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30.07.2014

08:09 Uhr

Trotz Ökostromreform

Deutsche rechnen weiter mit steigenden Strompreisen

VonDana Heide

ExklusivAm Freitag tritt das reformierte Ökostromgesetz in Kraft, mit dem die Bundesregierung den Anstieg der Strompreise dämpfen will. Doch Umfragen zeigen: Die Verbraucher haben kein Vertrauen darin, dass das auch klappt.

Teurer Strom: Die Mehrheit der Deutschen glaubt, dass die Energiepreise weiter steigen werden. dpa

Teurer Strom: Die Mehrheit der Deutschen glaubt, dass die Energiepreise weiter steigen werden.

DüsseldorfDie Deutschen glauben nicht daran, dass Ihnen die Reform des Ökostromgesetzes Vorteile bringen wird. Das ergab eine aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag des Energieanbieters Lichtblick. Nach zähem Hin und Her mit der EU-Kommission hatte sich die Bundesregierung Ende Juni auf eine umfangreiche Reform des Gesetzes zur Förderung der Erneuerbaren Energien geeinigt, am Freitag tritt das neue EEG nun in Kraft.

Ein Ziel der neuen Regeln, die unter anderem die Kürzung und Deckelung der Fördersätze für Solarkraft und Co. vorsieht, ist, dass die Strompreise für Verbraucher weniger steigen. Doch dass bei Ihrer Stromrechnung ab 1. August tatsächlich etwas zum Positiven verbessert, daran glauben nur die wenigsten Deutschen.

83 Prozent hingegen erwarten laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov in den nächsten zwei Jahren steigende Strompreise – trotz Reform des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG). 11 Prozent gehen hingegen zumindest von stabilen Kosten aus. Lediglich ein Prozent sei überzeugt, dass die Preise sinken. YouGov hatte im Auftrag des Energieanbieters Lichtblick 1050 Deutsche über 18 Jahren befragt.

Bereits Ende Juni hatte das ZDF-Politbarometer ein ähnliches Ergebnis ergeben. Demnach rechnen trotz der Ökostrom-Reform drei Viertel (75 Prozent) der Deutschen damit, dass die Preise trotz der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) stark oder sehr stark steigen werden. Nur ein knappes Viertel (23 Prozent) der Deutschen erwartet eine nicht so starke oder gar keine Erhöhung der Strompreise.

Auch die neue Mieterstromregelung sehen viele Verbraucher kritisch. 69 Prozent halten die ungleiche Behandlung von Mietern und Eigenheimbesitzern beim Eigenverbrauch laut der Umfrage für „ungerecht“. Bisher bekam derjenige, der grünen Strom dort verbraucht hat, wo er erzeugt wird, Vergünstigungen bei den Stromabgaben. Darunter war auch eine geringere EEG-Umlage. Ab dem 1. August fällt der Rabatt bei der Ökostromsubvention jedoch weg.

Lichtblick hatte die Vergünstigung zu einem Geschäftszweig gemacht und sogenannten Mieterstrom angeboten. Nun werden die Mieter gegenüber Eigenheimbesitzern benachteiligt, denn neue Photovoltaikanlagen mit weniger als zehn Kilowatt Leistung bleiben von der EEG-Umlage weiterhin komplett ausgenommen.

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Kommentare (7)

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30.07.2014, 08:35 Uhr

Der deutsche Bürger wird in Zukunft nur noch rund um die Uhr für sein Auskommen in seinen Heimatland arbeiten dürfen. Nur damit er den Abzockern der Erneuerbaren Energien per EEG-Zwangsabgaben-Subventionsgesetz den geldgierigen Profitmund stopfen kann.
Energiewende/EEG = perfide und asozial.
Energiewende/EEG und CO2-Verbot/Märchen von der menschengemachten CO2 Klimaerwärmung = Armut und Mangel für die deutsche Gesellschaft!

Herr J� Jacob

30.07.2014, 08:47 Uhr

Der Bürger wird so oder so, verschaukelt.

Herr Peter Silberg

30.07.2014, 08:58 Uhr

Die EEG-Reform sollte den privaten Stromverbrauchen von zu hohen EEG-Kosten entlasten. Hierfür war geplant, die deutsche Industrie stärker an den Kosten für den EE-Ausbau zu beteiligen. Zumindest hatte das Herr Gabriel 2013 angekündigt. Was ist daraus geworden? Die Industrie wird mit dem neunen EEG noch stärker entlastet und der Bürger darf noch eine Schippe drauflegen. Und nicht zu vergessen: die gesunkenen Einkaufspreise an der Strombörse werden noch immer nicht vollständig weitergegeben.

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