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04.10.2013

19:18 Uhr

Umstrittene Gasförderung

Imagepolitur für Fracking

VonAnnika Williamson

Ist die Gasförderung durch Fracking die Antwort auf die Energiesorgen des Westens oder ein riesiges Umweltrisiko? Mit teuren Kampagnen poliert die Branche ihr Image auf doch Negativschlagzeilen kann sie kaum abschütteln.

Gefährdet Erdgasförderung mit Fracking das Trinkwasser? ap

Gefährdet Erdgasförderung mit Fracking das Trinkwasser?

CharlotteEin Pferd galoppiert über saftige Wiesen, ein Kind schaukelt im Garten und im Hintergrund glitzert ein glasklarer See. In dieser Idylle wird gefrackt – das heißt, Chemikalien werden tief in die Erde gepresst, um das Gestein aufzubrechen und so den Weg zu Erdgas freizumachen. „Jasons Großeltern haben diese Ranch gebaut. Also tun wir unser Bestes, um das zu schützen, was uns gehört“, sagt Jasons Frau Anne, eine robuste Farmerin in Jeansbluse, in die Kamera. „Wir haben die Fakten über Öl- und Gasbohrungen gelernt. Und wisst ihr was? Es ist ungefährlich.“

Diesen Werbespot verbreitet die Organisation „Energy from Shale“, ein Interessenverband der Gasbranche, derzeit im Netz und über das Internetradio Pandora – also über Kanäle, die Zuschauer und Zuhörer per IP-Adresse orten und gezielt ansprechen können. Denn in Bundesstaaten wie Colorado und Pennsylvania, wo die Gasförderung ausgeweitet werden soll, wollen Konzerne den Menschen klarmachen: Es gibt keinen Grund, sich vor Fracking zu fürchten.

Die Staaten mit dem größten Öldurst

Rang 10

Taiwan

Der Inselstaat importiert rund 1,0 Millionen Fass Öl am Tag. Ein Fass (Barrel) Öl entspricht rund 159 Litern. Taiwan rangiert auf dem zehnten Platz der Ölverbraucher.

Quelle: Internationale Energieagentur (EIA), Stand: August 2012

Rang 9

Italien

Die Bewohner des Stiefelstaats importieren rund 1,3 Millionen Fass Öl am Tag.

Rang 8

Spanien

Die gleiche Menge Rohöl führt Spanien ein. Dort sind es 1,3 Millionen Barrel am Tag.

Rang 7

Frankreich

Etwas mehr importieren die Nachbarn nördlich der Pyrenäen: Dort sind es 1,7 Millionen Fass Öl täglich.

Rang 6

Südkorea

Noch etwas mehr Öl schnappt sich Südkorea. Das Land importiert 2,3 Millionen Fass Öl.

Rang 5

Deutschland

Der Öldurst Deutschlands ist ähnlich groß wie von Südkorea: 2,3 Millionen Fass Öl importieren die Deutschen täglich.

Rang 4

Indien

Die gleiche Menge des Energieträgers wie Deutschland führt Indien ein. Das aufstrebende Land kommt auf 2,3 Millionen Fass Öl.

Rang 3

Japan

Deutlich mehr Volumen des Energieträgers führen die Japaner ein. Dort sind es 4,3 Millionen Fass täglich. Der Inselstaat ist damit der drittgrößte Ölimporteur der Welt.

Rang 2

China

Noch mehr des Rohstoffs holt die Volksrepublik ins Land. 5,5 Millionen Fass importieren die Chinesen täglich.

Rang 1

USA

Mit Abstand das meiste Erdöl importieren die USA: Mit 8,7 Millionen Fass täglich liegen die Amerikaner an der Spitze.

Das Video wurde vom American Petroleum Institute finanziert, dem größten Branchenverband für Öl- und Gaskonzerne in den USA. Es ist lange nicht die einzige Initiative der Branche, um ihr Image aufzupolieren. Konzerne geben über speziell dafür geschaffene Organisationen Millionen Dollar für die Kommunikation mit dem skeptischen Bürger aus.

Es gibt unzählige Internetportale, die frackingfreundliche Studien sammeln und gegen die Kritik von Umweltschützern ankämpfen. Die Marcellus Shale Coalition, ein Branchenverband, der die Aktivitäten einer großen Schieferformation im Nordosten der USA abdeckt, veranstaltet jährlich eine Konferenz, bei der Politiker und Umweltschützer zu Debatten eingeladen werden.

Vor kurzem hat die Organisation Fragen von Menschen gesammelt, die in der betroffenen Gegend leben, und sie auf ihrer Webseite beantwortet. Mit gutem Grund: Die wohl größte Hürde für Bürger, die sich informieren wollen, ist die technische und chemische Komplexität des Frackings, die wiederholt zu Ratlosigkeit und Missverständnissen führt.

Kommentare (37)

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manthra

04.10.2013, 19:48 Uhr

Der Mensch ist hypergestört. Zerstört sich seine eigene Lebensgrundlage, verschmutzt ja vergiftet mit Fracking das eigene Trinkwasser. Wie war das doch? Es sollte privatisiert werden. Bis Barnier vor dem glücklicherweise überwältigenden Petitionsvotum zurück setzte: "wir wollten das ohnehin nicht". - Und die Zerstörung der Grundlage, dafür lassen sich die hirnfreien europäischen Politkrüppel wieder einmal von den vergötterten, aber TOTal-bankrotten USAmmies das Hirn waschen. Hirnfrei!

Account gelöscht!

04.10.2013, 20:09 Uhr

Da wird der zweite "Segen" des Handelsabkommens mit den USA vorbereitet. Nicht nur den Giftfraß von Monsanto &CCo. bekommen wir dann serviert, auh wird unsere Umwelt durch Fracking zerstört!
Wenn das Trinkwasser dann vergiftet ist (die Frackingchemikalien bleiben aus gutem Grund geheim) dürfen wir teures Wasser von Nestle kaufen. Die haben in solchen Erpressungsmmethoden Erfahrungen in Indien und Afrika gesammelt!

ShaleForSale

04.10.2013, 20:10 Uhr

Nicht "energy from shale", es muss heißen "energy for sale". Sind nur so einige Buchstaben. Im Unterschied zu den USA ist Deutschland zu dicht besiedelt für solche Energiegewinnungstechniken. Mal ganz leidenschaftslos formuliert.

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