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09.03.2017

08:23 Uhr

Uniper-Bilanz

Klaus Schäfer kommt bei der Sanierung voran

VonJürgen Flauger

Uniper ist mit einem hohen Verlust in sein erstes Geschäftsjahr gestartet. Dem neuen Stromkonzern machen dabei kräftige Sondereffekte zu schaffen. Operativ läuft es für die Essener allerdings überraschend gut.

Der Uniper-Chef hat seinem Unternehmen einen harten Sanierungskurs verordnet. dpa

Klaus Schäfer

Der Uniper-Chef hat seinem Unternehmen einen harten Sanierungskurs verordnet.

DüsseldorfKlaus Schäfer feiert eine Premiere. Der Energiemanager führt den Energiekonzern Uniper seit Anfang 2016, als Eon die Kohle- und Gaskraftwerke sowie den Großhandel abspaltete. Jetzt präsentierte er seinen ersten Geschäftsbericht.

Die Bilanz fällt auf den ersten Blick trüb aus. Uniper beendet das erste Geschäftsjahr mit einem kräftigen Nettoverlust von 3,2 Milliarden Euro. Schuld waren vor allem Wertberichtigungen in Höhe von 2,9 Milliarden. Euro, weil sich die Rahmenbedingungen radikal verschlechtert haben.

Die Börsengänge der Töchter von Eon und RWE

Energiewende sorgt für Veränderungen

Die von der Energiewende gebeutelten Energieriesen Eon und RWE treiben ihre Konzernumbauten voran. Eon hat die Kraftwerkstochter Uniper im September an die Börse gebracht, RWE brachte das Ökostromgeschäft Innogy im Oktober an den Aktienmarkt.

Die Unternehmen

Die Eon-Tochter Uniper hat ihren Sitz in Düsseldorf, beschäftigt knapp 14.000 Mitarbeiter und erzielte nach Konzernangaben 2015 auf Pro-Forma-Basis ein Ebit von 0,8 Milliarden Euro und einen Nettoverlust von rund vier Milliarden Euro. Chef ist der ehemalige Eon-Finanzvorstand Klaus Schäfer.

Die RWE-Tochter Innogy hat ihren Sitz in Essen, beschäftigt knapp 40.000 Mitarbeiter und erzielte rein rechnerisch nach RWE-Angaben 2015 einen operativen Gewinn (Ebitda) von 4,5 Milliarden Euro und einen Nettoergebnis von 1,6 Milliarden Euro. Geführt wird das Unternehmen von RWE-Chef Peter Terium, der nach dem Börsengang den Chefposten des Mutterkonzerns abgegeben hat.

Das Geschäft

Uniper betreibt Kohle- und Gaskraftwerke in Europa und Russland mit rund 40 Gigawattt. Hinzu kommen Wasser- und Atomkraftwerke in Schweden sowie der Energiehandel.

RWE Innogy bündelt das Geschäft mit Ökostrom, Strom- und Gasnetzen sowie den Vertrieb von Strom und Gas.

Die Börsengänge

Eon hat im Zuge eines Spin-Offs 53 Prozent der Uniper-Anteile an die Börse gebracht und sie den eigenen Aktionären ins Depot gelegt. Einnahmen erzielt der Konzern dabei zunächst nicht. Eon will allerdings mittelfristig die restlichen Aktien versilbern, allerdings nicht vor 2018.

RWE und die neue Tochter Innogy brachten zunächst 23 Prozent der Anteile an die Börse. Später könnten weitere Anteile verkauft werden, RWE will aber die Mehrheit behalten.

Ausblick

Uniper steht von Beginn unter Druck. Der Konzern will bis 2018 Beteiligungen im Wert von mindestens zwei Milliarden Euro verkaufen und die Personalkosten senken.

Innogy erwartet stabile Geschäfte, da der größte Teil der Einnahmen, etwa für den Betrieb der Strom- und Gasnetze staatlich reguliert ist.

Auf den zweiten Blick sieht es aber schon besser aus. Operativ laufen die Geschäfte überraschend solide. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um 24 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro, das bereinigte Ebit kletterte sogar um 70 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Vor allem aber kommt Schäfer bei der Sanierung voran. Die Aktionäre erhalten eine Dividende von 55 Cent pro Anteilsschein – und sollen für 2017 sogar noch einmal rund 15 Prozent mehr erhalten.

Eon selbst konzentriert sich seit der Aufspaltung auf die neue Energiewelt, also Vertrieb, Netze und erneuerbare Energien. Im September brachte der Konzern gut 53 Prozent der Uniper-Aktien an die Börse.

Schäfer übernahm damit die Bereiche, die Eon zuvor in die Krise gebracht und zur Aufspaltung gezwungen hatten. Die konventionellen Kraftwerke werden von Wind- und Solarenergie aus dem Markt gedrängt, die politisch gefördert boomen und vorrangig ins Netz eingespeist werden. Kohle- und Gaskraftwerke müssen mit kräftig gesunkenen Preisen und Margen zurechtkommen.

Anfang 2011, vor der Reaktorkatastrophe von Fukushima, kostete eine Megawattstunde Strom an der Energiebörse EEX noch mehr als 50 Euro. Anfang 2016 war es kaum mehr als 20 Euro. Inzwischen hat sich der Markt zwar etwas erholt. Mit unter 30 Euro reichen die Preise aber für viele Kraftwerke immer noch nicht aus.

Im vergangenen Jahr brach das Ebit in der Sparte Europäische Erzeugung um 42 Prozent auf 654 Millionen Euro ein. Und auch in den Auslandsmärkten – insbesondere Russland – musste Uniper bei der Stromerzeugung ein Minus von 40 Prozent auf 201 Millionen Euro hinnehmen. Das Ebit konnte nur zulegen, weil die Handelssparte ihr Ergebnis auf 1,46 Milliarden Euro mehr als verdoppelte.

Kommentare (1)

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09.03.2017, 10:25 Uhr

Für Uniper würde es noch besser laufen, wenn endlich dieses, von einer Grün-sozialistischen Merkel Regierung, eingebrachte und marktfeindliche EEG (Erneuerbare Energie Gesetz) und die Energieeinsparverorndung abgeschafft wird. EEG/Energiewende steht in einer mehrwertschaffenden und modernen Gesellschaft für MANGEL und ARMUT....die Energiewende/EEG ist Marktfeindlich und damit unsozial.

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