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05.06.2013

10:17 Uhr

Trotz gesunkener Erlöse

Voestalpine steigert operativen Gewinn

Der österreichische Stahlkonzern Voestalpine hat im vergangenen Geschäftsjahr seinen Gewinn um etwa ein Viertel gesteigert. Auch der operative Gewinn ist gestiegen, der Erlös hingegen um mehr als vier Prozent gefallen.

Stahlverarbeitung in einem Voestalpine-Werk. Der Konzern schnitt in den vergangenen zwölf Monaten besser ab als Analysten erwartet hatten. Reuters

Stahlverarbeitung in einem Voestalpine-Werk. Der Konzern schnitt in den vergangenen zwölf Monaten besser ab als Analysten erwartet hatten.

WienDer österreichische Stahl- und Verarbeitungskonzern Voestalpine hat im abgelaufenen Geschäftsjahr trotz gesunkener Erlöse einen Gewinnsprung gemacht. Bei um 4,4 Prozent gefallenen Erlösen stieg der operative Gewinn (Ebit) in den zwölf Monaten bis Ende März um ein Fünftel auf 853,6 Millionen Euro, teilte Voestalpine am Mittwoch mit.

Unter dem Strich legte der Gewinn um gut ein Viertel auf 521,9 Millionen Euro zu. Die Aktionäre können sich über eine höhere Dividende freuen: Die Ausschüttung soll auf 0,90 (Vorjahr: 0,80) Euro je Aktie steigen. Im Schnitt hatten Analysten mit einem Ebit von rund 800 Millionen Euro gerechnet, den Überschuss hatten sie auf 405 Millionen Euro taxiert.

Voestalpine hatte im November die Erwartungen für den Betriebsgewinn im Gesamtjahr um 100 Millionen Euro auf 800 Millionen Euro herunter geschraubt. Der Gewinn habe vor allem deswegen so deutlich zugelegt, da hohe Rückstellungen das Ergebnis des Vorjahres belastet hatten. An der Börse kamen die Zahlen gut an: Mit einem Plus von gut fünf Prozent waren die Voestalpine-Aktien mit Abstand größter Gewinner im Wiener Leitindex.

Den Umsatzrückgang, der alle Bereiche betroffen habe, begründete das Unternehmen unter anderem mit der schwächelnden Konjunktur und gesunkenen Preisen für Rohstoffe.

Voestalpine rechnet in den nächsten Monaten mit einer unverändert verhaltenen Nachfrage. Die Stahlindustrie mit Firmen wie ArcelorMittal, ThysssenKrupp und Salzgitter kämpft seit Jahren mit der Konjunkturflaute. Voestalpine hat die trüben Zeiten aber bisher besser gemeistert als die großen deutschen Stahlkocher. Die Österreicher profitierten davon, dass sie ihren Stahl zu hochspezialisierten Produkten wie Schienen für Hochgeschwindigkeitszüge, Pipelines oder Karosserieteile für Luxusautos weiterverarbeiten. Damit konnten sie höhere Renditen erzielen als die Konkurrenz und dem krisenanfälligen Massengeschäft ausweichen.

Im vergangenen Jahr hat sich das wirtschaftliche Umfeld jedoch verschärft. Voestalpine hält es daher für immer weniger wahrscheinlich, dass die erhoffte Konjunkturwende tatsächlich noch im weiteren Verlauf des Jahres eintritt. Mehr als eine vorübergehende Nachfragebelebung aufgrund lagerzyklischer Effekte in einzelnen Industriesegmenten sei wohl zunehmend unrealistisch, teilte der Konzern mit.

Von

rtr

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