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03.02.2016

11:16 Uhr

Vattenfall

Energieriese meldet herbe Verluste

VonFranz Hubik, Helmut Steuer

Strompreisverfall, unrentable Kraftwerke, Abschreibungen: Der schwedische Stromkonzern Vattenfall macht 2,1 Milliarden Euro Minus. Noch dazu droht der geplante Braunkohleverkauf in Deutschland in einem Fiasko zu enden.

Der schwedische Energiekonzern will seine Kohlesparte loswerden. Aber die Preisvorstellungen von Vattenfall sind illusorisch. dpa

Energiewende macht Vattenfall zu schaffen

Der schwedische Energiekonzern will seine Kohlesparte loswerden. Aber die Preisvorstellungen von Vattenfall sind illusorisch.

Düsseldorf/StockholmDie niedrigen Energiepreise machen dem schwedischen Stromkonzern Vattenfall schwer zu schaffen: Im vergangenen Jahr musste der Energieriese einen Verlust von 19,8 Milliarden Kronen (2,1 Milliarden Euro) einstecken. Als Konsequenz der tiefroten Zahlen kündigte Vattenfall-Chef Magnus Hall an, keine Dividende an den Staat zu zahlen. Für 2015 meldet der staatseigene Konzern Abschreibungen in Höhe von 36 Milliarden Kronen (3,9 Milliarden Euro).  

Vattenfall leidet wie Eon oder RWE unter dem Verfall der Großhandelspreise für Strom. Die großen Kraftwerke werfen kaum noch Gewinne ab. An der Leipziger Strombörse bekommen Versorger für eine Megawattstunde, die sie im nächsten Jahr liefern, nicht einmal mehr 23 Euro. Zum Vergleich: Vor vier Jahren waren es noch 50 Euro.

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Billiges Öl und Erdgas befeuern den rasanten Absturz zusätzlich. Erst am Dienstag musste der Karlsruher Energiekonzern EnBW deshalb fast eine Milliarde Euro abschreiben. Nun folgt Vattenfall, der hierzulande viertgrößte Stromkonzern.

Neben den niedrigen Energiepreisen ist die Braunkohlesparte in Deutschland das größte Sorgenkind von Vattenfall. Schon im Oktober 2014 ordnete die schwedische Regierung an, dass der Energiekonzern aus der Kohleverstromung aussteigen soll. Schließlich ist die Energiebilanz des Brennstoffs miserabel, der Kohlendioxidausstoß bei der Verfeuerung immens.

Vattenfall-Chef Magnus Hall versucht deshalb das schier Unmögliche: Just während in Deutschland eine Debatte über einen Kohleausstieg läuft, will er bis Mitte des Jahres vier Braunkohlekraftwerke und die dazugehörigen Tagebaubetriebe in der ostdeutsche Lausitz verkaufen. Als Lockmittel packte Hall zehn Wasserkraftwerke ins Paket.

Die größten Energieversorger der Welt

Platz 10

Den zehnten Platz belegt ein Energieversorger aus Südkorea: Korea Electric Power kam im April 2016 auf einen Marktwert von 33,1 Milliarden US-Dollar.

Quellen: Bloomberg; Factset; Forbes

Platz 9

Den neunten Platz belegt GDF Suez. Das französische Unternehmen hatte im April 2016 einen Marktwert von 39 Milliarden US-Dollar. Ein Jahr zuvor waren es noch 49,5 Milliarden Dollar gewesen.

Platz 8

hiAuf dem achten Platz befindet sich chinesische Energieversorger China Yangtze Power. Im April 2016 war der Konzern 41,8 Milliarden US-Dollar wert.

Platz 7

Dominion Resources auf dem siebten Platz der weltgrößten Energieversorger stammt aus den USA und hat einen Markt von 43,2 Milliarden US-Dollar.

Platz 6

Den sechsten Platz belegt ein Versorger aus Spanien: Iberdrola hat einen Marktwert von 44,1 Milliarden US-Dollar.

Platz 5

Der fünftgrößte Energieversorger stammt aus Spanien. Enel kam im April 2016 auf einen Marktwert von 44,6 Milliarden US-Dollar.

Platz 4

Auf dem vierten Platz befindet sich ein Unternehmen aus den USA: Southern Co. Der Versorger hatte im April 2016 einen Marktwert von 45,3 Milliarden US-Dollar.

Platz 3

Der drittgrößte Energieversorger der Welt kommt aus dem Vereinigten Königreich. National Grid hatte im April 2016 einen Marktwert von 51,4 Milliarden US-Dollar.

Platz 2

Auf dem zweiten Platz befindet sich ein amerikanisches Unternehmen: Nextra Energy. Der Wert des Energieversorgers beträgt 52,8 Milliarden US-Dollar.

Platz 1

Das US-amerikanische Unternehmen Duke Energy ist nach Marktwert wie schon 2015 der weltweit größte Energieversorger. Im April 2016 betrug sein Wert 53,1 Milliarden US-Dollar. 2,3 Milliarden Dollar weniger als im Vorjahr.

Zwar gibt es mit den tschechischen Energieversorgern CEZ, Vrsanka Uhelna, EPH sowie dem deutschen Kraftwerksbetreiber Steag zumindest vier ernst zu nehmende Interessenten. Allerdings sind die Preisvorstellungen von Vattenfall illusorisch. Ursprünglich strebte der schwedische Energiekonzern zwei bis vier Milliarden Euro für seine deutsche Kohlesparte an.

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