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29.04.2016

18:18 Uhr

Uniper verklagt Netzbetreiber

Eon-Tochter fordert mehr Geld für Noteinsätze

Uniper will eine grundsätzliche Klärung: Wie viel Geld muss der Netzbetreiber zahlen, wenn die Kraftwerke der Eon-Tochter Netzschwankungen ausgleichen muss? Ein Oberlandesgericht hatte Uniper bereits etwas zugestanden.

Uniper will mehr Geld vom Netzbetreiber Tennet bei kurzfristigen Noteinsätzen ihrer Kraftwerke. dpa

Streit um die Kosten

Uniper will mehr Geld vom Netzbetreiber Tennet bei kurzfristigen Noteinsätzen ihrer Kraftwerke.

Düsseldorf/BayreuthDie Eon-Kraftwerkstochter Uniper verlangt vor Gericht mehr Geld für Noteinsätze ihrer Kraftwerke zur Stabilisierung der Stromnetze. Uniper klagt deshalb gegen den Übertragungsnetzbetreiber Tennet (Bayreuth) auf höhere Vergütung des 820-Megawatt-Kraftwerks Franken in Nürnberg für 2013 und 2014, wie der Konzern am Freitag in Düsseldorf mitteilte. Es gehe Uniper über den Einzelfall hinaus um eine grundsätzliche Klärung, sagte ein Sprecher. Eine Tennet-Sprecherin bestätigte den Eingang der Klage. Auch Tennet sei an einer schnellen rechtlichen Regelung interessiert, sagte sie.

Bei den sogenannten Redispatch-Einsätzen werden Kraftwerke kurzfristig hoch- oder runtergefahren, um Netzschwankungen auszugleichen. Mit wachsendem Marktanteil der wetterabhängigen Wind- und Sonnenenergie haben die Schwankungen und damit die Eingriffe der Netzverantwortlichen in die Kraftwerksproduktion stark zugenommen.

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Bisher ersetzen die Übertragungsnetzbetreiber den Energiekonzernen dafür zwar die variablen Kosten „ zum Beispiel für den nötigen Brennstoff  – aber nicht die anteiligen Kapital- und Personalkosten für die Anlagen. Diese Praxis hatte das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf 2015 als „zu restriktiv“ verworfen. Danach habe sich trotzdem nichts geändert, sagte der Uniper-Sprecher.

Im künftigen bundesweiten Strommarktgesetz, das noch vor der Sommerpause verabschiedet werden soll, sei ebenfalls die zu restriktive Regelung vorgesehen – und das offenbar rückwirkend, sagte der Sprecher. Deshalb wolle Uniper jetzt gerichtlich seine Rechte gemäß der OLG-Rechtsprechung geltend machen. Allein für das Uniper-Kraftwerk in Nürnberg geht es nach Einschätzung von Fachleuten um einen zweistelligen Millionenbetrag.

Von

dpa

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