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21.09.2014

17:39 Uhr

VDM

Thyssen-Krupp plant Verkauf

VonMartin Murphy

ExklusivDer Stahlgigant Thyssen Krupp plant eine strategische Neuausrichtung. Die Eddelstahltochter VDM Metals soll verkauft werden. Nicht zum ersten Mal suchen die Manager nacfh Kaufinteressenten.

Firmensitz von Thyssen Krupp in Essen. AFP

Firmensitz von Thyssen Krupp in Essen.

DüsseldorfDer Industriekonzern Thyssen-Krupp unternimmt einen neuen Anlauf zum Verkauf seiner Edelstahltochter VDM Metals. Derzeit würden potenzielle Interessenten für das Unternehmen angesprochen, ob sie sich eine Übernahme vorstellen könnten, erfuhr das Handelsblatt aus Finanz- und Konzernkreisen.

Mit der Abwicklung wurde die Deutsche Bank beauftragt. Neben einigen Spielern aus der Branche sind vor allem Finanzinvestoren an VDM interessiert. Dazu zählen Lindsay Goldberg, Triton, KPS Capital und Advent. Thyssen-Krupp hatte Ende vergangenen Jahres Teile seiner an die finnische Outokumpu verkaufte Edelstahlsparte zurücknehmen müssen; seitdem gehören VDM und der italienische Ableger Terni wieder zum Ruhrkonzern.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

Ob der Verkauf nun im zweiten Anlauf ein Erfolg wird, ist indes zweifelhaft. Denn der Markt für Edelstahl ist schwach. Wegen Überkapazitäten in Europa verdienen die Hersteller mit der Produktion von rostfreiem Stahl kaum Geld. Wegen des ungünstigen Marktumfeldes hatte VDM seine Prognose für den operativen Gewinn erheblich reduzieren müssen. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) werde bei null Euro erwartet, hieß es in Finanzkreisen.

Niederschlagen wird sich dies in den Geboten, die laut den Kreisen bis zum 22. Oktober bei Thyssen-Krupp eingereicht werden sollen. „Der realistische Wert liegt bei rund 250 Millionen Euro“, hieß es in Kreisen der Interessenten. Thyssen-Krupp erhoffe sich aber einen doppelt so hohen Erlös. Der Industriekonzern äußerte sich nicht dazu.

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