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09.11.2015

11:06 Uhr

Umsatzeinbruch bei PNE Wind

Flaute auf dem Konto

PNE Wind will seine Windparks künftig im Bündel verkaufen. Der Projektentwickler verspricht sich davon mehr Gewinn. Doch die jüngsten Quartalszahlen zeigen: Die Strategie ist hochriskant.

PNE Wind will seine Windparks künftig als Bündel verkaufen. dpa

Windkraftanlagen

PNE Wind will seine Windparks künftig als Bündel verkaufen.

Ökologisch richtig, ökonomisch wertvoll und schlichtweg „einmalig“ – so wirbt die PNE Wind AG um die Gunst von Anlegern für ihr neues Geschäftsmodell. Statt Windparks wie bisher einzeln zu verkaufen, will der börsennotierte Projektierer aus Cuxhaven die Windräder künftig bündeln und gemeinsam an die Börse bringen. Investoren hätten so die Möglichkeit, sich „mit geringem Risiko und stabiler Rendite“, an nachhaltigen Projekten zu beteiligen, schreibt PNE auf der Firmenhomepage.

Doch die Strategie ist hochriskant. Schließlich ist es schwieriger, Kunden vom Kauf eines ganzen Bündels von Projekten zu überzeugen, als ihnen nur einen einzelnen Windpark zu verkaufen. Und: So lange PNE seine Windparks nur in der Projektgesellschaft zusammenpackt, statt sie zu veräußern, kommt kein Geld in die Kasse. Das zeigen die am Montag veröffentlichten Quartalszahlen deutlich.

PNE Wind AG: Selbstbedienungsmentalität am Pranger

PNE Wind AG

Selbstbedienungsmentalität am Pranger

Machtkampf beendet: Der börsennotierte Windparkbauer wählte neue Aufsichtsräte. Den zeitgleich ausscheidenden Managern droht nachträglich Ungemach. Ein Sonderprüfer untersucht nun deren üppige Gagen und Luxusreisen.

In den ersten neun Monaten 2015 sank der Umsatz um 56 Prozent auf nur noch gut 80 Millionen Euro. Zwar weist das Unternehmen unterm Strich einen Gewinn von knapp zehn Millionen Euro aus. Im Tagesgeschäft hat PNE aber fast 80 Millionen Euro mehr ausgegeben als eingenommen. Im dritten Quartal erzielte der Windparkbauer kaum noch Einnahmen – der Umsatz brach um 87 Prozent auf nur noch 8,5 Millionen Euro ein. Unterm Strich stehen neun Millionen Euro Verlust.

Der Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum 2014, schreibt das Unternehmen in einer Pressemitteilung, sei „im Wesentlichen auf die konzerninterne Entwicklung von Projekten“ für die Projektgesellschaft zurückzuführen. Interims-Vorstandschef Markus Lesser gibt sich dennoch optimistisch: Der Aufbau der Projektgesellschaft sei zunächst mit Vorleistungen verbunden, jedoch werden sich diese für unser Unternehmen und unsere Aktionäre auszahlen.

Offshore: Projekte in Megadimensionen

Gewicht

Das Gesamtgewicht einer Anlage kann laut der Stiftung Offshore Windenergie schnell 1000 Tonnen übersteigen. Dabei stehen die Anlagen auf bis zu 900 Tonnen schweren Fundamenten. Allein die Gondel (Maschinenhaus) könne zwischen 300 und 400 Tonnen wiegen.

Gigantische Maße

Allein die im Testfeld Alpha Ventus installierten 5-Megawatt-Anlagen haben einen Rotordurchmesser von bis zu 125 Metern und eine Gesamthöhe von mehr als 170 Metern über dem Meeresgrund. Neuere Anlagen der Leistungsklasse von 6 Megawatt erreichen laut Stiftung Offshore Windenergie Rotordurchmesser um die 150 Meter.

Kosten

Der Bau eines Windparks auf hoher See ist um einiges komplexer als der einer Anlage auf dem Land. Doch binnen sechs Jahren konnte die Branche ihre Kosten halbieren. Beim neuen Offshore-Windpark „Borssele“ in den Niederlanden liegen die Gesamtkosten pro Megawattstunde bei 87 Euro.

Für PNE-Aktionäre bleibt zu hoffen, dass er Recht hat. Und dass am Ende nicht der kritische Großaktionär Volker Friedrichsen richtig liegt. Der hatte schon vor Monaten gewarnt: Die bisherige Strategie führe zu dem Eindruck, dass PNE nur jene Projekte in die Projektgesellschaft einbringen wolle, „die am Markt nicht verkäuflich sind“.

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