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09.08.2013

17:12 Uhr

Übernahme von Ölfeldern

Petro-China kauft sich im Irak ein

Der größte chinesische Ölkonzern könnte zum größten Einzelinvestor im Irak aufsteigen. Petro-China will Medienberichten zufolge mit Exxon Mobil ein riesiges Ölvorkommen ausbeuten. Die Chinesen verhandeln auch mit Lukoil.

Ölförderanlage im Irak: Der chinesische Konzern Petro-China investiert offenbar stark in das Land. ap

Ölförderanlage im Irak: Der chinesische Konzern Petro-China investiert offenbar stark in das Land.

Peking/MoskauChinas größter Energiekonzern Petro-China wird Kreisen zufolge gemeinsam mit Exxon Mobil das riesige Ölvorkommen West Kurna im Irak ausbeuten. "Petro-China wird mitmachen", erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag aus Branchenkreisen. Die Vereinbarung solle in den kommenden Wochen offiziell bekanntgegeben werden. Die beiden Unternehmen wollten sich zu den Reuters-Informationen nicht äußern. Exxon hält einen Anteil von 60 Prozent an West Kurna, einem 50 Milliarden Dollar großen Investitionsprojekt. Dort werden täglich etwa 480.000 Barrel gefördert.

Petro-China verhandelt Kreisen zufolge auch noch mit dem russischen Ölkonzern Lukoil über die Förderung im Ölfeld West Kurna2. "Die Lukoil-Chefs haben bereits gesagt, dass sie einen asiatischen Partner bevorzugen, einen chinesischen Partner, um einen garantierten Ölabsatz zu haben", sagte ein mit den Verhandlungen Vertrauter.

Für Petro-China ist der Irak kein Neuland. Der Konzern ist zusammen mit seinem Partner BP bereits am Rumaila-Ölfeld beteiligt, dem größten des Landes. Auch das Halfaya-Feld wird von den Chinesen betrieben. Durch die beiden neuen Geschäfte könnte Petro-China - das nach dem Sturz von Diktator Saddam Hussein als erste ausländische Firma eine Förderlizenz erhielt - zum größten ausländischen Investor im Irak aufsteigen.

China ist der weltweit zweitgrößte Ölkonsument nach den USA. Seit mehr als einem Jahrzehnt treibt der wachsende Verbrauch in der Volksrepublik die Ölpreise nach oben. Da die USA und Europa weniger Öl importieren, ringen die Ölproduzenten im Nahen Osten, Russland, Afrika und Lateinamerika um größere Marktanteile in China.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Kamich

10.08.2013, 00:44 Uhr

Chinesische Firmen haben sich im Iraq frühzeitig erhebliche Erdölmengen/Lizenzen gesichert. Warum will man da nicht alleine fördern ? Vermutlich will man von den anderen auch lernen, modernste Technik anwenden - und das spricht wohl eher für eine Allianz mit Exxon. Politisch gesehen wäre wohl die Verbindung mit Lukoil empfehlenswerter, sowohl Russland als auch China sind an einem raschen Ausbau interessiert. Aus der Sicht der USA dagegen werden beide, Russland und China als wirtschaftliche und politische Konkurrenten angesehen, die es gilt bestmöglich "einzudämmen" bzw. zu behindern. Kein milliardenschweres Grossunternehmen kann sich der polit. Einflussnahme wirkungsvoll entziehen. Womit muss man also rechnen ? Wenn man von finanziell geschwächten (hoch verschuldeten) USA ausgeht wird das Interesse an florierenden chinesischen Geschäften begrenzt sein, mit Exxon als Partner wäre zumindest ein begrenzter Einfluss möglich.
Strategisch geht es den USA aber nicht um den Besitz von Öl, sondern um die Kontrolle der Ölströme. Da das Öl in Tankern die Strasse von Hormus passieren muss haben die USA (neben dem Iran) über ihre zahlreichen Militärstützpunkte jederzeit alles im Griff - der Zusammenarbeit dürfte also nichts im Wege stehn.

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