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30.11.2016

15:40 Uhr

Unternehmensführung

Vorstandswechsel bei Siemens

Bei dem Technologiekonzern wird kräftig umgebaut: Spitzenmanager von Cisco und von Eon reihen sich in Zukunft in den Vorstand ein. Einige bekannte Führungskräfte müssen das Unternehmen dafür allerdings verlassen.

Beim Konzern gibt es Veränderungen in den Vorstandspositionen. dpa

Konzernzentrale Siemens

Beim Konzern gibt es Veränderungen in den Vorstandspositionen.

MünchenSiemens baut seinen Vorstand um und holt einen Spitzenmanager vom IT-Riesen Cisco. Cedrik Neike solle ab April die Digitialisierungskompetenz des Konzerns als Vorstandsmitglied stärken, teilten die Münchner am Mittwoch mit. Der 43-Jährige übernehme zudem die Zuständigkeit für den asiatischen Markt und die Division Energiemanagement von Roland Busch, der Technologievorstand wird.

Zum gleichen Zeitpunkt kehrt Michael Sen von Eon zurück und soll die Global Services übernehmen und den Börsengang der Medizintechnik betreuen.

Das sind die größten Baustellen von Siemens

Energiesparte

Hier hat Siemens den Trend zu dezentralen Lösungen verpasst. Die Münchener ließen sich für ihre riesige Weltmeister-Gasturbine der H-Klasse feiern. Doch in Zeiten der Energiewende waren vor allem kleine Modelle gefragt, die die Konkurrenz im Portfolio hatte. Auch in Sachen Innovationskraft verlor Siemens den Anschluss. Mit teuren Akquisitionen, einem Stellenabbau und mehr Investitionen in Forschung & Entwicklung versuchen Joe Kaeser und Energievorstand Lisa Davis gegenzusteuern.

Wachstumsschwäche

Vor einer guten Dekade war Siemens doppelt so groß wie BMW. Inzwischen ist der Autobauer an dem Technologiekonzern vorbeigezogen. Das hat mehrere Gründe: Zum einen trennte sich Siemens immer wieder von Geschäftssparten, ohne im gleichen Maß zuzukaufen. Zudem war Siemens auch organisch in den meisten Jahren wachstumsschwach und fiel hinter die besten Konkurrenten zurück. Kaeser setzt auf mehr Innovationen und einen besseren Kundenzugang. Ab dem Geschäftsjahr 2016 soll Siemens schneller wachsen als die Wettbewerber.

Ertragsschwäche

Kaesers Vorgänger Peter Löscher wähnte Siemens schon in der Champions League der weltbesten Unternehmen. Doch nach einem Zwischenhoch bröckelten die Renditen wieder ab. Für das Geschäftsjahr 2014/15 hatte Kaeser eine operative Umsatzrendite von zehn Prozent im Industriegeschäft versprochen. Angesichts der Kosten für den Umbau ist das ordentlich. Doch die besten Konkurrenten wie General Electric sind in vielen Bereichen besser. Durch kürzere Hierarchiewege, eine Sanierung der renditeschwachen Bereiche und den Abbau von Stellen will Kaeser mit seiner „Vision 2020“ Boden gut machen.

Dresser-Rand

Der Kauf des US-Kompressorenherstellers für zunächst 7,6 Milliarden Dollar war einer der größten Zukäufe in der Unternehmensgeschichte. Kaeser hatte sich, auch von seinem Vorgänger Peter Löscher, in einen Bieterwettbewerb treiben lassen. Doch seit der Übernahme ist der Ölpreis drastisch gefallen, die Förderer stellen ihre Investitionen zurück. Der Kaufpreis war im Nachhinein viel zu hoch. Nun muss Kaeser auf eine Erholung der Ölpreise hoffen und Dresser-Rand wenigstens erfolgreich integrieren.

Autor: ax

Sein Amtsvorgänger Siegfried Russwurm verlässt Siemens im Frühjahr. Energietechnik-Chefin Lisa Davis wird neben ihrem Vorstandsposten auch US-Landeschefin. Der bisherige USA-Chef Eric Spiegel scheidet aus dem Konzern aus.

Von

rtr

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