Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.02.2013

09:08 Uhr

Unglück im Golf von Mexiko

BP drückt Entschädigung für Ölkatastrophe

Der Ölkonzern BP erringt einen Etappensieg im Streit das Unglück im Golf von Mexiko. Ein US-Richter erkennt an, dass BP eine gewisse Menge Öl aufsammeln konnte – und senkt die Höchststrafe um drei Milliarden.

Die Deepwater-Horizon-Katastrophe im Golf von Mexiko verursachte enorme Schäden. dapd

Die Deepwater-Horizon-Katastrophe im Golf von Mexiko verursachte enorme Schäden.

New Orleans/LondonDer britische Ölkonzern BP hat im Kampf mit der US-Regierung und mehreren Bundesstaaten um Entschädigungen wegen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko einen Etappensieg errungen. Die maximale Öl-Menge, für deren Auslaufen das Unternehmen belangt werden kann, ist um 810.000 Barrel auf 4,1 Millionen Barrel gesenkt worden. Damit fällt die Maximalstrafe um bis zu 3,4 Milliarden Dollar niedriger aus. BP geht allerdings von einer Höchstmenge von 3,1 Milliarden Barrel ausgelaufenen Öls aus.

Für den britischen Energiekonzern steht nach wie vor eine Entschädigung von bis zu 17,6 Milliarden Dollar (13,1 Milliarden Euro) im Raum – BP will aber maximal fünf Milliarden zahlen. „Die US-Regierung und BP haben sich darauf geeinigt, dass die 810.000 Barrel nicht zur Berechnung der Maximalstrafe herangezogen werden“, hieß es in einer Mitteilung von US-Bezirksrichter Carl Barbier am Dienstagabend (Ortszeit) in New Orleans.

Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko

Die größte Umweltkatastrophe der USA

Die Explosion der vom BP-Konzern geleasten Bohrinsel „Deepwater Horizon“ am 20. April 2010 löste die größte Umweltkatastrophe in der Geschichte der USA aus. Bei dem Unglück starben elf Menschen, zwei weitere kamen später bei Rettungsarbeiten ums Leben.

Fatales Öl-Leck

Aus einem Leck in 1500 Meter Tiefe waren fünf Monate lang insgesamt bis zu 780 Millionen Liter Erdöl in den Golf von Mexiko gesprudelt. Bei Fischern und Anwohnern des Katastrophengebiets bleibt die Sorge um Spätschäden infolge des Öls und knapp sieben Millionen Liter chemischer Öl-Bekämpfungsmittel.

Verheerende Folgen

Mehr als 1000 Kilometer Küste in den Bundesstaaten Louisiana, Mississippi, Alabama und Florida wurden verschmutzt. Hunderttausende Tiere wie Meeressäuger, Fische, Pelikane und Schildkröten starben an den Folgen. Die Tourismusbranche und Fischer aus der Region erlitten schwere Einbußen.

Die Bohrinsel „Deepwater Horizon“

Die im Golf von Mexiko gesunkene Öl-Bohrinsel „Deepwater Horizon“ war auf die Erkundung von Tiefseevorkommen spezialisiert. Im September 2009 erreichte sie bei einer Bohrung im Meeresboden die Rekordtiefe von mehr als 10.600 Metern.

Tiefsee-Plattform

Die schwimmende Plattform konnte in bis zu 3000 Meter tiefen Gewässern eingesetzt werden. Sie wurde vom Tiefsee-Spezialisten Transocean betrieben und war für den britischen Ölkonzern BP im Einsatz.

Größer als ein Fußballfeld

Die 121 Meter lange und 78 Meter breite „Deepwater Horizon“ war größer als ein Fußballfeld. Sie wurde 2001 in Südkorea fertiggestellt und konnte auch in orkanartigem Sturm mit neun Meter hohen Wellen arbeiten.

Er begründete die Entscheidung damit, dass diese Menge Öl nicht die Umwelt verschmutzt habe, weil BP diese vorher aufsammeln konnte – und folgte damit der Argumentation des Unternehmens. Der britische Konzern muss sich von Montag (25.2.) an wegen Verstößen gegen das Gesetz zur Wasserreinhaltung („Clean Water Act“) vor dem Gericht in New Orleans verantworten.

Neben der Ölmenge ist die Frage, ob bei der Explosion der Plattform „Deepwater Horizon“ im April 2010 mit elf Toten grob fahrlässig gehandelt worden war. Diese Feststellung ist für die Bemessung der Entschädigungszahlungen enorm wichtig.

Von

dpa

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Ideologiefeind

20.02.2013, 09:38 Uhr

Wir müssen uns bewusst sein, dass die Förderung von fossilen Energieträgern immer teurer, immer risikoreicher und immer umweltbelastender wird. Im warmen Wasser des Golfes von Mexiko hat ja auch die Natur sich selbst auch in einem beachtlichen Ausmaß selbst helfen können. Würde sowas mal in der Arktis passieren, dann sind die Umweltschäden wohl nicht mehr kalkulierbar. Insofern ist die gesamte Menschheit aufgefordert, alternative Energien, deren Speicherung und deren intelligente Verteilung und Nutzung voran zu treiben.

PaulStaps

22.02.2013, 22:08 Uhr

Da gibt es nur eine Antwort: Das Sternenfeuer direkt nutzen = Atomkraft. Alles andere ist wie Zitieren aus sekundären Quellen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×