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17.04.2013

18:56 Uhr

Umweltorganisationen

RWE wegen Kohleimporten in der Kritik

Eine Studie prangert Probleme beim Abbau von Importkohle an. Nun fordern Umweltorganisationen RWE auf, die Einhaltung ökologischer Standards zu sichern oder die Geschäfte mit nicht-standarisierten Firmen zu stoppen.

Eine aktuelle Studie belegt massive ökologische Probleme und Menschenrechtsverletzungen beim Kohleabbau in wichtigen Lieferländern. dpa

Eine aktuelle Studie belegt massive ökologische Probleme und Menschenrechtsverletzungen beim Kohleabbau in wichtigen Lieferländern.

Sassenberg/KölnEinen Tag vor der RWE-Hauptversammlung haben Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen den Energieriesen aufgefordert, von seinen Steinkohle-Lieferanten weltweit die Einhaltung ökologischer und sozialer Standards zu verlangen. RWE müsse Geschäfte mit Firmen stoppen, die diese Standards nicht einhalten, erklärten das Menschenrechtsnetzwerk FIAN und die Umweltorganisation Urgewald am Mittwoch. Eine aktuelle Studie beider Organisationen belege massive ökologische Probleme und Menschenrechtsverletzungen beim Kohleabbau in den wichtigsten Lieferländern.

In der Studie „Bitter Coal - Deutschlands Steinkohleimporte“ appellieren Urgewald und FIAN an die Energieversorger RWE, EON, STEAG, Vattenfall und EnBW, unter anderem die Namen und Bezugsmengen der Kohleminen offenzulegen, aus denen sie Steinkohle beziehen. „Für die über 30 Millionen Tonnen importierte Steinkohle, die in unseren Kraftwerken jährlich verbrannt werden, verlieren Indigene in Kolumbien ihr Land, werden in den USA Bergspitzen weggesprengt und in Russland sowie Südafrika Flüsse und Grundwasser vergiftet“, heißt es in der Untersuchung.

Hauptherkunftsländer der Importkohle sind demnach Kolumbien und Russland, gefolgt von den USA, Polen und Südafrika. Mit Blick auf die USA erklärte Paul Corbit Brown von der US-Initiative "Keepers of the Mountains", in den Appalachen werde Kohle abgebaut, „indem die Bergspitzen weggesprengt werden und der Abraum in die Täler verfüllt wird“. „Dabei wird das Wasser verseucht und die älteste und artenreichste Gebirgslandschaft Nordamerikas unwiderruflich zerstört.“

In Kolumbien führt die Studie Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit dem Kohleabbau auf. So habe ein Gericht im Verfahren um den Mord an zwei Gewerkschaftsführern in Kolumbien im Januar 2013 die Staatsanwaltschaft angewiesen, Ermittlungen unter anderem gegen ehemalige und nach wie vor aktive Führungskräfte des in Kolumbien tätigen US-Kohleproduzenten Drummond einzuleiten.

Das sind die größten Energieversorger der Welt

Platz 10

Die Rangliste der größten Energieunternehmen der Welt eröffnet Kansai Electric Power. Der japanische Versorger kam 2011 auf einen Umsatz von 33,3 Milliarden Dollar.

Platz 9

Mit 39,3 Milliarden Dollar Umsatz liegt der südkoreanische Versorger Korea Electric Power (Kepco) auf dem neunten Rang.

Platz 8

Iberdrola landet auf dem achten Platz. Der spanische Versorger erwirtschaftete 2011 Erlöse in Höhe von 41 Milliarden Dollar.

Platz 7

Der britische Versorger SSE (Scottish and Southern Energy) landet auf Rang sieben der Rangliste. Umsatz 2011: 45,4 Milliarden Dollar.

Platz 6

Der erste deutsche Energiekonzern findet sich auf Platz sechs wieder. RWE erwirtschaftete im Jahr 2011 Erlöse von 63,7 Milliarden Dollar.

Platz 5

64,6 Milliarden Dollar erwirtschaftete Tokyo Electric Power im Jahr 2011. Besser bekannt ist das Unternehmen unter der Abkürzung Tepco. Nach der Katastrophe am Atomkraftwerk von Fukushima ist Tepco inzwischen mehrheitlich im Besitz des japanischen Staates.

Platz 4

Électricité de France (EDF) schrammt knapp am Treppchen vorbei. Die Franzosen kommen mit einem Umsatz 2011 von 84,6 Milliarden Dollar auf Platz vier.

Platz 3

Der größte italienische Energiekonzern ist weltweit die Nummer drei. Enel machte 2011 einen Umsatz von 103,2 Milliarden Dollar.

Platz 2

Der französische Versorger GDF Suez findet sich auf Rang zwei der Rangliste. Im Jahr 2011 erwirtschaftete GDF Suez Erlöse in Höhe von 117,5 Milliarden Dollar.

Platz 1

Der deutsche Branchenprimus ist auch weltweit die Nummer eins. Eon kam im Jahr 2011 auf einen Umsatz von 157,3 Milliarden Dollar - das reicht für die Spitzenposition.

Die Autoren der Studie fordern die fünf großen Energieversorger auf, Baupläne für weitere Kohlekraftwerke aufzugeben und sich finanziell daran zu beteiligen, die „durch ihren bisherigen Kohleverbrauch entstandenen Schäden zu beseitigen“. An die Bundesregierung appellieren die Verfasser des Dossiers, die Energieversorger rechtlich zur Sorgfalt zu verpflichten, „dass sie keine Kohle importieren, deren Abbau mit schwerwiegenden menschenrechtlichen, sozialen oder ökologischen Problemen verbunden ist“.

Von

afp

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