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20.05.2015

09:17 Uhr

Vattenfall-Chef zur Kohleabgabe

„Gabriels Tempo ist zu hoch“

VonJürgen Flauger, Dana Heide

Anders als RWE-Chef Terium hat sich Vattenfall-Chef Magnus Hall bisher kaum öffentlich zur geplanten Kohleabgabe geäußert. Kurz vor einem politischen Spitzentreffen zu dem Thema redet er Klartext.

Der Chef des schwedischen Energieversorgers greift Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel an – zu einem geschickt gewählten Zeitpunkt. Reuters

Vattenfall-Chef Magnus Hall

Der Chef des schwedischen Energieversorgers greift Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel an – zu einem geschickt gewählten Zeitpunkt.

BerlinDer Chef des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall, Magnus Hall, mischt sich nicht oft in die deutsche Politik ein. Wenn er es macht, muss der Handlungsdruck entsprechend groß sein – und aus Vattenfalls Sicht ist der bei der von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) geplanten Klimaabgabe definitiv gegeben. Denn die würde in erster Linie die Braunkohlekraftwerke treffen, die neben RWE vor allem die deutsche Tochter von Vattenfall betreibt.

„Ich halte eine CO2-Strafsteuer für Kohlekraftwerke nicht für realistisch“, sagte Hall dem Handelsblatt „Der Ausstieg aus der Kohleenergie läuft ohnehin schon. Gabriel will ihn nun in Deutschland drastisch beschleunigen. Doch sein Tempo ist zu hoch.“

Halls Worte sind geschickt platziert. Heute Abend treffen sich Gabriel und sein Staatssekretär Rainer Baake, aus dessen Feder die Idee mit der Klimaabgabe stammt, mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) um Streitpunkte in der Energiepolitik aus dem Weg zu räumen. Ganz oben auf der Agenda ist der Streit um die Klimaabgabe.

15.000 bei Demo gegen die Klimaabgabe: Alle gegen Gabriel

15.000 bei Demo gegen die Klimaabgabe

Alle gegen Gabriel

15.000 Arbeiter demonstrieren gegen den Klimaabgabe-Vorschlag von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Darunter sind auch Menschen mit SPD-Parteibuch. Der Unmut richtet sich vor allem gegen den Parteichef selbst.

Gabriels Ministerium hatte die Braunkohlenbranche vor wenigen Wochen mit den Plänen aufgeschreckt. Um das von der Bundesregierung beschlossene Ziel einer Senkung der klimaschädlichen Gase in Deutschland bis 2020 im Vergleich zu 1990 um 40 Prozent doch noch zu erreichen, soll der Energiesektor 22 Millionen CO2 zusätzlich einsparen. Ursprünglich wollte Gabriel die 22 Millionen Tonnen komplett alten Kohlekraftwerken mit einer Abgabe aufbürden. RWE und die Gewerkschaften Verdi und IG BCE gingen auf die Barrikaden, warnten vor einem Verlust von zehntausenden Arbeitsplätzen und organisierten sogar eine Demonstration mit rund 10.000 Teilnehmern in Berlin.

Kommentare (18)

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Herr Peter Silberg

20.05.2015, 09:32 Uhr

Es reicht eben nicht, immer nur zu sagen, welche Vorschläge zur Reduktion von Treibhausgasen einem nicht gefallen. Vattenfall und auch der CDU-Wirtschaftsrat sollten mit eigenen Vorschlägen in die Debatte, wie die Energiewirtschaft ihre Emissionen reduzieren kann, einsteigen. Ansonsten sind sie keine ernst zu nehmenden Gesprächspartner.

Herr Peter Petersen

20.05.2015, 09:34 Uhr

Magnus Hall redet Klartext..... Deutschland braucht Vattenfall nicht, ganz im Gegenteil. Also Sigmar, zeige einmal, dass Du nicht nur gewichtig bist sondern, dass Deine Meinung auch Gewicht hat.

Account gelöscht!

20.05.2015, 10:18 Uhr

Der Amoklauf der deutschen Politik bei seiner Energieversorgung geht unter Merkel, Gabriel und den anderen Grün-Sozialisten (Ideologen) munter weiter. Die Kraftwerke werden in Deutschland zwangsstillgelegt und in Schweden zeigt sich immer mehr die Unwirtschaftlichkeit der Windparks = Energiewende.
In Schweden hat der staatliche Elektrokonzern Vattenvall vor kurzem bekanntgegeben, dass der Windpark Yttre Stengrund mit 5 Turbinen mit je 2 Megawatt Leistung in diesem Sommer nach nur 13 Jahren Betriebszeit stillgelegt werden soll. Die Gründe hierfür sind wirtschaftlich-technischer Art. Zum einen hat es immer wieder Probleme mit der Beschaffung von Ersatzteilen für die Generatoren gegeben, und zum anderen stünden umfangreiche Erneuerungsmaßnahmen an der Stromverbindung zum Festland an, welche sich nicht wirtschaftlich abbilden ließen.

Energiewende/EEG = erst kommt die Lüge (Energie wenden zu können), dann der Betrug/Selbstbetrug (ein markfeindliches EEG), danach der Mangel (Stromeinsparzwang) und zum Schluss die Armut (unbezahlbare Strompreise bei einer zunehmend mangelhaften Stromversorgung)!
EEG = Wertvernichtung 100% , wirtschaftliche Wertschöpfung = 0%!

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