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07.02.2013

13:21 Uhr

Umsatzplus

Heidelberg-Cement verdient kräftig

Der Baustoffkonzern legt einen Gewinn- und Umsatzsprung von fast zehn Prozent hin. Insbesondere die anziehende Baukonjunktur in Nordamerika lässt die Kassen von Heidelberg Cement klingen.

Stammwerk von HeidelbergCement. Der Baustoffkonzern konnte seinen Gewinn und Umsatz deutlich steigern. dpa

Stammwerk von HeidelbergCement. Der Baustoffkonzern konnte seinen Gewinn und Umsatz deutlich steigern.

FrankfurtHeidelberg-Cement hat dank der Erholung der Baukonjunktur in Nordamerika und hoher Nachfrage aus den Schwellenländern die Absatzkrise in Europa gut weggesteckt. Der Baustoffkonzern steigerte im vergangenen Jahr sein operatives Ergebnis um fast zehn Prozent auf 1,61 Milliarden Euro. Dazu trugen auch Preiserhöhungen und Sparanstrengungen bei. "Die Margen im Kerngeschäft Zement und Zuschlagstoffe haben sich weiter verbessert" erklärte Konzernchef Bernd Scheifele am Donnerstag. Auch für 2013 gab er sich verhalten optimistisch.

An der Börse sorgte das für Auftrieb: Die Aktie kletterte um fünf Prozent auf den höchsten Stand seit Mai 2011 und führte die Gewinnerliste im Leitindex Dax an. "Der Ausblick ist ziemlich positiv, obgleich recht unpräzise", kommentierte die DZ Bank. "Wir sind optimistisch, dass das Unternehmen seine Gewinnmargen leicht verbessern kann", kommentierte BHF-Bank-Analyst Jens Jung.

Die größten Rohstoffkonzerne der Welt

Platz 5

Anglo American

Das südafrikanisch-britische Unternehmen verdient sein Geld vor allem mit Industrie- und Edelmetallen, Diamanten - und Kohle. Der Konzern machte 2014 insgesamt 20,4 Milliarden Dollar Umsatz. Zu dem Portfolio gehört etwa auch der Diamantenschürfer De Beers. Anglo American ist der größte Platinförderer der Welt.

Quelle: Bloomberg,

Platz 4

Xstrata

Der Minenkonzern Xstrata ist der größte Zinkproduzent der Welt und hat sich mit dem berühmt-berüchtigten Rohstoffhändler Glencore zusammengeschlossen. Xstrata hatte an der Börse einen Wert von 55,1 Milliarden Dollar. Beide Unternehmen aus der Schweiz waren bereits eng verflochten. Glencore hielt rund 34 Prozent an Xstrata.

Platz 3

Vale

Der brasilianische Rohstoffkonzern Vale kommt auf einen Börsenwert von 107,9 Milliarden US-Dollar. Das einstige Staatsunternehmen verzeichnete ein rasantes Wachstum und stieg zum weltweit größten Förderer von Eisenerz auf. Zudem betreibt Vale die weltgrößte Eisenerzmine in Brasilien. In der Ferr Carajas-Mine werden 110 Millionen Tonnen Erz pro Jahr gefördert. Der Grundstoff für die Stahlerzeugung wird über rund 900 Kilometer per Eisenbahn in den nächsten Hafen gefahren.

Platz 2

Rio Tinto

Der britisch-australische Gigant rangiert auf Platz zwei der Eisenerzförderer. Das Traditions-Unternehmen mit zwei Hauptsitzen, in London und Melbourne, kommt auf eine Börsenwert von 111,6 Milliarden Dollar. Zudem betreibt Rio Tinto wichtige Kupferminen, wie etwa in West Australien. Die Anglo-Australier übernahmen sich 2007 fast am Kauf des kanadischen Aluminiumkonzerns Alcan und wurden selbst Ziel eines Übernahmeversuchs durch den Konkurrenten BHP Billiton.

Platz 1

BHP Billiton

Ein echtes Schwergewicht an der Börse mit einer Marktkapitalisierung von 199,7 Milliarden Dollar ist der britisch-australische Gigant BHP Billiton. Das Unternehmen betreibt Eisenerz- und Kupferminen, erweitert aber auch sein Geschäft etwa auf Schiefergasressourcen in den USA.

Rückenwind bekam der mit Cemex, Lafarge und Holcim konkurrierende Konzern auch von einem vorteilhaften Euro-Wechselkurs. HeidelbergCement setzte im vergangenen Jahr 14 Milliarden Euro um - ein Plus von 8,7 Prozent. Dabei warfen die Geschäfte eine operative Rendite von 11,5 Prozent ab nach 11,4 Prozent im Jahr zuvor. Im Schlussquartal lag die Marge sogar bei 13 (Q4 2011: 12,5) Prozent.

Die gute Baukonjunktur in Nordamerika, vor allem die Nachfrage nach Baustoffen im Wohnungsbau, schob die Geschäfte im vergangenen Jahr an. Der Absatz von Zement legte dort zweistellig zu. In Asien profitierte Heidelberg-Cement vom anhaltenden Bauboom in vielen Schwellenländern. Besonders rund lief es für den Dax-Konzern in Indonesien, wo die Tochter Indocement ein Rekordergebnis erzielte. Auch in Ghana und Tansania entwickelten sich die Geschäfte positiv.

Der Konzern hatte in den vergangenen Jahren kräftig in neue Zementwerke in den Schwellenländern investiert. Das zahlt sich nun aus. Inzwischen liegen mehr als 60 der weltweiten Zementkapazitäten des Unternehmens in diesen Ländern. In Europa waren hingegen Absatz und Ergebnis 2012 rückläufig - sinkende Infrastruktur-Investitionen und ein schwacher privater Wohnungsbau in manchen Ländern setzten Heidelberg-Cement zu.

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Konzern-Chef Scheifele rechnet damit, dass die Geschäfte in Europa auch 2013 mit Ausnahme von Deutschland und Skandinavien eher flau bleiben. Er baut erneut auf ein anhaltendes Wirtschaftswachstum in den Schwellenländern und eine robuste Baukonjunktur in Nordamerika.

Dämpfend auf den Absatz wirke sich allerdings der Zwang zum Schuldenabbau in den Industriestaaten aus. Scheifele will weiter die Preise anheben und die Marge bei Zement und Zuschlagstoffen verbessern. Zudem will der Konzern, der in seinen Werken und Steinbrüchen viel Energie verbraucht, weiter sparen. Damit sollen Margenverluste in Folge der zuletzt stark gestiegenen Energiekosten aufgefangen werden.

Das Sparziel in seinem Dreijahresprogramm bis Ende 2013 hob Scheifele nun auf gut eine Milliarde Euro von ursprünglich 600 Millionen Euro an. Im vergangenen Jahr brachte der Sparkurs 384 Millionen Euro ein. Der Schuldenabbau solle vorangetrieben werden. Das habe weiter höchste Priorität, erklärte Scheifele. Ende September 2012 lagen die Nettofinanzschulden noch bei rund 7,8 Milliarden Euro. Seinen vollständigen Bericht zum Jahr 2012 will der Konzern am 14. März vorlegen.

Von

rtr

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