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28.10.2013

13:58 Uhr

Sturmschaden

Windrad geht in Flammen auf

VonDana Heide

Am Sonntag brannte im Bördekreis in Sachsen-Anhalt ein Windrad. Die Feuerwehrleute standen hilflos daneben und mussten zusehen, wie ein Millionenschaden entstand. Es ist nicht der erste Fall dieser Art.

Die Feuerwehrleute konnten nur zusehen: Brand eines Windrades am Sonntag im Bördekreis (Sachsen-Anhalt), rund 20 Kilometer westlich von Magdeburg. dpa

Die Feuerwehrleute konnten nur zusehen: Brand eines Windrades am Sonntag im Bördekreis (Sachsen-Anhalt), rund 20 Kilometer westlich von Magdeburg.

DüsseldorfEs sind atemberaubende Aufnahmen, die im Bördekreis in Sachsen-Anhalt entstanden sind. Ein Windrad steht in Flammen - und mehr als ein Dutzend Feuerwehrmänner stehen in voller Einsatzmontur hilflos davor.

Nun ermittelt die Polizei nach der Ursache des Brandes - nach Informationen des MDR werde als Grund für den Brand ein technischer Defekt vermutet. Möglicherweise habe sich wegen der Orkanböen der Generator überhitzt. Den Sachschaden schätzte die Polizei auf 1,2 Millionen Euro. Bei dem betroffenen Windrad dürfte es sich um eine V66/1650 des dänischen Herstellers Vestas handeln.

Der Maschinenraum sei vollständig ausgebrannt und ein Rotorblatt stürzte brennend in die Tiefe, berichtet die örtliche Feuerwehr. Brennende Teile seien mehrere hundert Meter weit geflogen. Der Fall zeigt, wie wenig beherrschbar Brände an Windrädern sind - zumal die Anlagen eine immer größere Höhe erreichen.

Die größten Windkraftanlagenhersteller (Ranking 2012)

Platz 10

Die Unternehmensberatung BTM Consult analysiert einmal im Jahr den weltweiten Markt für Windkraftanlagenhersteller. Auf dem zehnten Platz befindet sich in der aktuellen Rangliste, die sich auf Daten von 2012 bezieht, das chinesische Unternehmen Mingyang mit einem Marktanteil von 2,7 Prozent. Laut eigenen Angaben ist die Firma der größte nicht-staatliche Windkraftanlagenbauer von China und arbeite in Deutschland mit dem Unternehmen aerodyn Energiesysteme zusammen.

Platz 9

Auch auf dem neunten Platz ist ein chinesisches Unternehmen, wenn auch nur mit dem geringen Anteil von 3,2 Prozent: Sinovel.

Platz 8

Mit einem Marktanteil von 4,7 Prozent ist United Power auf dem achten Platz der Weltrangliste der größten Windkraftanlagenhersteller. Das Unternehmen ist wie Sinovel und Mingyang in China beheimatet.

Platz 7

6 Prozent Marktanteil hat das chinesische Unternehmen Goldwind.

Platz 6

Gamesa ist das einzige spanische Unternehmen in der Top 10-Liste der größten Windkraftanlagenhersteller der Welt. Die Firma hat ihren Hauptsitz im Baskenland in Nordspanien und hatte 2012 einen Marktanteil von 6,1 Prozent weltweit.

Platz 5

Auf dem fünften Platz befindet sich mit einem Marktanteil von 7,4 Prozent die Suzlon Group aus Indien. Im Vorjahr war sie noch auf dem sechsten Platz

Platz 4

Auch das deutsche Unternehmen Enercon kletterte weltweit in der Rangliste nach oben – vom fünften Platz 2011 ging es auf den vierten Platz 2012. Enercon hat einen Marktanteil von 8,2 Prozent, in Deutschland hat das Unternehmen dagegen einen Anteil von mehr als 50 Prozent. 

Platz 3

Auch auf dem dritten Platz der weltgrößten Windkraftanlagen befindet sich ein deutsches Unternehmen: Siemens. Sein Anteil am Weltmarkt betrug 2012 laut BTM Consult 9,5 Prozent.

Platz 2

Eine schwere Rückschlag musste im vergangenen Jahr der dänische Windkraftanlagenbauer Vestas einstecken. Erstmals seit 2000 schaffte es das Unternehmen mit einem Marktanteil von 14 Prozent nicht auf den ersten Platz der größten Anlagenhersteller.

Platz 1

General Electric hat im vergangenen Jahr erstmals Vestas vom ersten Platz der Rangliste der größten Windkraftanlagenbauer verdrängt – mit einem Marktanteil von 15,5 Prozent. Das US-Unternehmen war 2011 noch an dritter Stelle.

So sei die „Witterung und die Jahreszeit auf Seite der Feuerwehr“ gewesen, hieß es. „Hätte es im Sommer und vielleicht bei einem bestellten Getreideacker gebrannt, wäre ein Großbrand die Folge gewesen“, teilten die Einsatzkräfte mit.

Insgesamt zwölf Fahrzeuge und 50 Feuerwehrmänner waren vor Ort, doch sie mussten sich darauf beschränken, das Gebiet zu sichern und herabfallende Teile zu löschen. Bereits Mitte des Monats war ein Windrad in Sande im Landkreis Friesland in Brand geraten, wobei ein Schaden von drei bis vier Millionen Euro entstand. Auch hier konnte die örtliche Feuerwehr das Windrad nur kontrolliert abbrennen lassen – die Anlage war zu hoch, um den Brand mit einem Löschgerät zu erreichen.

Kommentare (40)

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Drehstromlaie

28.10.2013, 14:16 Uhr

Das kommt davon wenn unfähige Ingenieure die vorhandenen Schutzeinrichtungen(u.a.Überstromschutz) parametrieren.

Numismatiker

28.10.2013, 14:31 Uhr

Richtig lustig wird es, wenn so ein Brand im Hochsommer in einem Waldgebiet (z.B im Soonwald) stattfindet. Dann brennen ganze Naturschutzgebiete ab.

Oder die Windkraftanalgen stehen in der Nähe von Dörfern. Dann brennen Häuser.

Account gelöscht!

28.10.2013, 14:38 Uhr

Ist das jetzt das Fukushima der Wind-Ökos?

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