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07.06.2014

10:51 Uhr

Studie

Viele Stadtwerke rutschen in die roten Zahlen

Sichere Gewinne mit kommunalen Kraftwerken – das war einmal. Viele Stadtwerke verdienen kaum noch Geld mit der Stromerzeugung, die Verschuldung wird kritisch. Die Folgen könnten vor allem die Bürger spüren.

Das Gaskraftwerk Trianel in Hamm (Symbolbild): Viele Stadtwerke verdienen kaum noch Geld mit der Stromerzeugung. dpa

Das Gaskraftwerk Trianel in Hamm (Symbolbild): Viele Stadtwerke verdienen kaum noch Geld mit der Stromerzeugung.

DüsseldorfDeutsche Stadtwerke geraten wegen drastisch gesunkener Gewinne aus der Stromerzeugung in finanziell schwieriges Fahrwasser: Ihre Verschuldung erreicht teils kritische Werte, sie müssen Investitionsprojekte überdenken und die Ausschüttungen an die kommunalen Eigentümer werden wohl auf breiter Front zurückgehen. Das geht aus einer Studie der Unternehmensberatung PWC hervor, die die Bilanzen von 150 kommunalen Versorgern in den Jahren 2009 bis 2012 betrachtet.

Nach der Studie liegt bei einem Viertel der untersuchten Stadtwerke der Verschuldungsgrad bereits im „zunehmend kritischen Grenzbereich“. „Die Finanzierungsfähigkeit dieser Unternehmen könnte schon bald nachlassen“, sagte der Leiter der PWC-Energiewirtschaft Norbert Schwieters.

Die beobachteten Trends setzten sich nach seiner Beobachtung auch 2013 und 2014 fort, sagte der Studienautor Bernd Papenstein der Nachrichtenagentur dpa. In den kommenden Jahren sei mit einer Abwertung der kommunalen Versorger durch die Rating-Agenturen auf breiter Front zu rechnen. Dadurch werde sich die Finanzierung zusätzlich erschweren. Die Unternehmensberatung betreut bundesweit zahlreiche Stadtwerke.

Noch sei die Lage nicht bedrohlich, da der Markt angesichts der niedrigen Zinsen händeringend nach Anlagemöglichkeiten suche. Wenn die Finanzmärkte aber wieder eintrockneten, könnte es kritisch für Stadtwerke werden, sagte Papenstein.

Die Ausschüttungen an die kommunalen Eigentümer seien trotz geschrumpfter Gewinne vielfach nominell gleich geblieben, heißt es in der Studie. Die Ausschüttungsquote stieg damit von 2010 bis 2012 von 82 auf über 90 Prozent. Dieses Geld fehle den Unternehmen für die Finanzierung der investitionsintensiven Energiewende - etwa den Aufbau von Wind- und Solarparks.

Kommentare (1)

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11.06.2014, 12:49 Uhr

Falschmeldung! Erst verkauften die Politiker die staatlichen Stromerzeuger um ihre Schulden zu vertuschen. Dann forderten die Exporten Privatisierung und die Gewinne explodieren und nun dies? Wann werden endlich max. Strafen für Experten eingeführt? Min. Kompletten Vermögensenzug und Zahlung des Schadesn!!!!

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