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01.04.2016

11:35 Uhr

Tata Steel

Inder könnten bei Thyssen-Krupps Stahlsparte einsteigen

Thyssen-Krupp ist in den Mittelpunkt von Fusionsspekulationen der Stahlbranche gerückt. Laut einem Bericht will der indische Konzern Tata bei der europäischen Stahlsparte einsteigen. Das beflügelt die Aktie.

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Berlin/DüsseldorfDer indische Konzern Tata Steel will einem Medienbericht zufolge bei der europäischen Stahlsparte von Thyssen-Krupp einsteigen. Die Gespräche seien weit fortgeschritten, meldete die „Rheinische Post“ unter Berufung auf Berliner Regierungskreise. Mehrere Varianten würden diskutiert. Dabei werde keine klassische Übernahme favorisiert, sondern ein Joint Venture mit der Option, zu einem späteren Zeitpunkt den Anteil auszubauen. Der Bericht beflügelte die Aktie des Essener Konzerns.

Im Thyssen-Krupp-Aufsichtsrat waren solche Gespräche aber bislang kein Thema, sagte am Freitag ein Insider der Nachrichtenagentur Reuters: „Das ist nicht besprochen worden." Kein Geheimnis ist indes, dass Fusionen in der gebeutelten Branche immer wieder sondiert und durchgespielt werden. Bislang seien konkrete Ergebnisse aber nicht in Sicht, sagten mehrere Insider.

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Australien will bis zu 100 Milliarden für neue U-Boote ausgeben – es ist einer der größten Rüstungsaufträge der Geschichte. Mittendrin: Thyssen-Krupp. Der Konzern muss sich jedoch gegen zwei Mitbewerber durchsetzen, die große Geschütze auffahren.

Die Krise der Schwerindustrie hat auch die Politik auf den Plan gerufen. Am 11. April will unter anderem Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel bei einem Aktionstag der Gewerkschaft IG Metall in Duisburg von den Toren von Thyssen-Krupp sprechen. Er hatte der Branche Unterstützung zugesagt. „Überkapazitäten im Stahlsektor Chinas dürfen nicht zulasten der EU-Hersteller gehen“, erklärte sein Ministerium.

Angesichts der Probleme gibt es immer wieder Rufe, dass es zu einer Konsolidierung der Branche um den Weltmarktführer Arcelor-Mittal und den deutschen Platzhirschen Thyssen-Krupp kommen sollte. Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger hat seine Bereitschaft betont, aus einer Position der Stärke an einer Konsolidierung der europäischen Stahlbranche teilzunehmen. Wann es dazu kommen könnte, hat er aber offengelassen.

Als möglichen Fusionspartner von Thyssen-Krupp hatten Branchenexperten neben der deutschen Nummer zwei Salzgitter immer wieder auch den Stahlkocher Tata Steel ins Spiel gebracht. Der hat gerade seinen Rückzug aus Großbritannien angekündigt, wo er rund 15.000 Menschen beschäftigt. In den Niederlanden unterhält Tata dagegen ein profitables Stahlwerk – relativ nah an der Thyssen-Krupp-Produktionsstätten in Duisburg.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

Der „Rheinischen Post“ zufolge laufen bereits seit längerer Zeit Gespräche von Tata und Thyssen-Krupp, es gebe ein konkretes Interesse der Inder. Die im Leitindex Dax notierte Aktie verteuerte sich deshalb um mehr als sechs Prozent. Allerdings lasten milliardenschwere Pensionsverpflichtungen auf der Thyssen-Krupp-Stahlsparte. Deren Zukunft müsse bei einem Zusammenschluss geklärt werden, sagte ein weiterer Insider.

Die Zeitung brachte zudem einen Zusammenschluss von Thyssen-Krupp und Salzgitter zu einem deutschen „Stahlgiganten“ ins Spiel. Salzgitter-Chef Heinz Jörg Fuhrmann hatte indes erst Mitte Februar in einem Reuters-Interview Zusammenschlüssen eine Absage erteilt: „Wir planen keine Fusionen oder Zusammenlegungen.“ Im MDax verteuerte sich die Salzgitter-Aktie am Freitag um rund vier Prozent.

Von

rtr

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