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13.11.2013

20:46 Uhr

Vorstand schrumpft

Stabwechsel bei Kohlenstoffspezialist SGL

Der Kohlenstoffspezialist SGL muss sparen, weil die Nachfrage lahmt. 2014 kommt mit Jürgen Köhler ein neuer Mann an die Spitze, weil der bisherige Chef 65 wird. Köhler koordiniert bereits ein Sparprogramm.

Der Vorstand wird bei SGL von fünf auf drei Mitglieder verkleinert. dpa

Der Vorstand wird bei SGL von fünf auf drei Mitglieder verkleinert.

FrankfurtAn der Spitze des Kohlenstoffspezialisten SGL Group steht zu Beginn des nächsten Jahres ein Wechsel an. Nach mehr als 20 Jahren im Amt wird Vorstandschef Robert Koehler (64) seinen Posten aus Altersgründen an seinen Vorstandskollegen Jürgen Köhler abgeben und ausscheiden. Das teilte die SGL-Gruppe am Mittwochabend in Wiesbaden nach einer Aufsichtsratssitzung mit. SGL steckt wegen eines anhaltenden Preisdrucks in den roten Zahlen und will sparen.

Der kommende Chef Jürgen Köhler koordiniere bereits ein Programm zur Kostensenkung, teilte die Aufsichtsratschefin der SGL Carbon SE, Susanne Klatten, mit. Sie dankte dem scheidenden Koehler ausdrücklich. „Mit dem altersbedingten Rückzug von Robert Koehler geht eine Ära für die SGL Group zu Ende.“

Eigentlich lief der Vertrag des Managers noch bis Ende kommenden Jahres. Aber Koehler hatte bereits im Sommer durchblicken lassen, dass der Aufsichtsrat früher einen Nachfolger präsentieren könnte.

Robert Koehler steht seit der Gründung der SGL vor mehr als 20 Jahren an der Spitze des Unternehmens. Damit gehört er zu den dienstältesten Managern hierzulande und hat in dieser Zeit das Portfolio des Unternehmens stark erweitert. So setzen die Hessen heute neben dem Geschäft mit Graphitelektroden und Kathoden, die bei der Stahl- und Aluminiumherstellung eingesetzt werden, auch auf Carbonfasern für Auto- und Flugzeugbau.

Die größten Rohstoffkonzerne der Welt

Platz 5

Anglo American

Das südafrikanisch-britische Unternehmen verdient sein Geld vor allem mit Industrie- und Edelmetallen, Diamanten - und Kohle. Der Konzern machte 2014 insgesamt 20,4 Milliarden Dollar Umsatz. Zu dem Portfolio gehört etwa auch der Diamantenschürfer De Beers. Anglo American ist der größte Platinförderer der Welt.

Quelle: Bloomberg,

Platz 4

Xstrata

Der Minenkonzern Xstrata ist der größte Zinkproduzent der Welt und hat sich mit dem berühmt-berüchtigten Rohstoffhändler Glencore zusammengeschlossen. Xstrata hatte an der Börse einen Wert von 55,1 Milliarden Dollar. Beide Unternehmen aus der Schweiz waren bereits eng verflochten. Glencore hielt rund 34 Prozent an Xstrata.

Platz 3

Vale

Der brasilianische Rohstoffkonzern Vale kommt auf einen Börsenwert von 107,9 Milliarden US-Dollar. Das einstige Staatsunternehmen verzeichnete ein rasantes Wachstum und stieg zum weltweit größten Förderer von Eisenerz auf. Zudem betreibt Vale die weltgrößte Eisenerzmine in Brasilien. In der Ferr Carajas-Mine werden 110 Millionen Tonnen Erz pro Jahr gefördert. Der Grundstoff für die Stahlerzeugung wird über rund 900 Kilometer per Eisenbahn in den nächsten Hafen gefahren.

Platz 2

Rio Tinto

Der britisch-australische Gigant rangiert auf Platz zwei der Eisenerzförderer. Das Traditions-Unternehmen mit zwei Hauptsitzen, in London und Melbourne, kommt auf eine Börsenwert von 111,6 Milliarden Dollar. Zudem betreibt Rio Tinto wichtige Kupferminen, wie etwa in West Australien. Die Anglo-Australier übernahmen sich 2007 fast am Kauf des kanadischen Aluminiumkonzerns Alcan und wurden selbst Ziel eines Übernahmeversuchs durch den Konkurrenten BHP Billiton.

Platz 1

BHP Billiton

Ein echtes Schwergewicht an der Börse mit einer Marktkapitalisierung von 199,7 Milliarden Dollar ist der britisch-australische Gigant BHP Billiton. Das Unternehmen betreibt Eisenerz- und Kupferminen, erweitert aber auch sein Geschäft etwa auf Schiefergasressourcen in den USA.

Geschäftlich lief es für den Konzern in diesem Jahr bislang sehr holprig. Zwei Mal musste der Vorstand bei der Prognose zurückrudern. Gegenwind gibt es für den Konzern in allen Geschäftsfeldern: Preisdruck bei Graphitelektroden, flaue Nachfrage aus der Solar- und Halbleiterindustrie, und anhaltende Überkapazitäten bei Carbonfasern ließen die Wiesbadener zuletzt in die roten Zahlen stürzen. Ein Sparprogramm ist in Arbeit, wie viele Mitarbeiter davon betroffen sind, ist noch offen.

Außerdem steht weiteres Stühlerücken im Vorstand an. Er soll von fünf auf drei Mitglieder schrumpfen: Armin Bruch verlasse Unternehmen zum Jahresende, hieß es. Er ist bisher für Veredelungsprodukte, Marketing und Materialwirtschaft zuständig. Der Vorstand bestehe dann noch aus Jürgen Köhler, Finanzvorstand Jürgen Muth und Gerd Wingefeld.

Von

dpa

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