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19.11.2012

23:01 Uhr

Stromtarife

Auch Eon und RWE erhöhen die Preise

Die höhere Ökostromabgabe und steigende Netzentgelte treiben die Strompreise im neuen Jahr. Über 400 Anbieter haben zum Stichtag kräftige Zuschläge angekündigt. Die SPD machte die Bundesregierung dafür verantwortlich.

Die Deutschen müssen sich auf höhere Strompreise gefasst machen. dapd

Die Deutschen müssen sich auf höhere Strompreise gefasst machen.

Düsseldorf/Essen/BerlinIm kommenden Jahr müssen auch hunderttausende Kunden der Energieriesen Eon und RWE deutlich mehr für ihren Strom bezahlen. Der Preis bei Eon steige im Schnitt um 8,7 Prozent, teilte der Eon-Vertrieb am Montag mit. Eon hat rund sechs Millionen Kunden. RWE will den Preis für seine Kunden in der Grundversorgung vorerst stabil halten.

Der Strompreis für die etwa 500.000 Kunden mit Festpreisverträgen werde aber im Schnitt um 8 bis 9 Prozent erhöht, um die höheren staatlichen Abgaben umzulegen, sagte ein Sprecher auf Nachfrage. Außerdem erhöht RWE die Tarife für Nachtspeicherofen- und Wärmepumpenkunden. Davon sind allein in NRW, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz rund 250.000 Kunden betroffen.

Strompreis drücken: So viel ist drin

Vergleich

Die Zahlen der Grundversorger in den 100 größten Städten werden verglichen mit den Daten alternativer Anbieter. Basis ist der Jahrespreis für einen Verbrauch von 5.000 kWh in einem Haushalt mit vier Personen. Dabei sind drei Varianten zu unterscheiden

-          Sparen mit empfehlenswerten Anbietern

-          Sparen mit Öko-Anbietern

-          Sparen maximal mit Billiganbietern, bei denen manche Verbraucherrechte eingeschränkt sind – als Gegenleistung für den günstigen Preis.

Quelle: Check24

Grundversorger

Wer nie den Anbieter oder das Stromprodukt gewechselt hat, befindet sich in der Grundversorgung. Das übernimmt oft das örtliche Stromversorgungsunternehmen zu einem vergleichsweise hohen Preis. Grundversorger ist der Stromanbieter, der in einem Netzgebiet die meisten Haushalte versorgt.

Preise der Grundversorger

Die Spanne der Tarifpreise von Grundversorgern liegt in dem Beispielfall in den 100 größten Städten zwischen knapp 1200 Euro in Lünen und fast 1500 Euro in Darmstadt.

Empfehlenswerte Alternativen

In diesem Vergleich werden Tarife mit Vorauskasse und/oder Kaution sowie Pakettarife, Erstjahresrabatte und Boni nicht mit berücksichtigt. Enthalten sind nur Tarife mit Preisgarantie sowie einer Vertragslaufzeit von maximal 12 Monaten. Diese Bedingungen sind im Sinne des Verbrauchers, der flexibel bleiben möchte. Die Folge: Die Einsparungen halten sich in Grenzen, allerdings auch das Risiko, dass der Billiganbieter aus dem Markt ausscheidet und Verbraucher ihr Geld nicht wiedersehen.

Sparen

Bei empfehlenswerten Taifen können Kunden bei einem Wechsel im Schnitt im Vergleich zur Grundversorgung 187,39 € einsparen. Im Schnitt könnte ist damit eine Ersparnis von rund 15 Prozent möglich.

Spanne

Ersparnis minimal:    56,90 €
Ersparnis maximal: 338,99 €
Die mögliche Ersparnis bei empfehlenswerten Tarifen hängt stark von der Stadt oder der Region ab.

Billiganbieter

Im Preisvergleich positioniert sich durchweg Löwenzahn Energie als günstigster Anbieter. Dies ist eine Tochter der Flexstrom. Der Wechsel zu einem günstigeren Anbieter könne die Kosten abfedern, stellt die Stiftung Warentest fest. Doch oft seien die billigsten Anbieter auch die verbraucherunfreundlichsten. Zu Löwenzahn heißt es auf der Internetseite Stromanbieter-Test.de: „Die Geschäftspraktik sieht vor, den Kunden mit starken Rabatten anzuwerben und beispielsweise die Jahresabrechnung zu spät zu senden. Dadurch vergessen viele, fristgerecht zu kündigen und sind mehr oder weniger unfreiwillig das zweite, viel teurere Jahr auch noch Kunde.“

Sparen mit Billiganbietern

durchschnittliche Ersparnis zur Grundversorgung: 735,18 €
Die besten Angebote bringen zumindest im ersten Jahr im Schnitt eine Ersparnis von mehr als 50 Prozent.

Spanne
Ersparnis minimal: 564,03 €
Ersparnis maximal: 888,07 €
Das Sparpotential ist von Stadt zu Stadt und Region zu Region unterschiedlich.

Öko-Anbieter

In den Vergleich nahm Check24 nur hochwertige Ökostromangebote auf, die entsprechend positiv bewertet worden sind. Das sind Tarife mit OK Power Label, grüner Strom Label oder vergleichbare Tarife.

Sparen mit Öko-Anbietern

die durchschnittliche Ersparnis zur Grundversorgung: 152,17 €
Damit erreichen Kunden einen Doppeleffekt: Sie kaufen mit gutem Gewissen Strom und sparen auch noch im Schnitt mehr als zehn Prozent.

Spanne
Ersparnis minimal: 23,42 €
Ersparnis maximal: 279,67 €

Für die Eon-Kunden bringe die Preiserhöhung im Schnitt monatliche Mehrkosten von 6,20 Euro, hieß es in der Mitteilung. Eon liege damit unter dem Marktschnitt von knapp 12 Prozent Aufschlag. Nach Angaben des Internetvergleichsportals Verivox haben bisher 468 der rund 1000 Stromanbieter in Deutschland Preiserhöhungen um durchschnittlich zwölf Prozent angekündigt.

Branchenkenner erwarten angesichts der knappen Margen in der Branche weitere Erhöhungen im Frühjahr. Spätestens bis zu diesem Dienstag (20.11.) müssen die Versorger ihre Kunden über Preiserhöhungen informieren, damit sie bis zum 1. Januar wirksam werden können.

Der Vize-Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Ulrich Kelber, machte die Bundesregierung für den bevorstehenden massiven Strompreisanstieg verantwortlich. „Die schwarz-gelbe Bundesregierung verteuert den Strom unnötig“, sagte Kelber Handelsblatt Online. „80 Prozent der durch erhöhte und neue staatliche Umlagen verursachten Kosten werden nicht für die Förderung Erneuerbarer Energien benötigt, sondern geht für Fehler und falsche Entscheidungen der Koalition drauf, etwa für die Subventionierung von Industrieunternehmen.“ Die Stromanbieter selbst könnten diesen „massiven staatlichen Preisschub“  nicht wegstecken, sondern müssten ihn zumindest zum Teil an die Kunden weitergeben.

„Aber auch hier trennt sich dann die Spreu vom Weizen“, sagte Kelber weiter. „Faire Anbieter geben die gleichzeitigen niedrigeren Kosten beim eigenen Stromeinkauf, den der wachsende Anteil Erneuerbarer Energien an den Strombörsen möglich macht, an die Kunden weiter und mildern so die Preissteigerung ab.“ Andere Stromkonzerne erhöhen dagegen „skrupellos“ ihre Marge und behielten diese Vorteile für sich. „Die Verbraucher sollten genau hinsehen.“

Der Bund der Energieverbraucher nannte die Erhöhungswelle „unverschämt“. Die zusätzlichen staatlichen Lasten entsprächen einem um 6 bis 8 Prozent höheren Strompreis. Erhöhungen über 8 Prozent sollten die Verbraucher nicht hinnehmen, riet der Bund der Energieverbraucher. Wer einen möglichen Prozess nicht scheue, solle den alten Preis weiterzahlen und schriftlich der Preiserhöhung widersprechen, riet der Verband.

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

19.11.2012, 18:06 Uhr

Vielen Dank Frau Merkel, Herr Gabriel, Herr Trittin. Ach ja, Frau Merkel, zahlen Sie auch die Stromkosten im Kanzleramt? Ach nee, der blöde Steuerzahler...

Rodrigo

19.11.2012, 19:08 Uhr

Ist doch alles hut. Das Volk hat gesprochen. Schon vergessen? Ist gar nicht so lange her:


26.03.2011
Deutschlandweite Aktion
Hunderttausende fordern sofortigen AKW-Stopp

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/deutschlandweite-aktion-hunderttausende-fordern-sofortigen-akw-stopp-a-753341.html

Schneller Atomausstieg
Umfrage: Verbraucher würden mehr zahlen
Dass ein schneller Ausstieg aus der Atomenergie Mehrkosten mit sich bringt ist unstrittig. Einer Umfrage zu Folge wären 60 Prozent der Deutschen aber bereit, diese Kosten zu tragen.

http://www.n24.de/news/newsitem_6847188.html

Monika

19.11.2012, 19:56 Uhr

Der Ausstieg aus der Atomenergie kostet nicht viel.

FDP und CDU mit Rösler und Altmaier agieren wie Dick und Doof.

Wer von Lobbyfunktionären abhängig ist, weil er ausreichend "angefüttert" wurde oder wird. wird sich wohl kaum zum Wohle des Volkes einsetzen.

Das Duo wird um Aigner, CSU im Verbraucherschutzministerium komplettiert.

Drei Personen, drei verschiedene Parteien, aber eine Gemeinsamkeit: VERSAGT !


Leistung wird sich erst wieder lohnen, wenn CDU, CSU und FDP ihre Regierungsaufgabe entbunden sind. Das gilt auch für bezahlbare Energie und eine sichere gerechte Rente!

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