Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

31.12.2016

11:37 Uhr

Teyssens Ankündigung

Eon will Jobs in der Verwaltung streichen

Eon-Chef Teyssen kündigt an, Arbeitsplätze in der Verwaltung abbauen zu wollen – auch der Konzernsitz Essen ist von der Sparmaßnahme betroffen. An der Klage gegen die Brennelementesteuer will der Konzern weiter festhalten.

Auch Essen als Konzernsitz wird von der Sparmaßnahme betroffen sein. dpa

Stellenabbau in der Verwaltung

Auch Essen als Konzernsitz wird von der Sparmaßnahme betroffen sein.

Berlin/DüsseldorfDer Energiekonzern Eon will zahlreiche Arbeitsplätze in der Verwaltung abbauen. „Eon wird dezentraler. Das heißt, dass vor allem in der zentralen Verwaltung Stellen wegfallen“, sagte Eon-Chef Johannes Teyssen der „Rheinischen Post“ (Samstagausgabe) laut Vorabbericht.

„Naturgemäß ist auch Essen als Konzernsitz betroffen, wo wir derzeit rund 600 Mitarbeiter in Zentralfunktionen haben.“ Insgesamt hat Eon in Essen 2000 Mitarbeiter. „Wir prüfen aber auch, wo Tochterunternehmen und Shared-Service-Center effizienter werden können.“

Die Börsengänge der Töchter von Eon und RWE

Energiewende sorgt für Veränderungen

Die von der Energiewende gebeutelten Energieriesen Eon und RWE treiben ihre Konzernumbauten voran. Eon hat die Kraftwerkstochter Uniper im September an die Börse gebracht, RWE brachte das Ökostromgeschäft Innogy im Oktober an den Aktienmarkt.

Die Unternehmen

Die Eon-Tochter Uniper hat ihren Sitz in Düsseldorf, beschäftigt knapp 14.000 Mitarbeiter und erzielte nach Konzernangaben 2015 auf Pro-Forma-Basis ein Ebit von 0,8 Milliarden Euro und einen Nettoverlust von rund vier Milliarden Euro. Chef ist der ehemalige Eon-Finanzvorstand Klaus Schäfer.

Die RWE-Tochter Innogy hat ihren Sitz in Essen, beschäftigt knapp 40.000 Mitarbeiter und erzielte rein rechnerisch nach RWE-Angaben 2015 einen operativen Gewinn (Ebitda) von 4,5 Milliarden Euro und einen Nettoergebnis von 1,6 Milliarden Euro. Geführt wird das Unternehmen von RWE-Chef Peter Terium, der nach dem Börsengang den Chefposten des Mutterkonzerns abgegeben hat.

Das Geschäft

Uniper betreibt Kohle- und Gaskraftwerke in Europa und Russland mit rund 40 Gigawattt. Hinzu kommen Wasser- und Atomkraftwerke in Schweden sowie der Energiehandel.

RWE Innogy bündelt das Geschäft mit Ökostrom, Strom- und Gasnetzen sowie den Vertrieb von Strom und Gas.

Die Börsengänge

Eon hat im Zuge eines Spin-Offs 53 Prozent der Uniper-Anteile an die Börse gebracht und sie den eigenen Aktionären ins Depot gelegt. Einnahmen erzielt der Konzern dabei zunächst nicht. Eon will allerdings mittelfristig die restlichen Aktien versilbern, allerdings nicht vor 2018.

RWE und die neue Tochter Innogy brachten zunächst 23 Prozent der Anteile an die Börse. Später könnten weitere Anteile verkauft werden, RWE will aber die Mehrheit behalten.

Ausblick

Uniper steht von Beginn unter Druck. Der Konzern will bis 2018 Beteiligungen im Wert von mindestens zwei Milliarden Euro verkaufen und die Personalkosten senken.

Innogy erwartet stabile Geschäfte, da der größte Teil der Einnahmen, etwa für den Betrieb der Strom- und Gasnetze staatlich reguliert ist.

Der Abbau erfolgt im Rahmen des Sparprogramms „Phoenix“, mit dem Eon 400 Millionen Euro sparen will. „Nach früheren Erfahrungen entfallen bei Effizienzprogrammen dieser Art meist 50 Prozent der Einsparungen auf Personal- und 50 Prozent auf Sachkosten. So könnte es auch bei 'Phoenix' sein“, sagte Teyssen. Das Ausmaß des Stellenabbaus werde gerade ermittelt.

Auf die Frage, ob er betriebsbedingte Kündigungen ausschließe, sagte Teyssen: „Wie immer in solchen Fällen bemüht sich Eon um sozialverträgliche Lösungen. Das haben wir dem Betriebsrat auch bereits zugesagt. Ich bin zuversichtlich, 2017 faire Lösungen zu finden, zumal unsere Transfergesellschaft weiter läuft.“

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×