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07.08.2013

16:22 Uhr

Umfrage

Der Stromkunde: Unzufrieden, aber bequem

VonDana Heide, Katharina Schneider

ExklusivIm vergangenen Jahr waren so viele Stromkunden wie selten bereit, ihren Versorger zu wechseln. Zugleich war die Zahl der Anbieter nie so hoch. Doch diese Zeiten scheinen vorerst vorbei, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Getty Images

DüsseldorfEs ist wenig schmeichelhaft, wie sich der deutsche Stromkunde in einer repräsentativen Umfrage der Unternehmensberatung Accenture darstellt: Er ist unzufrieden mit seinem Energieversorger, er vertraut ihm immer weniger – aber ändern will er doch nichts. Befragt wurden 500 deutsche Verbraucher, 36 Prozent der Teilnehmer vertrauen ihrem Energieversorgern nicht. Nur 13 Prozent glauben ihm, der Rest ist indifferent. Das Vertrauen der Stromkunden in ihren Versorger ist demnach stark gesunken – im Jahr zuvor glaubten noch 19 Prozent der Deutschen an ihren Stromanbieter.

Nur noch die Hälfte aller Verbraucher (51 Prozent) in Deutschland ist mit ihrem jetzigen Energieversorger zufrieden. Damit ist die Zufriedenheit im Vergleich zum Vorjahr um 21 Prozent gesunken. Dennoch wollte nur jeder Fünfte aller Befragten „sicher“ oder „wahrscheinlich“ den Anbieter wechseln – bei der Umfrage im vergangenen Jahr waren noch 35 Prozent der Teilnehmer im Begriff zu wechseln. Doch damit verschenken sie oft bares Geld, wie Vergleichsrechnungen immer wieder ergeben.

So funktioniert der Stromanbieterwechsel

Vertrag prüfen

Zuerst sollten Verbraucher in ihrem laufenden Vertrag prüfen, zu welchem Zeitpunkt sie diesen kündigen können.

Stromverbrauch ermitteln

In der letzten Jahresabrechnung können Kunden ihren jährlichen Stromverbrauch ablesen.

Preise vergleichen

In Vergleichsrechnern wie Verivox und Check24 können Nutzer ihren jährlichen Stromverbrauch und ihre Postleitzahl eingeben. Der Rechner ermittelt dann die günstigsten Preise. Verbraucherschützer empfehlen zudem, mehrere Rechner für die Tarifsuche zu nutzen.

Vertragsunterlagen anfordern

Direkt über den Tarifrechner oder über die Website des Versorgers können Kunden die Vertragsunterlagen anfordern.

Unterlagen prüfen

Die Vertragsunterlagen sollten Verbraucher sorgfältig prüfen und anschließend an den neuen Versorger zurücksenden. Oder sie schließen den Vertrag per E-Mail oder im Internet ab.

Vollmacht zur Kündigung

Mit den Vertragsunterlagen kann der Kunde seinem neuen Versorger auch eine Vollmacht zur Kündigung des Liefervertrags mit dem bisherigen Versorger geben.

Neuer Versorger wird tätig

Der neue Versorger regelt mit dem bisherigen den notwendigen Datenaustausch und organisiert gegebenenfalls auch mit dem Netzbetreiber die Zählerablesung, und meldet den Verbraucher dort als seinen Kunden an.

Schriftliche Bestätigung

Vom neuen Anbieter bekommt der Kunde schriftlich oder per E-Mail eine Bestätigung über Vertragsabschluss und Lieferbeginn. Verbraucherschützer raten jedoch, den Zählerstand am Wechseltag selbst zu notieren und an ihren örtlichen Netzbetreiber zu schicken.

Post vom alten Versorger

Der bisherige Versorger schickt dem Verbraucher eine Schlussrechnung über den bis zum Wechselzeitpunkt angefallenen Verbrauch. In der Regel kommt diese Rechnung innerhalb von vier bis sechs Wochen.

Denn die Verbraucher hatten selten so viel Auswahl wie derzeit. Allein zwischen 2009 und 2011 hat sich die Zahl der Stromanbieter von 25 auf 50 verdoppelt, heißt es in einer Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney. Wenn man die Untermarken der Versorger einrechnet, gibt es deutschlandweit rund 800 Anbieter, schätzt Steffen Roos von der Unternehmensberatung Detecon.

Ralph Trapp, Geschäftsführer des Bereichs Energiewirtschaft bei Accenture, hat sich mit den Gründen für die gesunkene Wechselbereitschaft beschäftigt. „Nach wie vor ist der Preis für viele Verbraucher der wichtigste Grund, den Anbieter zu wechseln“, sagte er zu Handelsblatt Online, „die Insolvenzen mehrerer Billigstromanbieter haben allerdings dazu geführt, dass die Kunden vorsichtiger geworden sind.“

In den vergangenen Monaten sorgten einige Stromanbieter für negative Schlagzeilen, zuletzt das inzwischen insolvente Unternehmen Flexstrom sowie der Ökostrom-Discounter Care Energy.

Kommentare (12)

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kurzda

07.08.2013, 17:28 Uhr

Billiganbieter arbeiten nach dem Schneeballsytem. Wenn man Pech hat, bekommt man weder Strom noch Geld zurück. Aber Vertragsbindungen 12/24 Monate.

Strompreisrebell

07.08.2013, 17:30 Uhr

Na, wer wollte dieses Ergebnis denn sehen? In der Zeit von November 2012 bis Februar 2013 haben über 2 Millionen Kunden Ihren Stromanbieter gewechselt. Mit der nächsten Erhöhung der EEG-Umlage zum 01.01. werden wohl noch mehr Menschen aufwachen und sich einen günstigeren Stromlieferanten suchen.
www.strompreisrebell.de

Account gelöscht!

07.08.2013, 17:36 Uhr

Hallo
Stromsparen mit Smart Metern ist Unfug. Das hat jetzt auch das BMWI schriftlich bekommen:
http://www.bmwi.de/DE/Presse/pressemitteilungen,did=586954.html
"Die Studie zeigt, dass insbesondere bei Letztverbrauchern mit geringem Jahresverbrauch die Kosten für ein intelligentes Messsystem deutlich die durchschnittlich zu erzielenden jährlichen Energieeinsparmöglichkeiten übersteigen. Ein verpflichtender Einbau wäre somit unverhältnismäßig und wirtschaftlich unzumutbar."

Sie (HB) hätten mal besser die Studie gelesen bevor Sie hier Ihre Unkenntnis offenbaren!

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