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16.05.2014

15:33 Uhr

Verbrauchertäuschung

Eon in Großbritannien zu Rekordstrafe verdonnert

Kunden getäuscht und falsch informiert: Die Vorwürfe der britischen Regulierungsvorwürfe sind hart, die Strafe ist es auch. Der Eon-Chef in Großbritannien entschuldigt sich und kündigt stärkere Kontrollen an.

Der Eingang der Zentrale des Energiekonzerns Eon in Düsseldorf: Eon muss die höchste Strafzahlung eines Energieversorgers an die Verbraucher leisten. dpa

Der Eingang der Zentrale des Energiekonzerns Eon in Düsseldorf: Eon muss die höchste Strafzahlung eines Energieversorgers an die Verbraucher leisten.

LondonGegen den deutschen Energiekonzern Eon ist in Großbritannien wegen Verbrauchertäuschung eine Rekordstrafe von zwölf Millionen Pfund (14,6 Millionen Euro) verhängt worden. Die britische Regulierungsbehörde Ofgem teilte am Freitag mit, zwischen Juni 2010 und Dezember 2013 seien zahlreiche Kunden betroffen gewesen. Es handele sich um die höchste Strafzahlung eines Energieversorgers an die Verbraucher. Die Summe komme den ärmeren unter den getäuschten Kunden zugute.

Ermittlungen der Behörde hätten ergeben, dass Eon seine Angestellten und die Mitarbeiter von Subunternehmen weder geschult noch ausreichend kontrolliert habe. Diese hätten die Kunden bei Verkaufsgesprächen an der Haustür oder am Telefon falsch informiert und damit getäuscht. Die Aufsicht der Konzernleitung sei unzureichend gewesen und habe die Verbraucher nicht vor falschen Entscheidungen über Tarif-Pakete geschützt.

Tony Cocker, Eon-Chef in Großbritannien, entschuldigte sich bei den Verbrauchern und kündigte an, die Mängel zu beheben. Es habe sich nicht um eine geplante Verbrauchertäuschung gehandelt, was die Ofgem auch bestätigt habe, „aber das entschuldigt nicht, dass wir nicht genug Regeln, Kontrollen und Aufsicht hatten“.

Seit 2010 verhängte die britische Regulierungsbehörde nach eigenen Angaben Strafen in Höhe von fast 100 Millionen Pfund gegen Energieversorger. Diese stehen in Großbritannien derzeit wegen starker Preiserhöhungen im vergangenen Winter massiv in der Kritik.

Die Strafe kommt für den Energieversorger zur Unzeit. Der operative Überschuss des Düsseldorfer Unternehmens sackte im vergangenen Jahr um 14 Prozent ab, und weiterhin drücken hohe Schulden.

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