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04.11.2015

12:21 Uhr

Stromspeicher

Neues Leben für alte Batterien

VonFranz Hubik

Zuerst BMW, jetzt Daimler: Autobauer wollen ausrangierte Elektrowagen-Batterien als Stromspeicher zweitverwerten. Das Ziel: stabilere Stromnetze und sinkende Akku-Kosten. Die Verlierer dabei? Alle Energieversorger.

In Lünen bei Dortmund entsteht ein Batteriespeicher der Megawatt-Klasse. Er soll dazu beitragen, Schwankungen im Stromnetz sekundenschnell auszugleichen. dpa

Projekt Batteriespeicher

In Lünen bei Dortmund entsteht ein Batteriespeicher der Megawatt-Klasse. Er soll dazu beitragen, Schwankungen im Stromnetz sekundenschnell auszugleichen.

DüsseldorfMit den Elektroautos, seufzte Dieter Zetsche, sei es wie mit den Windrädern: „Jeder findet die Idee toll, aber keiner will sie vor der eigenen Haustür haben.“ Die Verkaufszahlen der Stromer? Schlichtweg enttäuschend, räumte der Daimler-Chef ein. Man hatte sich in der Vergangenheit weit mehr erhofft. Vom Ziel der Bundesregierung, bis 2020 rund eine Million Elektroautos auf die Straßen zu bringen, ist Deutschland weit entfernt. Gerade einmal rund 19.000 rein mit Strom betriebene Pkw rollen durch die Republik.

Die größten Hemmnisse für den Kauf eines Elektroautos: die geringe Reichweite, zu wenige Lademöglichkeiten und der hohe Preis. Zumindest die Kosten will Daimler jetzt deutlich reduzieren. Gelingen soll das auch, indem neue Geschäftsfelder erschlossen werden, etwa im Energiesektor.

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VW entwickelt 20 neue Elektroautos. Doch die Batterieherstellung wird von asiatischen Firmen dominiert. Um konkurrenzfähig zu bleiben, fordern Arbeitnehmervertreter eine Kooperation von VW, BMW und Daimler.

Am Dienstag startete Daimler deshalb zusammen mit drei Partnern den Bau eines neuartigen Stromspeichers. In Lünen bei Dortmund soll Anfang 2016 einer der größten Batteriespeicher Deutschlands ans Netz gehen und künftig helfen, Schwankungen im Stromnetz auszugleichen. Das Besondere: Die Kapazität von 13 Megawattstunden kommt ausschließlich aus gebrauchten Akkus von Elektroautos. Gut 650 ausrangierte Batterien aus Leasingwagen des Modells Smart sollen so den Strombedarf der etwa 85.000 Einwohner zählenden Stadt Lünen eine Stunde lang abdecken können.

Daimler-Chef Zetsche hofft darauf, mit dem neuen Speicher die Wirtschaftlichkeit von Elektroautos zu verbessen. Denn: Geteilte Kosten sind halbe Kosten. Die Zweitverwertung helfe, die Preise für Batterien weiter zu senken. „Fortschritte bei der E-Mobilität brauchen Fortschritte bei der Batterie“, erklärte Top-Manager Zetzsche dazu. Akkus aus Elektroautos könnten auch nach ihrer Ausmusterung aus den Fahrzeugen noch mindestens zehn Jahre als Stromspeicher eingesetzt werden.

Dass Batterien am Ende ihres Lebenszyklus in Autos immer noch wertvoll sind und als stationärer Pufferspeicher über viele Jahre eingesetzt werden können, hat vor Daimler schon BMW erkannt. Der Münchner Mercedes-Konkurrent hat bereits Anfang des Jahres angekündigt, in Hamburg alte Elektroauto-Batterien zusammenzuschalten, um so zwei Kernelemente der Energiewende voranzutreiben: Die Elektromobilität und Stromspeicher.

Kommentare (44)

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Gustav Godorzky

04.11.2015, 13:36 Uhr

Hurra!! Jede Wiederverwendung von Dingen, die sonst nur noch entsorgt werden, ist ein Gewinn für die Umwelt und damit für alle. Um die Margen der großen Energieversorger muss man sich nun wirklich keine Sorgen machen. Sollten die Verluste schreiben, müssens sowieso die Steuerzahler tragen.

Account gelöscht!

04.11.2015, 13:38 Uhr

Diesr Hr. Zetsche betreibt ein ganz anderes Spiel. Ein Spiel auf Kosten der Steuerzahler. Mit diesen Bau eines "Energiespeicher" aus ausrangierten E-Auto Batterien schöpft er Grün-Sozialistische Subventionen ab. Und Subventionen sind nichts anderes als unser Aller Steuergelder.
Damit will der Hr. Zetsche das Kosten Fiasko bei seinen E-Autos in Grenzen halten. Trotz Subventionen beim Bau der E-Autos, will er jetzt nochmal eine Abwrack-Subvnetionen für seine E-Autos = Batterien vom Staat haben. Und dies gelingt auf den Weg der irrsinnige Ideologie einer Wertevernichteden Energiewende mit ihren volkswirtschaftlich schädlchen EEG.
Subentionen wo man hinschaut in dieser Grün-Sozialistischen Energiewendewelt der CO2 freien Merkel.
Subventionen sind der größte Feinde einer Wertschöpfenden Volkswirtschaft. Eine Volkswirtschaft die einen Mehrwert schaffen muss, damit diese ihren Wohlstand mehren und damit ihr Sozialsystem erhalten kann.
Und wer sich darüber freut, dass unsere WERTSCHÖPFENDEN Kraftwerke (Kohle, Gas und Kernkraft) durch dieses marktfeindliche EEG und der Energiewende Gesetzgebung wirtschaftlich VERICHTET wird und gleichzeitig der Erneuerbaren Energie Subventionsbranche das Wort redet, der stellt nur unter Beweis, dass er die Tragweite diese Energiewende Vernichtungsfeldzug gegen unsere soziale Marktwirtschaft noch nicht im geringsten verstanden hat. Energiewende/EEG = Mangel und Armut!

Account gelöscht!

04.11.2015, 13:49 Uhr

Ein Randthema, das aktuell in der Breite niemanden interessiert. Es geht ja schliesslich um die Zukunft Deutschlands nach Angela Merkels Abdriften in den Wahnsinn.

So schreibt das Ausland ... lesen lohnt sich, zumal solch journalistisches Handwerk in bundesdeutschen Medien selten geworden ist.

Es gibt ihn noch, soliden, guten deutsch-sprachigen Journalismus. Aus der Schweiz, bei der NZZ. Lesen Sie selbst, es lohnt sich!

Deutschland und die Flüchtlingskrise
Merkeldämmerung
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel müsste zugeben, dass sie in der Flüchtlingskrise einen Fehler gemacht hat. Es wäre ihr politisches Ende, aber dieses rückt auch so näher.

http://www.nzz.ch/meinung/merkeldaemmerung-1.18639497

Es ist nicht 5 vor 12, sondern 5 NACH 12!

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