und Belegschaft bei der Umsetzung unterstützen. Die Pläne seien sehr überzeugend, so Staatsministerin Silke Krebs (Grüne). „Entscheidend ist, dass sich die EnBW auf die Energiewende einstellt und die Energieversorgung darauf anpasst“, sagte SPD-Finanzminister Nils Schmid (SPD) auf Anfrage.

Von einer neuen Struktur ist die Rede – was dem Vernehmen nach vor allem heißt, dass es Doppelstrukturen der Töchtergesellschaften an den Kragen geht. Die Holding selbst soll nicht betroffen sein – und auch an einen Stellenabbau ist abseits des laufenden Sparprogramms „Fokus“ nicht gedacht.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

09.06.2013, 01:39 Uhr

EnBW war kein "behäbiger Atomstromer", sondern ein modernes und mit erstklassigen leistungsstarken Anlagen ausgerüstetes Unternehmen und einer adäquaten Strategie. Jetzt wird im Rahmen von Merkels "DDR 2.0"-Planwirtschaft und der Landesregierung unter dem Alt-Maoisten Kretschmann EnBW in eine Esoterik-Klitsche umgewandelt, die vorrangig Mahnmale eines Öko-Kults aufbauen soll.

Strom kostet in Deutschland mittlerweile viermal soviel wie in Texas - ein klarer Hinweis, daß die chaotische "Energiepolitik" in Deutschland in den Abgrund führt.

Die Redaktion des HANDELSBLATTS sollte sich endlich klar darüber werden, daß "Erneuerbare Energie" ein Propagandabegriff ist. Erneuerbare Energie gibt es nicht.

Fachlich korrekt wäre der Begriff "Kleinanlagen mit Zufallsleistung". Das träfe exakt den Punkt.

Marketing

09.06.2013, 07:40 Uhr

Besser kann man es nicht auf den Punkt bringen!
Der neue Boss scheint auf Marketing zu setzen. Nur echte langfristige Substanz wird daraus nicht entstehen. Brainwashing der Kunden statt Widerstand gegen eine irrsinnige Politik zeichnet die aktuelleStrategie der Herren der großen EVUs aus.

Rud_Kohler

09.06.2013, 11:04 Uhr

Sehr treffender Kommentar, Herr Ermecke! Wenn ich höre, wie der Vorstand einer der Töchter der EnBW (ZEAG) sich aufstellt "Wegen des Wegfalls der Atomkraftwerke müssen wir verstärkt auf Windkraft in der Region setzen", dann wird mir schlecht!(Anmerkung, ZEAG hatte vor der Stilllegung des GKN 1 rund 70% Kernenergieanteil)

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