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12.05.2015

02:22 Uhr

Unter Auflagen

US-Behörde genehmigt Shells Arktis-Förderprojekt

Das Projekt stößt auf heftige Proteste von Umweltschützern: Dennoch hat die US-Regierung dem Vorhaben von Shell zugestimmt, im arktischen Ozean nach Öl und Gas zu bohren. Eine endgültige Zulassung ist das noch nicht.

Kritiker von Shells Arktis-Förderprojekt argumentieren, dass die Entscheidung der US-Behörde das Ölgeschäft über die Menschen sowie Tier- und Pflanzenwelt stellen. ap

Bohrinsel

Kritiker von Shells Arktis-Förderprojekt argumentieren, dass die Entscheidung der US-Behörde das Ölgeschäft über die Menschen sowie Tier- und Pflanzenwelt stellen.

AnchorageDer Energieriese Royal Dutch Shell kommt seinem Ziel näher, im arktischen Ozean nach Öl und Gas zu bohren. Trotz heftiger Proteste von Umweltschützern stimmte die zuständige Behörde der US-Regierung dem mehrjährigen Förderprojekt am Montag (Ortszeit) zu - jedenfalls unter Auflagen. Der niederländisch-britische Konzern hat damit eine wichtige Hürde genommen, braucht aber noch eine Reihe weiterer Zulassungen.

Nach Schätzungen der US-Energieagentur EIA könnten in der Arktis etwa 22 Prozent der weltweiten noch unentdeckten Öl- und Gasreserven liegen. Shell bemüht sich schon seit Jahren um die Erlaubnis, an die kostbaren Bodenschätze zu kommen. Der Konzern will in der Tschuktschensee, knapp 113 Kilometer entfernt von dem Dorf Wainwright an der Nordwestküste Alaskas, an bis zu sechs Stellen in relativ flachem Wasser bohren.

Der Plan ist höchst umstritten. „Diese Entscheidung stellt das große Ölgeschäft über die Menschen und setzt die Tier- und Pflanzenwelt der Arktis - und die Gesundheit unseres Planeten - aufs Spiel“, kommentierte die Umweltschutzorganisation Earthjustice. sHellNO, eine lokale Kampagne aus Seattle, will ab Samstag unter dem Motto „You Shell not Pass!“ (Du wirst nicht durchkommen) Tausende Mitstreiter für einen dreitätigen Protest mobilisieren.

„Es gibt keine bewährte Methode, einer Ölpest im eisigen arktischen Wasser zu begegnen“, sagte Susan Murray von der Organisation Oceana. Das Vorhaben sei riskant und unausgereift. Im April 2010 hatte eine Explosion der von Shells Wettbewerber BP betriebenen Bohrinsel Deepwater Horizon die bislang schlimmste Ölkatastrophe verursacht. Elf Menschen kamen ums Leben; Hunderte Millionen Liter Öl flossen in den Golf von Mexiko und richteten massive Schäden an.

Shell-Sprecher Curtis Smith teilte mit, dass die Zustimmung das „Vertrauen, das die Aufseher in unseren Plan haben“ zeige. Aber es sei zwingend, dass die ausstehenden Genehmigungen, an denen die endgültige Zulassung hänge, rechtzeitig geliefert würden. Shell will im Sommer mit dem Projekt beginnen. Die zuständige US-Behörde BOEM (Bureau of Ocean Energy Management) betonte, sich die Entscheidung nicht einfach gemacht und die Risiken gut abgewogen zu haben.

Von

dpa

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