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04.12.2013

15:36 Uhr

Verdi warnt

Zehntausende Stellen in der Energiewirtschaft bedroht

Die Energiewende zwingt die Versorger zu schmerzhaften Kürzungen. Verdi befürchtet den Verlust Zehntausender Arbeitsplätze – sieht aber auch Chancen für neue Jobs durch die erneuerbaren Energien.

Alle großen deutschen Stromversorger kämpfen zurzeit mit massiven Ertragsrückgängen in der Stromproduktion. Ein Umspannwerk von RWE bei Neuss. dapd

Alle großen deutschen Stromversorger kämpfen zurzeit mit massiven Ertragsrückgängen in der Stromproduktion. Ein Umspannwerk von RWE bei Neuss.

DüsseldorfIn der deutschen Energiewirtschaft sind nach Einschätzung der Gewerkschaft Verdi Zehntausende Arbeitsplätze bedroht. Allein die großen Versorger Eon, RWE, EnBW und Vattenfall wollten bis Ende 2016 rund 20.000 Jobs abbauen, sagte Verdi-Bundesvorstand Erhard Ott am Mittwoch in Düsseldorf.

Weitere 10.000 Stellen vor allem bei Stadtwerken seien gefährdet, wenn die Förderung von Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung nicht schnell reformiert werde. Allerdings könnten nach Ansicht der Gewerkschaft durch den Ausbau der Stromnetze im Zuge der Energiewende auch 10.000 neue Arbeitsplätze entstehen.

Der Hintergrund: Alle großen deutschen Stromversorger kämpfen zurzeit mit massiven Ertragsrückgängen in der Stromproduktion. Denn der Siegeszug der erneuerbaren Energien und ihr Einspeisevorrang hat in den vergangenen Jahren die Preise an den Strombörsen einbrechen lassen. Vor allem Gaskraftwerke schreiben rote Zahlen. Die Konzerne versuchen durch Sparmaßnahmen und Stellenstreichungen gegenzusteuern. Doch wird die weitere Entwicklung zum großen Teil auch von den künftigen politischen Weichenstellungen abhängen.

Ott bewertete die Vereinbarungen zur Energiepolitik im Koalitionsvertrag von Union und SPD insgesamt positiv. Es sei gut, dass die Umgestaltung der Förderung der erneuerbaren Energien nicht mit der Brechstange erfolge. Ein „behutsames Hinausgleiten“ aus dem aktuellen System sei die bessere Wahl.

Es sei aber dringend notwendig, dass nun rasch eine Einigung über die Ausgestaltung eines Kapazitätsmarktes erfolge, der den als Reserve benötigten konventionellen Kraftwerken eine Zukunftsperspektive verschaffe. Ott forderte, diese Klärung müsse noch 2014 geschehen, damit rechtzeitig Investitionen in erforderliche, neue Kraftwerke auf den Weg gebracht werden könnten. Als äußerst unbefriedigend kritisierte die Gewerkschaft die Einigung der Koalitionäre zur Förderung der Energieeffizienz.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

04.12.2013, 16:27 Uhr

Also werden einfach nur schlechte Arbeitsplätze bei den Energieriesen und den Stadtwerken in gute Arbeitsplätze bei den Erneuerbaren Energien umgewandelt?

Leider nicht. Die "schlechten" Arbeitsplätze waren NACHHALTIG, weil sie marktwirtschaftlichen Gewinn erwirtschaftet haben. Die "guten" Arbeitsplätze basieren auf gigantischen Zahlungen von uns Stromkunden.

In Summe werden aber noch mehr Arbeitsplätze vernichtet, weil die meisten Firmen in ihrer Wettbewerbsfähigkeit als Folge der hohen Strompreise beeinträchtigt werden.

Ich verstehe nicht, warum Verdi nicht gegen das EEG kämpft, weil davon vor allem Eigenheimbesitzer und Bauern profitieren. Alle andere verlieren. Einschließlich der Umwelt: Der CO2-Ausstoß steigt das zweite Jahr in Folge.....

Steinweg

04.12.2013, 17:32 Uhr

Selbst, wenn Deutschland nur noch Windmuehlen nutzt und alle ein Jahr lang nicht atmen, weltweit wird der CO2-Anfall steigen. Das ist die begruessenswerte, zunehmende Teilhabe am Wohlstand weltweit

Nachwuchs

04.12.2013, 18:48 Uhr

Ein Erfolg unserer Politiker: Vernichtung sämtlicher Arbeitsplätze in unserer Energiewirtschaft. Dafür Schaffung von neuen Arbeitsplätzen in der Kerzen- und Petroleumindustrie. Strom brauchen wir nicht mehr in Deutschland herstellen. Wir kaufen ihn superbillig in Frankreich und Polen (Atom). Das ist Einsatz zum Wohle deutscher Bürger.

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