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10.10.2016

09:59 Uhr

US-Ölriese unter Betrugsverdacht

Was wusste Exxon?

Es ist ein Kampf der Giganten: New Yorks gefürchteter Staatsanwalt Schneiderman ermittelt gegen den Ölriesen Exxon Mobil, weil der Studien zum Klimawandel beeinflusst haben soll. Doch der Beweis dürfte schwer werden.

Es wird derzeit untersucht, ob der Konzern Studien finanziert hat, um die Klimaforschung in seinem Sinne zu beeinflussen. AP

Exxon

Es wird derzeit untersucht, ob der Konzern Studien finanziert hat, um die Klimaforschung in seinem Sinne zu beeinflussen.

New YorkEs geht um angebliche Vertuschungen zum Klimawandel, dessen Risiken die der Ölriese verschleiert haben sollen: New Yorks Star-Staatsanwalt Eric Schneiderman greift Exxon Mobil an, den am Börsenwert gemessen größten Ölkonzern der Welt. Investigative Untersuchungen rücken Exxon ins Zwielicht, aber auch der für seine harte Linie bekannte New Yorker Regelwächter macht sich mit seinem Jagdtrieb angreifbar.

„Wir sind heute zusammengekommen, um kreative Wege zu finden, die Gesetze durchzusetzen, über die sich die Ölindustrie und ihre Verbündeten bei ihrem kurzsichtigen Bemühen hinwegsetzen, Profite über die Interessen der amerikanischen Bürger zu stellen“, verkündete Schneiderman im März. Mit Ex-Vize-Präsident Al Gore und 17 anderen demokratischen Staatsanwälten hatte er hochkarätige Unterstützung für seine Ermittlungsoffensive gegen Exxon im Schlepptau.

Deutschlands führende Tankstellenmarken

Platz 6

BFT

Die Marke des Bundesverbandes freier Tankstellen kam 2015 auf einen Marktanteil von 5 Prozent.

Platz 5

Esso

Unter diesem Namen tritt der US-amerikanische Mineralölkonzern Exxon Mobil in Deutschland auf. Marktanteile 2015: 7,5 Prozent.

Platz 4

Total

Der französische Ölkonzern kam 2015 auf einen Marktanteil von 9 Prozent in Deutschland.

Platz 3

Jet

Hinter der Marke steckt der US-Konzern Phillips 66. 2015 betrug der Marktanteil in Deutschland 10,5 Prozent.

Platz 2

Shell

Der britisch-niederländische Konzern Royal Dutch Shell hatte 2015 einen Marktanteil von 19,5 Prozent.

Platz 1

Aral

Spitzenreiter ist Aral mit einem Marktanteil von 21 Prozent. Die Marke gehört dem britischen Energieriesen BP.

Quelle: Energie Informationsdienst / Statista

40 Jahre habe es gedauert, die Tabak-Konzerne für ihre Lügen zu den Gefahren des Rauchens zur Rechenschaft zu ziehen, sagte Gore. „Wir haben aber keine 40 Jahre Zeit, an den Konsequenzen des mutmaßlichen Betrugs der Ölunternehmen zu leiden.“ Klimaschutz-Promi Gore und Staatsanwalt Schneiderman setzten sich an die Spitze einer Kampagne von Umweltaktivisten, die sich im Internet unter dem Hashtag #ExxonKnew formiert hat. Dem Ölriesen wird vorgeworfen, Öffentlichkeit und Investoren aus Geschäftsinteresse über Jahrzehnte hinweg gezielt zu Klimarisiken getäuscht zu haben.

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Exxon soll in großem Stil Einfluss auf Forschung genommen haben, um zu vertuschen, in welchem Ausmaß das äußerst profitable Geschäftsmodell des Konzerns eine Belastung für das Klima darstellt. Bereits in den 1970er Jahren hätten Studien des Unternehmens die Risiken von Treibhausgasen wie Kohlendioxid festgestellt, die durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Öl, Kohle und Gas entstehen. Das ist das Ergebnis einer umfassenden Untersuchung des US-Fachblatts „InsideClimate News“. Doch statt öffentlich Alarm zu schlagen, habe Exxon sich bedeckt gehalten und Zweifel am Klimawandel geschürt.

Die Texaner weisen die Vorwürfe zurück. „Diese Geschichten gehen fälschlicherweise davon aus, dass wir schon definitive Schlüsse zu den Risiken des Klimawandels gezogen hätten, als die Klimaforschung noch in der Frühentwicklung war“, erklärt Sprecher Alan Jeffers. Die Annahme, der Konzern sei den führenden Experten um Jahrzehnte voraus gewesen, sei nicht haltbar. Exxon engagiere sich selbst beim Abbau von Treibhausgasen. #ExxonKnew sei eine von Gegnern des Konzerns finanzierte Verschwörung, die irreführende Artikel verbreite.

Kommentare (5)

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Herr Holger Narrog

10.10.2016, 10:40 Uhr

Das Ziel des Prozesses ist es die Energieerzeuger einzuschüchtern sich gegen die abwegige These eines "Klimawandels" zu wehren.

Ausgelöst werden solche Aktivitäten durch die Obama Administration die weder im Volk, noch im Parlament eine Mehrheit für "Klimawandel" Gesetze hat. Deshalb sucht die Obama Administration ihre Ziele durch Verordnungen, Richtlinien, Grenzwerte und solche Schikanen durchzusetzen.

Soweit mir bekannt ist die Unterstützung der Ökolobby, z.B. Hersteller umweltschädlicher Solaranlagen für die Theorie eines "Klimwandels" ein vielhundertfaches grösser als die Unterstützung kritischer Organisationen durch die Energiebranche. Beispielsweise generiert allein der Greenpeace Konzern Umsätze in 3 - stelliger Millionenhöhe.

Bekannt ist dass einige Klimaforscher in den 70er Jahren eine Eiszeit nahen sahen. Nachdem sich dies nicht erhärtete kam in den 80er Jahren die Theorie der "Klimaerwärmung" auf. Mit einer starken Lobby gewann diese Theorie Ende der 90er Jahre Einfluss. Es wurde Ende der 90er Jahre vorhergesagt, dass es (heute) keinen Schnee mehr in Mitteleuropa gibt, das Polareis verschwunden sein solle (seit ein paar Jahren). Die Aussagen werden immer schriller, alte Vorhersagen werden durch die L-Presse stillschweigend ins Archiev gelegt.

Herr Holger Narrog

10.10.2016, 11:10 Uhr

Soweit mir bekannt erfahren Forscher und Institute in den Altindustriestaaten massive Schikanen, Streichung Forschungsmittel, Drohung der Entlassung, persönliche Angriffe wenn diese "Klimawandel" kritische Forschungsarbeiten ankündigen. Eine ernsthafte, vom IPCC unabhängige Forschung findet deshalb leider überwiegend in China und Russland statt. Von diesen Arbeiten werden dann allenfalls die Zusammenfassungen auf Englisch veröffentlicht.

Es wäre in der Tat sinnvoll und meines Erachtens wäre die Energiebranche, XOM, RDS...Rio Tinto und Glencore geboten neben der Aufklärung auch ernsthafte Forschung zum "Klimawandel" zu unterstützen würde.

Sinnvoll wäre es beispielsweise den Kohlenstoffkreislauf zu untersuchen. Seitens der Klimawandler scheint man dieses Thema zu scheuen. Soweit mir bekannt gibt es hier lediglich sehr grobe Schätzungen. Gem. dieser Schätzungen (IPCC) steht der Mensch für ca. 4% der CO2 Emissionen. Gem. kritischer Schätzungen ist der Einfluss noch geringer.

Sinnvoll wäre es beispielsweise den Treibhauseffekt zu untersuchen. Es gibt zahlreiche Erklärungsversuche von Klimawandlern und Kritikern. Die ernsteren derselben unterscheiden sich in erster Linie in Hinblick auf die Wirkung der Wolken. Grossartig wäre es wenn man beispielsweise den Temperatureinfluss von Wasserdampf (Haupttreibhausgas) und CO2 irgendwann quantifizieren kann.

Account gelöscht!

10.10.2016, 11:29 Uhr

Eine Lüge so wie das Waldsterben, warum sollte Exxon irgend welche blödsinnigen Studien fälschen ?
Die vorindustrielle Konzentration von 280 ppm,[8] aber auch die aktuell (2015) bereits deutlich erhöhte Konzentration von 400 ppm............

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