Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.11.2015

18:32 Uhr

Umfrage von Vergleichsportalen

Strom wird für Millionen Haushalte teurer

Rund 4,3 Millionen Deutsche müssen sich auf steigende Strompreise im kommenden Jahr einstellen. Das ergab eine Umfrage der Vergleichsportale Verivox und Check24. Verbraucherschützer erinnern an Sonderkündigungsrechte.

Erhöht ein Stromanbieter die Preise, haben Kunden die Möglichkeit, den Vertrag zu kündigen – auch, wenn die Erhöhungen auf Steuer- und Abgabensteigerungen zurückzuführen sind. dpa

Sonderkündigungsrecht

Erhöht ein Stromanbieter die Preise, haben Kunden die Möglichkeit, den Vertrag zu kündigen – auch, wenn die Erhöhungen auf Steuer- und Abgabensteigerungen zurückzuführen sind.

München/Heidelberg/DüsseldorfMillionen Haushalte in Deutschland müssen sich nach Angaben von Vergleichsportalen auf höhere Strompreise zum Jahreswechsel einstellen. 39 Grundversorger kündigten bereits Preiserhöhungen ab Januar an, teilte Check24 am Donnerstag mit. Konkurrent Verivox sprach von 79 Erhöhungen bei Grundversorgern und anderen Anbietern. Verbraucherschützer erinnerten daran, dass Kunden bei Preiserhöhungen ein Sonderkündigungsrecht haben.

So habe das Düsseldorfer Landgericht in einem noch nicht veröffentlichten Urteil von Mitte Oktober entschieden, dass auch bei Preisaufschlägen wegen höherer Steuern oder Abgaben das Sonderkündigungsrecht nicht ausgeschlossen werden dürfe, teilte etwa die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen am Donnerstag mit. Die Richter hätten eine gegenteilige Klausel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Energiedienstleisters Stromio für unzulässig erklärt, gegen die die Verbraucherschützer geklagt hatten. Sollte das Urteil (Az. 14d O 4/15) rechtskräftig werden, könnten Kunden rückwirkend für drei Jahre Geld aus Preiserhöhungen zurückverlangen, hieß es weiter.

Die größten Energieversorger der Welt

Platz 10

Den zehnten Platz belegt ein Energieversorger aus Südkorea: Korea Electric Power kam im April 2016 auf einen Marktwert von 33,1 Milliarden US-Dollar.

Quellen: Bloomberg; Factset; Forbes

Platz 9

Den neunten Platz belegt GDF Suez. Das französische Unternehmen hatte im April 2016 einen Marktwert von 39 Milliarden US-Dollar. Ein Jahr zuvor waren es noch 49,5 Milliarden Dollar gewesen.

Platz 8

hiAuf dem achten Platz befindet sich chinesische Energieversorger China Yangtze Power. Im April 2016 war der Konzern 41,8 Milliarden US-Dollar wert.

Platz 7

Dominion Resources auf dem siebten Platz der weltgrößten Energieversorger stammt aus den USA und hat einen Markt von 43,2 Milliarden US-Dollar.

Platz 6

Den sechsten Platz belegt ein Versorger aus Spanien: Iberdrola hat einen Marktwert von 44,1 Milliarden US-Dollar.

Platz 5

Der fünftgrößte Energieversorger stammt aus Spanien. Enel kam im April 2016 auf einen Marktwert von 44,6 Milliarden US-Dollar.

Platz 4

Auf dem vierten Platz befindet sich ein Unternehmen aus den USA: Southern Co. Der Versorger hatte im April 2016 einen Marktwert von 45,3 Milliarden US-Dollar.

Platz 3

Der drittgrößte Energieversorger der Welt kommt aus dem Vereinigten Königreich. National Grid hatte im April 2016 einen Marktwert von 51,4 Milliarden US-Dollar.

Platz 2

Auf dem zweiten Platz befindet sich ein amerikanisches Unternehmen: Nextra Energy. Der Wert des Energieversorgers beträgt 52,8 Milliarden US-Dollar.

Platz 1

Das US-amerikanische Unternehmen Duke Energy ist nach Marktwert wie schon 2015 der weltweit größte Energieversorger. Im April 2016 betrug sein Wert 53,1 Milliarden US-Dollar. 2,3 Milliarden Dollar weniger als im Vorjahr.

Laut Check24 erhöhen die Versorger die Preise in Gebieten, in denen insgesamt rund 4,3 Millionen Menschen leben. Laut Verivox sind es rund vier Millionen Menschen. Check24 bezifferte die durchschnittliche Erhöhung bei einem Verbrauch von 5000 Kilowattstunden pro Jahr auf 2,9 Prozent oder rund 43 Euro. In der Spitze steige der Strompreis gar um 8,2 Prozent, also rund 114 Euro. Hinter den Preiserhöhungen steht demnach vermutlich der Anstieg der Ökostrom-Umlage und von Netzentgelten zum Jahreswechsel.

Laut Check24 wollen acht Versorger ihre Strompreise senken; bei einigen seien die günstigeren Tarife bereits in Kraft. Neun weitere Anbieter kündigten bereits Preisänderungen an, machten zu Höhe und Richtung aber noch keine Angaben. Nach Informationen von Verivox gibt es zum 1. Januar bislang 28 Preissenkungen.

Die Verbraucherzentrale Thüringen weist darauf hin, dass Stromlieferanten ihre Kunden über geplante Preiserhöhungen sechs Wochen im Voraus informieren müssen. Versorger, die zum 1. Januar 2016 die Preise anheben wollen, müssen demnach bis zu diesem Freitag ihre Kunden darüber in Kenntnis setzen. Den betroffenen Haushalten stehe bei einer Preiserhöhung ein Sonderkündigungsrecht zu, erklärte die Verbraucherzentrale.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×