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23.07.2016

14:17 Uhr

Uniper

Eon-Tochter plant Stellenabbau

Nach der Aufspaltung des Energieriesen Eon plant die neue Kraftwerkstochter Uniper Stellenstreichungen. Wie viele der insgesamt rund 14.000 Beschäftigten betroffen sein werden, ist allerdings offen.

Uniper mit Sitz in Düsseldorf soll im September an die Börse gehen. dpa

Zentrale in Düsseldorf

Uniper mit Sitz in Düsseldorf soll im September an die Börse gehen.

DüsseldorfDie Eon-Kraftwerkstochter Uniper will eine größere Zahl von Arbeitsplätzen abbauen. „Es werden Stellen in einer nennenswerten Größenordnung wegfallen“, sagte Unternehmenschef Klaus Schäfer der „Rheinischen Post“ (Samstag). „Wir wollen den Stellenabbau sozialverträglich gestalten und betriebsbedingte Kündigungen vermeiden, ausschließen können wir sie als letztes Mittel nicht.“

Wie viele Stellen von der Sparmaßnahme betroffen seien, werde derzeit geprüft. „Bei Kostensenkungen geht es leider immer auch um Arbeitsplätze. Die genauen Zahlen ermitteln wir gerade und sind hierzu natürlich auch in regelmäßigen Gesprächen mit den Vertretern der Mitbestimmung“, sagte Schäfer der Zeitung.

Die Börsengänge der Töchter von Eon und RWE

Energiewende sorgt für Veränderungen

Die von der Energiewende gebeutelten Energieriesen Eon und RWE treiben ihre Konzernumbauten voran. Eon hat die Kraftwerkstochter Uniper im September an die Börse gebracht, RWE brachte das Ökostromgeschäft Innogy im Oktober an den Aktienmarkt.

Die Unternehmen

Die Eon-Tochter Uniper hat ihren Sitz in Düsseldorf, beschäftigt knapp 14.000 Mitarbeiter und erzielte nach Konzernangaben 2015 auf Pro-Forma-Basis ein Ebit von 0,8 Milliarden Euro und einen Nettoverlust von rund vier Milliarden Euro. Chef ist der ehemalige Eon-Finanzvorstand Klaus Schäfer.

Die RWE-Tochter Innogy hat ihren Sitz in Essen, beschäftigt knapp 40.000 Mitarbeiter und erzielte rein rechnerisch nach RWE-Angaben 2015 einen operativen Gewinn (Ebitda) von 4,5 Milliarden Euro und einen Nettoergebnis von 1,6 Milliarden Euro. Geführt wird das Unternehmen von RWE-Chef Peter Terium, der nach dem Börsengang den Chefposten des Mutterkonzerns abgegeben hat.

Das Geschäft

Uniper betreibt Kohle- und Gaskraftwerke in Europa und Russland mit rund 40 Gigawattt. Hinzu kommen Wasser- und Atomkraftwerke in Schweden sowie der Energiehandel.

RWE Innogy bündelt das Geschäft mit Ökostrom, Strom- und Gasnetzen sowie den Vertrieb von Strom und Gas.

Die Börsengänge

Eon hat im Zuge eines Spin-Offs 53 Prozent der Uniper-Anteile an die Börse gebracht und sie den eigenen Aktionären ins Depot gelegt. Einnahmen erzielt der Konzern dabei zunächst nicht. Eon will allerdings mittelfristig die restlichen Aktien versilbern, allerdings nicht vor 2018.

RWE und die neue Tochter Innogy brachten zunächst 23 Prozent der Anteile an die Börse. Später könnten weitere Anteile verkauft werden, RWE will aber die Mehrheit behalten.

Ausblick

Uniper steht von Beginn unter Druck. Der Konzern will bis 2018 Beteiligungen im Wert von mindestens zwei Milliarden Euro verkaufen und die Personalkosten senken.

Innogy erwartet stabile Geschäfte, da der größte Teil der Einnahmen, etwa für den Betrieb der Strom- und Gasnetze staatlich reguliert ist.

Deutschlands größter Stromkonzern Eon hatte sich unter dem Druck der Energiewende aufgespalten. Uniper war Anfang des Jahres an den Start gegangen. In das Unternehmen mit rund 5000 Beschäftigten im Inland und 9000 im Ausland hat Eon seine konventionellen Kraftwerke abgespalten. Uniper mit Sitz in Düsseldorf soll im September an die Börse gehen.

Der Uniper-Vorstand hatte bereits ein Sparprogramm mit Veräußerungen von Unternehmensteilen und der Senkung von Personalkosten angekündigt. „Wir müssen unsere Kosten deutlich senken und prüfen deshalb alle möglichen Optionen“, sagte Schäfer der Zeitung. Eine Netto-Verschuldung von 4,7 Milliarden Euro sei auf Dauer zu viel.

Mit seinen Plänen zum Abbau von Personalkosten stößt das Unternehmen auf Widerstand: Die Gewerkschaften hatte Ende Juni Gespräche über Tarifkürzungen verweigert. Ein Unternehmenssprecher machte am Samstag keine Angaben dazu, ob die Gespräche wieder aufgenommen werden.

Die gesamte Branche leidet unter dem niedrigen Börsenstrompreis. Dieser hat sich wegen des großen Angebots an Erneuerbarer Energie in den vergangenen Jahren mehr als halbiert.

Von

dpa

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