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11.04.2017

16:47 Uhr

Tankstellen

Freie behaupten sich gegen Aral, Shell und Co.

Die Zahl der freien Tankstellen in Deutschland nimmt nur leicht ab. 2016 haben Aral, Shell und Esso hingegen viele ihrer Standorte geschlossen. Die freien Tankstellen haben einen entscheidenden Vorteil.

Wenn die großen Mineralölkonzerne mit ihren Tankstellen Standorte aufgeben, rücken die freien mit ihren günstigeren Kosten nach. dpa

Tankstelle

Wenn die großen Mineralölkonzerne mit ihren Tankstellen Standorte aufgeben, rücken die freien mit ihren günstigeren Kosten nach.

HamburgTrotz des starken Konkurrenzdrucks auf dem deutschen Benzinmarkt haben sich die freien Tankstellen in den vergangenen Jahren gut behauptet. Zwar nehme langfristig die Zahl der Tankstellen in Deutschland deutlich ab, heißt es in einer Studie der Rating-Agentur Scope im Auftrag des Bundesverbandes Freier Tankstellen (BFT), die am Dienstag in Hamburg vorgestellt wurde. In jüngster Vergangenheit lasse sich jedoch eine Verlagerung hin zum Mittelstand erkennen. Rund 25 Prozent der Treibstoffe in Deutschland werden von freien Tankstellen verkauft.

Im vergangenen Jahr ging die Zahl der Tankstellen hierzulande um 21 auf 14 510 zurück. Der Höchststand vor fast 50 Jahren lag bei mehr als 46 000 Stationen. Das bedeute jedoch nicht, dass die Nachfrage nach Kraftstoffen sinke, so der BFT. „Die Autozulassungen steigen auf neue Rekordhöhen“, sagte Hauptgeschäftsführer Axel Graf Bülow. Die Fahrzeuge seien jedoch effizienter als früher und hätten größere Reichweiten, so dass sie seltener an die Zapfsäule müssten.

Deutschlands führende Tankstellenmarken

Platz 6

BFT

Die Marke des Bundesverbandes freier Tankstellen kam 2015 auf einen Marktanteil von 5 Prozent.

Platz 5

Esso

Unter diesem Namen tritt der US-amerikanische Mineralölkonzern Exxon Mobil in Deutschland auf. Marktanteile 2015: 7,5 Prozent.

Platz 4

Total

Der französische Ölkonzern kam 2015 auf einen Marktanteil von 9 Prozent in Deutschland.

Platz 3

Jet

Hinter der Marke steckt der US-Konzern Phillips 66. 2015 betrug der Marktanteil in Deutschland 10,5 Prozent.

Platz 2

Shell

Der britisch-niederländische Konzern Royal Dutch Shell hatte 2015 einen Marktanteil von 19,5 Prozent.

Platz 1

Aral

Spitzenreiter ist Aral mit einem Marktanteil von 21 Prozent. Die Marke gehört dem britischen Energieriesen BP.

Quelle: Energie Informationsdienst / Statista

Vor allem große Konzerne wie Aral, Shell und Esso optimieren ihr Netz und betreiben tendenziell immer größere Stationen. Freie Tankstellen übernehmen oft die aufgegebenen Standorte der Konzerne und können diese wegen ihrer günstigen Kosten profitabel weiterführen.

Ohnehin verdienen die meisten Tankstellen nur wenig Geld mit dem Verkauf von Treibstoffen, sondern mehr mit ihren immer größeren Läden. „Manche Tankstellen können auch dort überleben, wo es durch die Straßenführung nicht gerechtfertigt wäre, weil sie sich zu Nahversorgern entwickelt haben“, sagte Bülow. Der Shop-Umsatz je Tankstelle erhöhte sich innerhalb von 20 Jahren von rund 600 000 auf mehr als 900 000 Euro jährlich. Künftig gehe der Trend dahin, den Kunden noch mehr gastronomische Angebote zu machen.

Die freien Tankstellen setzen auf absehbare Zeit auf den Verbrennungsmotor und den Verkauf von Benzin und Diesel. Den Trend zur Elektro-Mobilität, der von der Politik gefördert werde, könnten sie bislang an den Zulassungszahlen nicht ablesen. Zwar sei der Bestand an Hybridfahrzeugen um 27 Prozent auf 165 400 gestiegen und der von Elektroautos um 33 Prozent auf 34 000. Doch seien zugleich 15,1 Millionen Dieselfahrzeuge zugelassen, so viele wie noch nie.

In den nächsten 20 Jahren werde die Dominanz der herkömmlichen Kraftstoffe bestehen bleiben, meint der BFT. Wegen der geringen Nachfrage und der hohen Investitionskosten hätten auch kaum freie Tankstellen in Ladesäulen für Elektroautos investiert, die sich nicht rechnen würden.

Von

dpa

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