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12.04.2014

13:38 Uhr

Stromriese

RWE-Krise kostet beteiligte Kommunen Milliarden

Der Energiekonzern RWE ist schon länger in der Krise. Nun reißt das Essener Unternehmen auch tiefe Löcher in die Kassen der beteiligten Kommunen. Doch nicht nur die Kommunen sind betroffen.

Ein Werbeplakat des Energieriesen RWE: Die beteiligten Kommunen müssen Milliarden abschreiben. Reuters

Ein Werbeplakat des Energieriesen RWE: Die beteiligten Kommunen müssen Milliarden abschreiben.

DüsseldorfDie Krise des Energiekonzerns RWE reißt tiefe Löcher in die Finanzen der am Essener Unternehmen beteiligten Kommunen. Zusammengenommen schrumpfe das Eigenkapital der 20 größten am RWE beteiligten Städte und Kreise in den Jahresabschlüssen für 2013 um mehr als 2,5 Milliarden Euro, berichtete die „Wirtschaftswoche“ am Samstag auf ihrer Online-Seite.

Allein die Stadt Essen muss nach eigenen Angaben etwa 680 Millionen Euro auf ihre Beteiligung an dem Stromriesen abschreiben, das benachbarte Mülheim an der Ruhr rund 480 Millionen Euro.

Wieviel Erneuerbare die Energieversorger haben

RWE

Laut einer Studie, die die Umweltschutzorganisation Greenpeace Ende Februar 2014 veröffentlichte, hat von RWE in Europa produzierter Strom einen Anteil von Wasserkraft von 2 Prozent und einen Anteil von anderen Erneuerbaren Energien von weiteren zwei Prozent. Die Zahl bezieht sich auf die tatsächlich erzeugte Strommenge, nicht auf die Kapazitäten.

Eon

Der Düsseldorfer Energiekonzern Eon produziert insgesamt drei Prozent seines in Europa hergestellten Stroms aus Erneuerbaren Energien inklusive Windkraft und steht damit im Vergleich schlechter da als Konkurrent RWE.

Vattenfall

Der schwedische Konkurrent Vattenfall produzierte insgesamt vier Prozent seines Stroms in Europa mithilfe regenerativer Energiequellen.

EnBW

EnBW steht im Vergleich der großen vier Energieversorger in Deutschland am schlechtesten da. Das Unternehmen gewinnt nur insgesamt zwei Prozent seines Stroms europaweit aus erneuerbaren Quellen.

Die „Wirtschaftswoche“ berichtete, ihr Recherchen hätten ergeben, dass daneben auch Landkreise mit großen Anteilspaketen massive Abschreibungen bevorstünden. Betroffen seien etwa der Hochsauerlandkreis, der Rhein-Sieg-Kreis und der Rheinisch-Bergische Kreis. Auch im Vermögen der Landschaftsverbände Westfalen-Lippe und Rheinland hinterlasse die schlechte Unternehmensentwicklung von RWE ihre Spuren. Der Wert der RWE-Aktie ist seit Anfang 2008 von fast 100 Euro pro Aktie auf aktuell knapp 29 Euro gesunken. Für 2013 musste der Energieversorger erstmals einen Verlust ausweisen.

Von

dpa

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