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21.05.2014

19:44 Uhr

Tarifrunde in der Stahlindustrie

IG Metall fordert fünf Prozent mehr Lohn

Die Branche sei gut ausgelastet, die wirtschaftliche Lage angemessen: Die IG Metall geht mit der Forderung nach fünf Prozent höheren Einkommen in die Stahl-Tarifrunde. Die Arbeitgeber sehen die Lage nicht so rosig.

Die IG Metall will sich zudem dafür einsetzen, Werkverträge in den Betrieben einzudämmen sowie Tarifstandards und Arbeitsschutzbestimmungen für alle Beschäftigten durchzusetzen. dpa

Die IG Metall will sich zudem dafür einsetzen, Werkverträge in den Betrieben einzudämmen sowie Tarifstandards und Arbeitsschutzbestimmungen für alle Beschäftigten durchzusetzen.

DüsseldorfDie IG Metall will mit einer Forderung nach Einkommenserhöhungen von fünf Prozent in die bevorstehende Stahl-Tarifrunde gehen. Die Forderungsempfehlung an den IG-Metall-Vorstand sei am Mittwoch einstimmig von der zuständigen Tarifkommission der Gewerkschaft beschlossen worden, berichtete die IG Metall in Düsseldorf. NRW-Bezirksleiter Knut Giesler wies auf eine aktuell gute Auslastung der Branche hin. Die Forderung sei der wirtschaftlichen Lage angemessen, meinte er.

Die Arbeitgeber wiesen die Forderung zurück. Die IG Metall wecke „eine Ergebniserwartung, die von uns nicht erfüllt werden kann“, kritisierte der Vorsitzende des Arbeitgeberverbands Stahl, Helmut Koch, in einer Mitteilung. Die Konjunkturaussichten für die Stahlindustrie seien keineswegs rosig. „Dazu passt die Entgeltforderung der IG Metall nicht.“ Koch rechnet mit „äußerst schwierigen Verhandlungen“.

Die Verhandlungen zunächst für die rund 75 000 Beschäftigten der Branche in Nordwestdeutschland sollen im Juni beginnen. Insgesamt wird in der Branche laut Gewerkschaft noch in weiteren Tarifbezirken in Ostdeutschland und im Saarland für zusammen rund 100 000 Beschäftigte verhandelt. Zuletzt hatten sich Arbeitgeber und Gewerkschaft in der zurückliegenden Tarifrunde im Frühjahr vergangenen Jahres auf eine Tariferhöhung von drei Prozent geeinigt.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

Die Gewerkschaft will sich daneben dafür einsetzen, Werkverträge in den Betrieben einzudämmen sowie Tarifstandards und Arbeitsschutzbestimmungen für alle Beschäftigten durchzusetzen. Zudem gehe es darum, Tarifverträge zur Altersteilzeit und zur Beschäftigungssicherung fortzuschreiben.

Die von der Gewerkschaft geforderten Regelungen zu Werkverträgen lehnen die Arbeitgeber an. Sie sollten dem Gesetzgeber überlassen werden. „In der Stahlindustrie besteht dazu keinerlei Anlass“, sagte Koch.

Von

dpa

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