Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.12.2014

17:07 Uhr

US-Aluminiumkonzern

Alcoa kauft deutschen Titan-Hersteller

VonAstrid Dörner

ExklusivDas Geschäft mit der Luft- und Raumfahrt boomt: Der US-Konzern Alcoa kauft den deutschen Titan-Spezialisten Tital und will in der Branche expandieren. Alcoa-Chef Klaus Kleinfeld setzt auf „deutsche Ingenieurskraft“.

Alcoa-Chef Klaus Kleinfeld: „Titan ist neben Aluminium der zweitwichtigste Werkstoff in der Flugzeugindustrie.“ Reuters

Alcoa-Chef Klaus Kleinfeld: „Titan ist neben Aluminium der zweitwichtigste Werkstoff in der Flugzeugindustrie.“

DüsseldorfDer US-Aluminiumkonzern Alcoa übernimmt den deutschen Titan-Spezialisten Tital, um das Geschäft mit der Luft- und Raumfahrt zu stärken. Mit der „deutschen Ingenieurskraft“ will der deutsche Alcoa-Chef Klaus Keinfeld vor allem europäische Kunden wie Rolls Royce und Airbus besser beliefern können, sagte der frühere Siemens-Lenker im Gespräch mit dem Handelsblatt (Dienstagausgabe).

Die Tital-Übernahme passt in die von Kleinfeld vorgegebene Strategie, Alcoa von einem reinen Aluminiumhersteller zu einem Anbieter hochwertiger Materialien umzubauen. Das mittelständische Unternehmen aus dem Sauerland ereilte zuletzt einen Umsatz von 71 Millionen Euro.

„Titan ist neben Aluminium der zweitwichtigste Werkstoff in der Flugzeugindustrie geworden, und die Bedeutung wird weiter wachsen“, sagte Kleinfeld. Titan ist leichter und stärker als Aluminium und kann hoher Hitze und hohem Druck standhalten. Titanlösungen werden unter anderem in den Kompressoren der Flugzeugtriebwerke und in den Fahrwerken verwendet.

Die größten Rohstoffkonzerne der Welt

Platz 5

Anglo American

Das südafrikanisch-britische Unternehmen verdient sein Geld vor allem mit Industrie- und Edelmetallen, Diamanten - und Kohle. Der Konzern machte 2014 insgesamt 20,4 Milliarden Dollar Umsatz. Zu dem Portfolio gehört etwa auch der Diamantenschürfer De Beers. Anglo American ist der größte Platinförderer der Welt.

Quelle: Bloomberg,

Platz 4

Xstrata

Der Minenkonzern Xstrata ist der größte Zinkproduzent der Welt und hat sich mit dem berühmt-berüchtigten Rohstoffhändler Glencore zusammengeschlossen. Xstrata hatte an der Börse einen Wert von 55,1 Milliarden Dollar. Beide Unternehmen aus der Schweiz waren bereits eng verflochten. Glencore hielt rund 34 Prozent an Xstrata.

Platz 3

Vale

Der brasilianische Rohstoffkonzern Vale kommt auf einen Börsenwert von 107,9 Milliarden US-Dollar. Das einstige Staatsunternehmen verzeichnete ein rasantes Wachstum und stieg zum weltweit größten Förderer von Eisenerz auf. Zudem betreibt Vale die weltgrößte Eisenerzmine in Brasilien. In der Ferr Carajas-Mine werden 110 Millionen Tonnen Erz pro Jahr gefördert. Der Grundstoff für die Stahlerzeugung wird über rund 900 Kilometer per Eisenbahn in den nächsten Hafen gefahren.

Platz 2

Rio Tinto

Der britisch-australische Gigant rangiert auf Platz zwei der Eisenerzförderer. Das Traditions-Unternehmen mit zwei Hauptsitzen, in London und Melbourne, kommt auf eine Börsenwert von 111,6 Milliarden Dollar. Zudem betreibt Rio Tinto wichtige Kupferminen, wie etwa in West Australien. Die Anglo-Australier übernahmen sich 2007 fast am Kauf des kanadischen Aluminiumkonzerns Alcan und wurden selbst Ziel eines Übernahmeversuchs durch den Konkurrenten BHP Billiton.

Platz 1

BHP Billiton

Ein echtes Schwergewicht an der Börse mit einer Marktkapitalisierung von 199,7 Milliarden Dollar ist der britisch-australische Gigant BHP Billiton. Das Unternehmen betreibt Eisenerz- und Kupferminen, erweitert aber auch sein Geschäft etwa auf Schiefergasressourcen in den USA.

Das Material ist zwar wesentlich teurer als Aluminium, jedoch wegen seiner Vorteile bei vielen Herstellern gefragt. „In vielen Anwendungen hat die Leichtigkeit einen großen Wert“, sagt Kleinfeld. Er geht nicht davon aus, dass der rapide gesunkene Ölpreis die Nachfrage nach leichteren Materialien beeinflussen wird. „Der Druck auf die Effizienz pro Flugplatz im Flugzeug wird weiter steigen.“

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×