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10.08.2015

16:07 Uhr

Umbau beim Energiekonzern

Alle Macht für die RWE-Zentrale

Der Aufsichtsrat von RWE beschließt die Pläne von Vorstandschef Peter Terium, den Energiekonzern umzubauen. Terium erhält in Zukunft mehr Macht. Der Vorstand wird aufgestockt, Tochterunternehmen werden aufgelöst.

Der Vorstandschef baut den Energiekonzern RWE um. Reuters

Peter Terium

Der Vorstandschef baut den Energiekonzern RWE um.

Essen/DüsseldorfRWE-Chef Peter Terium will mit einem umfassenden Konzernumbau den von der Energiewende gebeutelten Versorger aus einer der größten Krisen in der Unternehmensgeschichte führen. Ein Dreivierteljahr nach der Ankündigung der Aufspaltung des Konkurrenten Eon beschloss der Aufsichtsrat am Montag die Auflösung und Verschmelzung diverser Tochtergesellschaften des Versorgers.

Zugleich soll der bisher vierköpfige Vorstand auf sieben erweitert werden. Das Geschäft mit Kohle- und Gaskraftwerken, der Vertrieb, die Netze und das Ökostromgeschäft erhielten einen eigenen Vertreter im Vorstand. Alle Standorte blieben erhalten. Die Umsetzung der Pläne sei bis Anfang 2017 geplant.

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„Die neue RWE AG wird schneller und wendiger sein – so, wie die tiefgreifenden Veränderungen des Energiemarktes es verlangen“, erklärte Terium. Seine Position war erst kürzlich mit einer Vertragsverlängerung bis 2021 gestärkt worden. RWE wolle Entscheidungen rascher umsetzen könnten. So sollen etwa sieben der bisher zehn Aufsichtsratsgremien wegfallen. RWE hat bislang über 100 Töchter und Tochter-Töchter.

Wie das Handelsblatt bereits berichtet hatte, arbeitet Vorstandschef Peter Terium seit Monaten an dem groß angelegten Umbau. Die Pläne präsentierte er an diesem Montag dem Aufsichtsrat auf einer Sondersitzung. Ziel ist die „Verschlankung der Legalstrukturen in Deutschland“ und dabei die „Zusammenlegung und Abschaffung von Konzerngesellschaften“, schrieb Terium zuvor an seine Topmanager.

Die größten Energieversorger der Welt

Platz 10

Den zehnten Platz belegt ein Energieversorger aus Südkorea: Korea Electric Power kam im April 2016 auf einen Marktwert von 33,1 Milliarden US-Dollar.

Quellen: Bloomberg; Factset; Forbes

Platz 9

Den neunten Platz belegt GDF Suez. Das französische Unternehmen hatte im April 2016 einen Marktwert von 39 Milliarden US-Dollar. Ein Jahr zuvor waren es noch 49,5 Milliarden Dollar gewesen.

Platz 8

hiAuf dem achten Platz befindet sich chinesische Energieversorger China Yangtze Power. Im April 2016 war der Konzern 41,8 Milliarden US-Dollar wert.

Platz 7

Dominion Resources auf dem siebten Platz der weltgrößten Energieversorger stammt aus den USA und hat einen Markt von 43,2 Milliarden US-Dollar.

Platz 6

Den sechsten Platz belegt ein Versorger aus Spanien: Iberdrola hat einen Marktwert von 44,1 Milliarden US-Dollar.

Platz 5

Der fünftgrößte Energieversorger stammt aus Spanien. Enel kam im April 2016 auf einen Marktwert von 44,6 Milliarden US-Dollar.

Platz 4

Auf dem vierten Platz befindet sich ein Unternehmen aus den USA: Southern Co. Der Versorger hatte im April 2016 einen Marktwert von 45,3 Milliarden US-Dollar.

Platz 3

Der drittgrößte Energieversorger der Welt kommt aus dem Vereinigten Königreich. National Grid hatte im April 2016 einen Marktwert von 51,4 Milliarden US-Dollar.

Platz 2

Auf dem zweiten Platz befindet sich ein amerikanisches Unternehmen: Nextra Energy. Der Wert des Energieversorgers beträgt 52,8 Milliarden US-Dollar.

Platz 1

Das US-amerikanische Unternehmen Duke Energy ist nach Marktwert wie schon 2015 der weltweit größte Energieversorger. Im April 2016 betrug sein Wert 53,1 Milliarden US-Dollar. 2,3 Milliarden Dollar weniger als im Vorjahr.

Während er den Wildwuchs an Gesellschaften radikal beschneidet und die Steuerung in die Zentrale holt, bleibt die Stromproduktion weitgehend selbstständig. In den Bereichen Vertrieb, Netze und erneuerbare Energien – also den Geschäften, aus denen neues Wachstum kommen soll – soll die Umstrukturierung dagegen die nötigen Kräfte freisetzen. Terium betonte am Montag, dass er RWE „aus heutiger Sicht entlang der gesamten Wertschöpfungskette“ erhalten wolle.

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