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24.05.2013

16:40 Uhr

Wegen Billig-Importen

Keine Einigung im chinesischen Solarstreit

Die EU-Kommission und China finden im Streit um Billig-Importe der Solar-Industrie nicht zueinander: Die Chinesische Industrievertretung zeigt sich gefrustet und erklärt die Gespräche für gescheitert. Die EU dementiert.

Die CCCME hatte zuvor die freiwillige Erhöhung von Preisen in Aussicht gestellt. dpa

Die CCCME hatte zuvor die freiwillige Erhöhung von Preisen in Aussicht gestellt.

Brüssel/HongkongIm Streit um Billig-Importe der chinesischen Solar-Industrie zeichnet sich keine Annäherung zwischen Europäischer Union (EU) und der Volksrepublik ab. Die EU-Kommission wies die Darstellung der chinesischen Industrievertretung CCCME zurück, die Gespräche seien gescheitert. Diese Behauptung sei falsch und irreführend, sagte EU-Sprecher John Clancy. Schließlich gebe es noch gar keine formellen Verhandlungen. Doch aus chinesischen Kreisen verlautete am Freitag, die CCCME sei sehr frustriert über mangelnde Flexibilität der Europäer bei den jüngsten Unterredungen in Brüssel. Verhandlungen hätten damit keinen Sinn, so dass nun andere Reaktionen erwogen würden, sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person.

Die CCCME, die unterstützt von der Pekinger Regierung die Solarbranche des Landes vertritt, hatte dem Eingeweihten zufolge die freiwillige Erhöhung von Preisen in Aussicht gestellt. Die EU poche aber auf einen Aufschlag von genau 47 Prozent. Die EU-Kommission hatte den EU-Mitgliedsländern jüngst Strafzölle auf Solarmodule in Höhe von durchschnittlich 47 Prozent vorgeschlagen, die Preisunterschiede ausgleichen sollen.

Die größten Solarmodulhersteller der Welt

Platz 9: Hanwha Solar One und REC (Norwegen und Korea)

Das Research-Team des Handelsblatts hat aus Daten von Bloomberg, des Marktforschers IHS und Unternehmensangaben die aktuell zehn größten Solarmodul-Hersteller der Welt ermittelt. Die Liste dürfte vor allem für die Deutschen ernüchternd sein.

Den zehnten Platz teilen sich das koreanische Unternehmen Hanwha Solar und das norwegische Unternehmen REC. Beide verkauften 2012 jeweils Solarmodule mit einem Erzeugungspotenzial von 750 Megawatt.

Platz 8: Sun Power (USA)

Das 1985 im US-amerikanischen Silicon Valley gegründete Unternehmen Sun Power machte im vergangenen Jahr rund 1,9 Milliarden Euro Umsatz und verkaufte Solarmodule mit einer Erzeugungskapazität von 850 Megawatt.

Platz 7: Jinko Solar (China)

Auf dem siebten Platz befindet sich das chinesische Unternehmen Jinko Solar. Es setzte 2012 mit Auslieferungen von Solarmodulen mit einer Erzeugungskapazität in Höhe von 900 Megawatt insgesamt 591 Millionen Euro um.

Platz 6: Sharp (Japan)

Zu den großen Gewinnern beim Ranking 2012 gehört Sharp. Das Unternehmen lieferte im vergangen Jahr Solarmodule mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1050 Megawatt aus. 2011 waren es noch 725 MW, was Sharp damals den 16. Platz in der Weltrangliste brachte.

Platz 5: Suntech (China)

Der chinesische Konzern Suntech stürzte mit verkauften Solarmodulen mit einer Erzeugungskapazität von geschätzt 1390 Megawatt vom ersten Platz im Jahr 2011 auf den fünften Platz ab. Im April musste das Unternehmen seine Zahlungsunfähigkeit mitteilen und ist nun offenbar auf der Suche nach einem strategischen Investor.

Platz 4: Canadian Solar (Kanada)

Das Unternehmen Canadian Solar wurde erst im Jahr 2001 im kanadischen Ontario gegründet. Nun befindet es sich bereits auf dem vierten Platz der Weltrangliste. Im Jahr 2012 verkaufte es Solarmodulen mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1550 Megawatt.

Platz 3: Trina Solar (China)

Das chinesische Unternehmen Trina Solar schaffte einen großen Sprung vom fünften Platz 2011 auf den dritten Platz 2012. Im vergangenen Jahr lieferte das Unternehmen Solarmodule mit einer Erzeugungskapazität von 1600 Megawatt aus.

Platz 2: First Solar (USA)

Der US-Konzern First Solar belegt unverändert den zweiten Platz in der Weltrangliste der größten Solarmodulhersteller. 2012 lieferte es Produkte mit einem Stromerzeugungspotenzial von 1800 Megawatt aus.

Platz 1: Yingli Solar (China)

Absolute Weltspitze ist das chinesische Unternehmen Yingli Solar. Der Konzern arbeitete sich von Platz 4 in 2011 hoch mit Auslieferungen von Solarmodulen von 2300 Megawatt im vergangenen Jahr.

Während die EU-Solarbranche auf dieses Vorgehen pocht, regt sich in Deutschland Widerstand in Industrie und Politik. So fürchtet die Bundesregierung einen Handelskrieg und plädiert für eine einvernehmliche Lösung mit China, das für die EU nach den USA der zweitwichtigste Handelspartner ist.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Micha

24.05.2013, 17:10 Uhr

Das kommt davon, wenn chinesische Solarfirmen mit europäischen Steuergeldern subventioniert werden!
Danke, Europa!
Es gibt nur eine Alternative!
Im September bei der Bundestagswahl!

Account gelöscht!

24.05.2013, 17:18 Uhr

Pfui Teufel, die bösen Chinesen produzieren billige Solarpanels. Und man stelle sich vor, der chinesische Staat unterstützt das auch noch. So etwas würden WIR nie und nimmer machen!

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