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05.09.2013

17:32 Uhr

Vorstand verkleinert

Thyssen-Krupp strafft Management der Stahltochter

Heinrich Hiesinger schrumpft sowohl den Vorstand der europäischen Stahltochter als auch dessen Aufgabenbereiche. Für die Mitarbeiter könnte das ein eindeutiges Zeichen sein: Einsparungen finden auch im Management statt.

Thyssen-Krupp in Duisburg: Sparmaßnahmen machen bei Thyssen-Krupp Steel Europe auch nicht vor dem Vorstand halt. Reuters

Thyssen-Krupp in Duisburg: Sparmaßnahmen machen bei Thyssen-Krupp Steel Europe auch nicht vor dem Vorstand halt.

DüsseldorfThyssen-Krupp -Chef Heinrich Hiesinger setzt nun auch in der Führungsetage der europäischen Stahltochter die Axt an. Thyssen-Krupp Steel Europe komme künftig mit vier statt bislang fünf Vorständen aus, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Die Anzahl der Funktionsbereiche werde auf 23 von 28 reduziert. Die neue Organisationsstruktur gelte mit Beginn des neuen Geschäftsjahres 2013/14 Anfang Oktober. Hiesinger will damit die Kosten senken, die Bindung zu den Kunden verbessern und die Strukturen effizienter machen. Der Schritt dürfte aber auch ein Signal nach innen an die Stahlkocher sein, dass die geplanten Stellenkürzungen nicht vor dem Management Halt machen.

Der bisherige Vertriebsvorstand Thilo Lutz muss das Unternehmen verlassen. Hiesinger hat angekündigt, in der Stahlsparte mehr als 2000 der rund 28.000 Arbeitsplätze zu streichen. Weitere 1800 könnten durch Beteiligungsverkäufe aus dem Konzern fallen. Er will damit die Kosten in der Sparte bis zum Geschäftsjahr 2014/15 um rund 500 Millionen Euro senken. Die Summe ist Teil der insgesamt geplanten Einsparungen des Konzerns von zwei Milliarden. Thyssen-Krupp schreibt Verluste. Zudem drücken dem Unternehmen Schulden von 5,3 Milliarden Euro.

Die größten Stahlhersteller der Welt

Platz 1: Arcelor-Mittal

Der mit Abstand größte Stahlproduzent der Welt ist Arcelor-Mittal. Der Konzern mit europäischen und indischen Wurzeln stellte 2015 gut 97 Millionen Tonnen Stahl her.

Quelle: World Steel Association

Platz 2: Hesteel Group

Der zweitgrößte Hersteller kommt aus China: Die Hebei Iron and Steel Group stellte 2015 rund 47,8 Millionen Tonnen Stahl her. Auch dieser Konzern ging aus einer Fusion hervor, die Unternehmen Tangsteel und Hansteel schlossen sich 2008 zusammen.

Platz 3: Nippon Steel & Sumitomo Metal

Auf Platz drei abgerutscht ist der japanische Konzern Nippon Steel & Sumitomo Metal. Die beiden japanischen Hersteller hatten sich im Oktober 2012 zusammengeschlossen und kamen 2015 zusammen auf ein Produktionsvolumen von 46,3 Millionen Tonnen Stahl, knapp 3 Millionen weniger als im Vorjahr.

Platz 4: Posco

Mit einer Produktion von rund 42 Millionen Tonnen Stahl ist Posco der viertgrößte Hersteller. Das Unternehmen ist der größte südkoreanische Anbieter und macht viele Geschäfte mit China.

Platz 5: Baosteel Group

Auf Platz fünf folgt ein weiterer chinesischer Konzern: Baosteel Group. Das Unternehmen mit Sitz in Shanghai produzierte knapp 35 Millionen Tonnen Stahl. Schlagzeilen machte der Hersteller im Jahr 2000 mit seinem Börsengang, der damals in China Rekorde brach.

Platz 16: Thyssen-Krupp

Im Vergleich zu Arcelor-Mittal, Hesteel & Co. ist Thyssen-Krupp ein Leichtgewicht. 2015 ging es für den größten deutschen Stahlproduzent mit einer Produktion von 17,3 Millionen Tonnen aber immerhin drei Plätze hinauf auf Rang 16. Ähnlich viel produziert der Konkurrent Gerdau aus Brasilien (17 Millionen Tonnen).

Die Stahlbranche mit Konkurrenten wie ArcelorMittal und dem deutschen Branchenzweiten Salzgitter leidet unter einer schwachen Nachfrage und Überkapazitäten. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2012/13 (per Ende September) schmolz der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von Thyssen-Krupp Steel Europe auf 33 Millionen von 170 Millionen im Vorjahreszeitraum zusammen. Hiesinger hat trotz aller Verkaufsgerüchte immer wieder erklärt, am europäischen Stahlgeschäft festzuhalten.

Dieser Bereich hatte auch über viele Jahre hohe Gewinne erzielt. In den Geschäftsjahren 2006/07 und 2007/08 hatte die Stahlsparte jeweils einen Vorsteuergewinn von mehr als 1,5 Milliarden Euro erzielt – und damit etwa zur Hälfte des Konzernergebnisses beigetragen. Thyssen-Krupp beschäftigt weltweit 150.000 Mitarbeiter, davon 60.000 in Deutschland.

Von

rtr

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