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07.04.2013

13:33 Uhr

Versorgungssicherheit

Deutschlands Erdgasspeicher sind fast leer

Der harte Winter zehrt an den Erdgasreserven. Wegen der langen Heizperiode sind die Speicher offenbar fast leer. Industrievertreter werfen der Politik vor, das Thema Versorgungssicherheit zu vernachlässigen.

Erdgasspeicher in Hamburg: Wegen des langen Winters gehen die Vorräte zur Neige. dpa

Erdgasspeicher in Hamburg: Wegen des langen Winters gehen die Vorräte zur Neige.

BerlinWegen der anhaltenden Kälte sind die Erdgasspeicher in Deutschland fast leer: Der durchschnittliche Füllstand der 48 deutschen Erdgasspeicher sei zum Wochenende auf den historischen Tiefstwert von 20 Prozent gefallen, berichtete die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf aktuelle Daten des europäischen Verbandes Gas Infrastructure Europe (GIE). Die Heizkostenrechnung dürfte für die Deutschen nach dem langen Winter ebenfalls höher ausfallen.

In vielen Regionen seien die unterirdischen Kavernen- oder Porenspeicher sogar nur noch zu weniger als fünf Prozent gefüllt, berichtete die Zeitung weiter. Bei einem Füllstand von unter 60 Prozent geht den Angaben zufolge die Fähigkeit der Anlagen zur „Ausspeisung“ des Gases deutlich zurück. Käme es in dieser Situation zu einem Ausfall einer Import-Pipeline, könnten die druckschwachen Speicher die fehlenden Erdgasmengen nicht mehr schnell genug ausgleichen. In Deutschland werden rund 16,5 Millionen Wohnungen mit Erdgas beheizt. Die inländische Stromproduktion hängt zu rund elf Prozent von Erdgas-Kraftwerken ab.

Vertreter der Gasindustrie warfen der Politik vor, das Thema Versorgungssicherheit beim Erdgas zu vernachlässigen: „Die früheren integrierten Unternehmen waren für Handel, Speicherung und Transport umfassend verantwortlich“, sagte der Geschäftsführer des Gasnetzbetreibers Open Grid Europe, Stephan Kamphues. Durch die von der EU erzwungene Entflechtung der Gaskonzerne könne heute keiner der Beteiligten die Versorgungssicherheit mehr garantieren.

Der lange Winter wird sich der Zeitung zufolge auch bei der Heizkostenrechnung negativ bemerkbar machen: Der Eigentümerverband Haus & Grund geht demnach von einem Anstieg um zehn bis 15 Prozent gegenüber dem letzten Winter aus. Bereits von Oktober bis Januar sei es etwas kälter als im Vergleichszeitraum der vorherigen Heizperiode gewesen, der ungewöhnlich kalte März habe die Kosten nun weiter nach oben getrieben. Der Bund der Energieverbraucher rechnet dem Bericht zufolge sogar mit bis zu 20 Prozent höheren Heizkosten.

Das sind die größten Energieversorger der Welt

Platz 10

Die Rangliste der größten Energieunternehmen der Welt eröffnet Kansai Electric Power. Der japanische Versorger kam 2011 auf einen Umsatz von 33,3 Milliarden Dollar.

Platz 9

Mit 39,3 Milliarden Dollar Umsatz liegt der südkoreanische Versorger Korea Electric Power (Kepco) auf dem neunten Rang.

Platz 8

Iberdrola landet auf dem achten Platz. Der spanische Versorger erwirtschaftete 2011 Erlöse in Höhe von 41 Milliarden Dollar.

Platz 7

Der britische Versorger SSE (Scottish and Southern Energy) landet auf Rang sieben der Rangliste. Umsatz 2011: 45,4 Milliarden Dollar.

Platz 6

Der erste deutsche Energiekonzern findet sich auf Platz sechs wieder. RWE erwirtschaftete im Jahr 2011 Erlöse von 63,7 Milliarden Dollar.

Platz 5

64,6 Milliarden Dollar erwirtschaftete Tokyo Electric Power im Jahr 2011. Besser bekannt ist das Unternehmen unter der Abkürzung Tepco. Nach der Katastrophe am Atomkraftwerk von Fukushima ist Tepco inzwischen mehrheitlich im Besitz des japanischen Staates.

Platz 4

Électricité de France (EDF) schrammt knapp am Treppchen vorbei. Die Franzosen kommen mit einem Umsatz 2011 von 84,6 Milliarden Dollar auf Platz vier.

Platz 3

Der größte italienische Energiekonzern ist weltweit die Nummer drei. Enel machte 2011 einen Umsatz von 103,2 Milliarden Dollar.

Platz 2

Der französische Versorger GDF Suez findet sich auf Rang zwei der Rangliste. Im Jahr 2011 erwirtschaftete GDF Suez Erlöse in Höhe von 117,5 Milliarden Dollar.

Platz 1

Der deutsche Branchenprimus ist auch weltweit die Nummer eins. Eon kam im Jahr 2011 auf einen Umsatz von 157,3 Milliarden Dollar - das reicht für die Spitzenposition.

Im März war es dem Deutschen Wetterdienst zufolge 4,1 Grad kälter als im langjährigen Durchschnitt. Die Wetterbeobachter ermittelten daraus insgesamt 614 sogenannte Gradtagszahlen - die Maßeinheit für die Berechnung des Heizenergiebedarfs in Abhängigkeit von der Außentemperatur. Das ist ein Plus von 51 Prozent gegenüber den 405 Gradtagszahlen im März 2012.

Was das in Euro in der Kasse von Haushalten mit Ölheizung ausmacht, errechnete im Auftrag der „WamS“ die gemeinnützige Beratungsgesellschaft CO2online.de: Pro 100 Quadratmeter Wohnfläche dürften demnach für den März im Durchschnitt rund 60 Euro mehr Heizkosten anfallen als im März des vergangenen Jahres.

Für gasbeheizte Häuser und Wohnungen errechnete das Internet-Vergleichsportal TopTarif.de für die Zeitung die Auswirkungen: Demnach fielen für den Durchschnittshaushalt mit einem Jahresgasverbrauch von 11.765 Kilowattstunden im März 152,35 Euro Heizkosten an. Das wären 54 Prozent oder 53,56 Euro mehr als die 98,79 Euro, die im März 2012 zu Buche schlugen. Grund sei fast ausschließlich das kalte Wetter, denn der durchschnittliche Gaspreis lag den Angaben zufolge im März lediglich 1,7 Prozent höher als im Vorjahr.

Von

afp

Kommentare (13)

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Account gelöscht!

07.04.2013, 13:49 Uhr

Sicher ist nur das nichts mehr sicher ist in Deutschland!

roximoxi

07.04.2013, 14:10 Uhr

Doch ! Die Steuereroehungen und die Beamtenpensionen.

PaulEhrlich

07.04.2013, 14:12 Uhr

In Deutschland wir nur noch Tagespolitik gemacht. Von einer Pseudokrise zur nächsten. Die Politik liefert exakt das, was die Wähler bestellt haben.

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