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04.03.2014

11:32 Uhr

„Suedlink“

Netzbetreiber plant Deutschlands längste Stromtrasse

„Keine Stimme und kein Hinweis soll verlorengehen“: Bei der Planung der größten deutschen Stromtrasse „Suedlink“ sollen die betroffenen Bürger mit einbezogen werden. Der politische Streit dauert allerdings an.

Wegen Bürgerprotesten pocht Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) darauf, die Planungen für die neue Stromtrasse vorerst auf Eis zu legen. dpa

Wegen Bürgerprotesten pocht Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) darauf, die Planungen für die neue Stromtrasse vorerst auf Eis zu legen.

BerlinDer Netzbetreiber Tennet will beim geplanten Bau von Deutschlands größter und längster Stromtrasse „Suedlink“ die Bürger eng einbeziehen. Von Ende März an sollen lokale „Informationsmärkte“ angeboten werden, teilte Tennet am Dienstag mit. Dabei will der Übertragungsnetzbetreiber den vorgeschlagenen Trassenkorridor durch mehrere Bundesländer mit Bürgern und Gemeinden diskutieren. Kritik und Vorschläge will Tennet an die Bundesnetzagentur weitergeben: „Keine Stimme und kein Hinweis soll verlorengehen.“

Auf öffentliche Großveranstaltungen will das Unternehmen so lange verzichten, bis Bund und Länder ihren Streit um den Ausbau der Stromnetze geklärt haben. Wegen Bürgerprotesten pocht Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) darauf, die Planungen vorerst auf Eis zu legen.

Wieviel Erneuerbare die Energieversorger haben

RWE

Laut einer Studie, die die Umweltschutzorganisation Greenpeace Ende Februar 2014 veröffentlichte, hat von RWE in Europa produzierter Strom einen Anteil von Wasserkraft von 2 Prozent und einen Anteil von anderen Erneuerbaren Energien von weiteren zwei Prozent. Die Zahl bezieht sich auf die tatsächlich erzeugte Strommenge, nicht auf die Kapazitäten.

Eon

Der Düsseldorfer Energiekonzern Eon produziert insgesamt drei Prozent seines in Europa hergestellten Stroms aus Erneuerbaren Energien inklusive Windkraft und steht damit im Vergleich schlechter da als Konkurrent RWE.

Vattenfall

Der schwedische Konkurrent Vattenfall produzierte insgesamt vier Prozent seines Stroms in Europa mithilfe regenerativer Energiequellen.

EnBW

EnBW steht im Vergleich der großen vier Energieversorger in Deutschland am schlechtesten da. Das Unternehmen gewinnt nur insgesamt zwei Prozent seines Stroms europaweit aus erneuerbaren Quellen.

„Suedlink“ soll als „Hauptschlagader der Energiewende“ ab 2022 Windstrom von Schleswig-Holstein über Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Hessen nach Bayern bringen. Die Trasse von Tennet und TransnetBW soll die Stilllegung von Atomkraftwerken im Süden ausgleichen.

Von

dpa

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