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29.07.2015

17:23 Uhr

Übernahmeschlacht

Union lehnt KfW-Hilfe für K+S ab

Die Debatte um den Einstieg der staatlichen KfW bei K+S erreicht das politische Berlin. Die Förderbank könnte im Kampf gegen eine Übernahme durch Potash helfen. Die Union lehnt das Geschäft aber kategorisch ab.

Ein Bergmann geht im Rohsalz-Großbunker des Kaliwerks Werra unter der Erde bei Heringen an einem Radlader entlang: Der Düngemittelhersteller hat die Politik um Hilfe gebeten. dpa

Kali und Salz AG

Ein Bergmann geht im Rohsalz-Großbunker des Kaliwerks Werra unter der Erde bei Heringen an einem Radlader entlang: Der Düngemittelhersteller hat die Politik um Hilfe gebeten.

BerlinMichael Fuchs (CDU), stellvertretender Vorsitzender der Unionsfraktion, stellt sich gegen einen möglichen Einstieg der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beim Kasseler Düngemittelhersteller K+S. „Ich lehne eine Staatsbeteiligung bei K+S durch direkte Maßnahmen oder indirekt durch die KfW ab“, sagte Fuchs dem Handelsblatt (Donnerstagsausgabe).

Nach Informationen des Handelsblatts aus Regierungskreisen hatte K+S im Kampf gegen eine Übernahme durch den kanadischen Konzern Potash Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) um Hilfe gebeten. Wie aus Wirtschaftskreisen verlautet, ist dabei auch ein Einstieg der staatlichen KfW-Bank im Gespräch gewesen. Demnach soll die KfW K+S-Aktien kaufen, um eine Sperrminorität aufzubauen.

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Der Rohstoffkonzern K+S setzt im Übernahmekampf mit dem kanadischen Unternehmen Potash auf Hilfe von Wirtschaftsminister Gabriel. Im Gespräch ist ein Einstieg der staatlichen KfW-Bank. Doch der Bund ist skeptisch.

Fuchs hält nichts von dieser Idee. „Übernahmen sind natürliche Vorgänge in einer global aufgestellten Wirtschaft. Sie werden gerade auch von deutschen Unternehmen betrieben, die sich überall auf der Welt in andere Unternehmen einkaufen. Aufgabe des Staates und auch einer staatlichen Förderbank wie der KfW ist es nicht, Unternehmen zu halte“, sagte er.

Die KfW wird vom Bund zwar öfter mal für sogenannte Sonderaufgaben eingespannt, eine Beteiligung an Übernahmeschlachten hat es aber noch nie gegeben. Das Ministerium und die KfW wollten sich dazu nicht äußern. Auch ein K+S-Sprecher wollte das nicht kommentieren und sagte lediglich: „Wir haben gesagt, dass wir alle uns zur Verfügung stehenden Optionen prüfen.“ Der Vorstand hatte in seinem Abwehrkampf bereits Rückhalt von den Ministerpräsidenten aus Hessen und Thüringen erhalten, die für die Arbeitsplätze in der strukturschwachen Region kämpfen wollen.

Hubertus Heil, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD, mahnt im Handelsblatt (Donnerstagsausgabe) zur Vorsicht mit Staatseingriffen im Zuge der Übernahmeschlacht um den Kasseler Düngemittelhersteller K+S: „Wir betrachten die Entwicklungen um K+S sehr aufmerksam. Es geht um die Sicherung der Standorte und der Arbeitsplätze. Deshalb ist es gut, dass die Bundesregierung und die betroffenen Landesregierungen die Entwicklungen in Gesprächen begleiten“, sagte er. „Es handelt sich aber in erster Linie um unternehmerische Entscheidungen. Es ist deshalb nicht die Zeit, über bestimmte staatliche Interventionsinstrumente zu spekulieren“, sagte Heil.

K+S hat derzeit keinen Großaktionär, die Anteilsscheine sind zu 100 Prozent im Streubesitz. Vorstandschef Norbert Steiner hatte den Übernahmevorschlag der Kanadier, die 41 Euro je Aktie zahlen wollen, zurückgewiesen. Neben einem höheren Preis fordert K+S von Potash auch Zusagen zum Erhalt von Standorten und Arbeitsplätzen. Der Konzern hat sich dazu grundsätzlich bereit erklärt, die Versprechen der Nordamerikaner sind aus Sicht des K+S-Managements aber noch nicht verbindlich genug.

Potash wollte die aktuelle Offerte, die K+S mit knapp acht Milliarden Euro bewertet, bislang nicht aufstocken. Investoren blicken nun mit Spannung auf die am Donnerstag anstehenden Quartalszahlen der Kanadier und hoffen auf neue Aussagen zu den Übernahmeabsichten.

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