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18.07.2016

15:29 Uhr

Verbund

Stromkonzern tritt bei Dividende auf die Bremse

Aktionäre des österreichischen Stromkonzerns Verbund sollen zukünftig nur noch 30 statt 50 Prozent des Konzerngewinns ausbezahlt bekommen. Auch an anderen Stellen wird der Gürtel deutlich enger geschnallt.

Der österreichische Stromanbieter hatte bereits in den vergangenen Jahren Sparprogramme umgesetzt und hunderte Stellen gestrichen, jetzt geht das Programm in die nächste Runde. Reuters

Verbund will kräftig sparen

Der österreichische Stromanbieter hatte bereits in den vergangenen Jahren Sparprogramme umgesetzt und hunderte Stellen gestrichen, jetzt geht das Programm in die nächste Runde.

WienDer österreichische Stromkonzern Verbund schnallt angesichts des Verfalls der Strom-Großhandelspreise den Gürtel noch enger. Künftig werde die Gewinn-Ausschüttungsquote deutlich reduziert, bei den Investitionen gespart sowie bis 2020 weitere rund 175 Stellen abgebaut, teilte der Wiener Versorger am Montag mit. Der Ausblick für das Gesamtjahr wurde angehoben.

Die Aktionäre des mehrheitlich im Staatsbesitz stehenden Unternehmens sollen künftig rund 30 Prozent des um Einmaleffekte bereinigten Konzerngewinns ausbezahlt bekommen. Die bisherige Dividendenpolitik sah eine Ausschüttung von rund 50 Prozent vor. Für 2015 wurden 35 Cent bezahlt, was einer Ausschüttungsquote von 45,2 Prozent entspricht. Für 2016 erwartet der Konzern das bereinigte Konzernergebnis nun bei rund 290 Millionen Euro. Rein rechnerisch ergibt sich daraus eine mögliche Dividendenzahlung von 25 Cent je Aktie. Die tatsächliche Ausschüttungsquote soll voraussichtlich im März 2017 gemeinsam mit den Jahreszahlen bekannt gegeben werden.

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Die Prognose für den operativen Gewinn (Ebitda) 2016 wurde auf rund 840 (bisher: 750) Millionen Euro angehoben. Operativ werde Verbund damit aber weiterhin unter dem Vorjahreswert von rund 889 Millionen Euro bleiben. Unter dem Strich soll der Gewinn nun auf rund 270 (bisher: 230) Millionen Euro steigen. 2015 erzielte Verbund einen Nettogewinn von 208 Millionen Euro.

Auf die Bremse treten will das Unternehmen auch bei den Investitionen. Im Zeitraum 2016 bis 2019 soll nur noch eine Milliarde Euro anstelle von bisher 1,5 Milliarden Euro ausgeben werden. Verbund betreibt 125 Wasserkraftwerke an Flüssen wie der Donau oder dem Inn. In diesen Kraftwerken produziert das Unternehmen über 90 Prozent des Stromes. Je höher der Wasserstand der Flüsse ist, desto besser ist die Auslastung der Wasserkraftwerke.

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Bei den Aktionären kamen die Nachrichten gut an. Die Verbund-Papiere kletterten 3,2 Prozent auf 13,70 Euro und setzten sich damit an die Spitze des Börsensegments ATX.

Die Österreicher hatten bereits in den vergangenen Jahren Sparprogramme umgesetzt und hunderte Stellen gestrichen. Ende 2015 beschäftigte der Verbund rund 3100 Mitarbeiter. Dem Unternehmen macht ebenso wie den großen deutschen Energiekonzernen RWE und E.ON der Einbruch der Strom-Großhandelspreise zu schaffen. Kurz- bis mittelfristig sei hier auch keine Besserung in Sicht. Jeder Euro Stromerlös weniger pro Megawattstunde schmälert das Ebitda von Verbund um 25 Millionen Euro, wie der Verbund früher einmal erklärte.

Von

rtr

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