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07.11.2015

10:05 Uhr

Tabakkonsum

Zigarettenhersteller profitieren von Flüchtlingskrise

Ein Segen für die deutsche Tabakindustrie: Weil Syrer durchschnittlich 1000 Zigaretten im Jahr rauchen, dürfte der Flüchtlingsstrom die Branche beleben. Was das für Philip Morris und Co. bedeutet.

Laut der Weltgesundheitsorganisation sind 48 Prozent der syrischen Männer Raucher. dpa

Flüchtlinge und Tabak

Laut der Weltgesundheitsorganisation sind 48 Prozent der syrischen Männer Raucher.

LondonDeutschland erwartet dieses Jahr die Einreise von mindestens 800.000 Flüchtlingen, die größte Migration von Vertriebenen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. Viele von ihnen flüchten aus dem vom Krieg zerrütteten Syrien, wo nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 48 Prozent der Männer Raucher sind.

Der zusätzliche Zigarettenkonsum entspreche etwa einem Anstieg um ein Prozent am größten Tabakmarkt Europas, sagt Morningstar-Analyst Philip Gorham, da sich die Demographie ausnahmsweise zugunsten der Branche auswirkt.

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Das könnte sich für Philip Morris, Imperial Tobacco und British American Tobacco als Segen erweisen, die den 33 Milliarden Dollar (30 Milliarden Euro) schweren deutschen Markt dominieren. Der Zustrom von Flüchtlingen nach Deutschland dürfte nämlich den jährlichen Zigarettenkonsum 2015 um etwa 810 Millionen Glimmstengel erhöhen. Damit würde der Markt, der im vergangenen Jahrzehnt geschrumpft ist, einen seltenen Zuwachs erleben.

Syrer rauchen im Schnitt mehr als 1000 Zigaretten im Jahr, weshalb der Absatz in Deutschland um mehr als 810 Millionen Zigaretten gesteigert werden könnte, so Gorham. Die Zigarettenverkäufe in Westeuropa sind Daten von Euromonitor International zufolge im Laufe der vergangenen fünf Jahre um 21 Prozent gefallen. „BAT und Imperial sind ziemlich stark beim Drehtabak und günstigen Fabrik-Zigaretten“, erklärt Erik Bloomquist, Analyst bei Haitong Securities in London. „Sie sollten schnell davon profitieren.“

Der Tabakkonsum geht in den Industriestaaten seit Jahrzehnten zurück, was an einer Schärfung des Bewusstseins für die Gesundheitsrisiken und höheren Steuern liegt. Dieser Trend hat den Nahen Osten und Afrika aber noch nicht erreicht.

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