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14.05.2014

11:38 Uhr

Umsatz sinkt, Gewinn steigt

Metallpreise schmälern Aurubis-Umsatz

Der Kupferproduzent spürt die niedrigeren Metallpreise beim Umsatz deutlich. Doch weil die Wartungen im Stammwerk in Hamburg endlich abgeschlossen sind, konnte der Gewinn trotzdem zulegen.

Ein Anodenofen im Hamburger Aurubis-Werk: Das Unternehmen konnte trotz Umsatzeinbüßen seinen Gewinn steigern. dpa

Ein Anodenofen im Hamburger Aurubis-Werk: Das Unternehmen konnte trotz Umsatzeinbüßen seinen Gewinn steigern.

MünchenNach einem verpatzten Start ins Geschäftsjahr schreibt Europas größter Kupferproduzent Aurubis wieder schwarze Zahlen. Von Januar bis Ende März legte das operative Ergebnis vor Steuern trotz eines Umsatzrückgangs auf 31 Millionen Euro zu, wie der Konzern am Mittwoch in Hamburg berichtete. Ein Jahr zuvor hatte sich Aurubis nur knapp über die Gewinnschwelle gehievt, in den ersten drei Monaten des im Oktober begonnenen Geschäftsjahres 2013/14 stand ein Verlust zu Buche. In einigen Bereichen seien die erwarteten Verbesserungen eingetreten, sagte Vorstandschef Peter Willbrandt. Zudem produziere die Hütte in Hamburg wieder mit hohem Tempo. Nach wochenlangem Wartungsstillstand hatte es im Stammwerk Probleme beim Wiederanfahren gegeben.

Der Umsatz des Konzerns sackte im zweiten Geschäftsquartal um zwölf Prozent auf 2,93 Milliarden Euro ab. Als Grund nannte Aurubis niedrigere Metallpreise: Im ersten Halbjahr seien die Durchschnittspreise für Kupfer um rund zehn Prozent gesunken, für Gold um 23 Prozent und für Silber um 34 Prozent. In den ersten sechs Monaten belief sich das Umsatzminus bei Aurubis auf 15 Prozent.

In Rohstoffe investieren: Grundlagen

Natürliche Ressourcen

Rohstoffe sind natürliche Ressourcen. Sie kommen in der Natur vor und wachsen teilweise nach. Beispiele sind Öl, Kohle, Stahl, Gold, Getreide oder Fleisch. Darüber hinaus gibt es neuerdings auch Rohstoffe, die künstlich hergestellt werden. Ein Beispiel ist Plastik.

Marktdaten verfolgen

Reales Angebot und Nachfrage sind die Basis der Rohstoffpreise. Infos zu Lagerbeständen und Bedarf von Industriemetallen kann man direkt beim Londoner Metal Exchange (www.lme.com) verfolgen. Hilfreich für Agrarrohstoffe ist der Wasde-Bericht (World Agricultural Supply and Demand Estimates; www.usda.gov).

Wetterbericht im Auge behalten

Sinkt die Temperatur in Florida – einem der wichtigsten Orangenanbauer der Welt – unter zwei Grad minus, steigt der Preis für Orangensaft. Frost, Dürre, Überschwemmungen – was die Ernte beeinträchtigt, lässt Agrarrohstoffe haussieren. Rohstoffbörsen wie die CME (www.cme.com) bieten detaillierte Wetterprognosen sowie eine Übersicht zu Rohstoffpreisen.

Psychologie zählt

Ölpreis und Metalle ziehen mit der Konjunktur. Bei Problemen in großen Förderländern steigen die Preise in der Regel auch bei flauer Wirtschaft. Bei Gold sind Angstkäufe der wichtigste Preistreiber.

Exoten meiden

Rohstoffmärkte gelten als enge Märkte. Das heißt: Bei Erzeugnissen mit geringem Umsatzvolumen drohen heftige Kursausschläge. Emittenten wälzen das über Kauf-Verkaufs-Spannen auf Anleger ab. Wer sicher anlegen möchte, sollte deshalb lieber auf führende Rohstoffe setzen: Kupfer statt Zink, Baumwolle statt Bauholz.

Kurve beachten

Sind langlaufende Kontrakte teurer als kurze, steigt die Terminkurve (Contango), Zertifikate verlieren an Wert. Sinkt die Terminkurve (Backwardation), gibt es einen Extragewinn.

Banken checken

Rohstoffzertifikate sind Schuldverschreibungen. Geht die ausgebende Bank pleite, ist das Geld futsch. Vor dem Kauf Emittenten checken, etwa deren Kreditausfallprämien. In Deutschland geht das etwa über den Derivateverband (www.derivateverband.de).

Einsatz begrenzen

Einzelne Rohstoffe können sehr volatil sein. Rohstoffe sollten nicht mehr als zehn Prozent eines Depots ausmachen. Neben einzelnen Futures lässt sich auch in passive Portfolios investieren, etwa den S&P GSCI (die Abkürzung steht für Standard & Poors Goldman Sachs Commodity Index) oder den RICI (Rogers International Commodity Index).

Für das Gesamtjahr bekräftigte Willbrandt die Prognose, dass das Ergebnis steigen soll. 2012/13 war der operative Gewinn vor Steuern (EBT) auf 114 Millionen Euro eingebrochen. Im ersten Halbjahr 2013/14 verbuchte Aurubis 28 Millionen Euro, dank der schwarzen Zahlen im zweiten Quartal. An der Börse kamen die Erholungszeichen gut an: Die Aktie des MDax-Konzerns lag am Vormittag fast zwei Prozent im Plus.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

14.05.2014, 11:55 Uhr

Das gute Ergebnis ist wohl auch auf das oft geschmähte EEG zurückzuführen. Der Zubau von EE-Anlagen hat den Stromeinkaufspreis für Aurubis in den letzten Jahren stark gesenkt.

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