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14.08.2014

11:28 Uhr

Wegen Sanktionen

Rosneft bittet Russland um Milliarden-Hilfe

Hilferuf von Rosneft: Der russische Staatsfonds soll nach dem Willen des Ölkonzerns Rosneft-Anleihen kaufen. Rosneft darf sich auf dem US-Markt kein Geld mehr leihen. Ministerpräsident Medwedew ist skeptisch.

Rosneft-Chef Igor Setschin bittet um 1,5 Billionen Rubel. Russlands Präsident Putin wehrt sich gegen die Sanktionen des Westens. ap

Rosneft-Chef Igor Setschin bittet um 1,5 Billionen Rubel. Russlands Präsident Putin wehrt sich gegen die Sanktionen des Westens.

MoskauDer staatliche russische Ölkonzern Rosneft hat die Regierung wegen der Sanktionen des Westens einem Zeitungsbericht zufolge um Hilfen von umgerechnet 31 Milliarden Euro gebeten. Nach einem Vorschlag von Konzernchef Igor Setschin soll der russische Staatsfonds Anleihen seines Unternehmens kaufen, wie das Wirtschaftsblatt „Wedomosti“ am Donnerstag unter Berufung auf Regierungskreise berichtete. Ministerpräsident Dmitri Medwedew wies demnach seine Mitarbeiter an, den Vorschlag zu prüfen.

Die Summe von 31 Milliarden Euro (1,5 Billionen Rubel) entspricht genau der Verschuldung von Rosneft zur Jahresmitte. Das Unternehmen muss nach eigenen Angaben in diesem Jahr 440 Milliarden und 2015 weitere 626 Milliarden Rubel zurückzahlen.

Dem Bericht zufolge ist das meiste Geld des Staatsfonds allerdings in andere Projekte investiert. Es sei unwahrscheinlich, dass Medwedew den Plan unterstütze. Ein Behördenvertreter habe den Vorschlag als "entsetzlich" verworfen. Rosneft selbst lehnte einen Kommentar ab.

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Wegen des Konfliktes in der Ukraine hat der Westen russische Firmen mit Sanktionen belegt. So darf sich Rosneft auf dem US-Finanzmarkt kein Geld mehr leihen. Dies betrifft Anleihen und Darlehen mit einer Laufzeit von mehr als drei Monaten. Rosneft wäre nicht der erste Konzern, der die Regierung um Staatshilfe bittet. Dies haben etwa die Gazprombank, die Vnesheconombank (VEB) und die Russian Agricultural Bank (Rosselkhozbank) getan. Die drei Unternehmen sind ebenfalls von Strafmaßnahmen betroffen.

Die USA und die EU wollen Russland mit den Sanktionen dazu bewegen, auf die Separatisten im Osten der Ukraine mäßigend einzuwirken. Sie werfen der Regierung in Moskau außerdem vor, die Kämpfer zu unterstützen. Dies weist Russland zurück.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Herr Frank Cebulla

14.08.2014, 12:50 Uhr

Heisse Kiste für die deutsche Energieversorgung.
Rosneft ist an deutschen Raffinerien/ Ölversorgung beteiligt und wird diese jetzt ausbluten lassen.
Mal sehen wie es weiter geht!

Herr Thomas Ungläubig

14.08.2014, 14:00 Uhr

Rosneft/EXXON, war da nicht was?

Herr Teito Klein

15.08.2014, 07:43 Uhr

Rosneft bettelt Moskau um Staatshilfe an.
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Das Unternehmen habe unter anderem um Unterstützung zur Tilgung von umgerechnet 37 Milliarden Franken (31 Milliarden Euro) Schulden gebeten, berichtete die Zeitung «Wedomosti».

Also wirken die Sanktionen des Westen. Rostneft steht auf der Sanktionsliste und bekommt vom Westen kein Geld mehr auf dem Kapitalmarkt.
Da muss Putin doch helfen.

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