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29.11.2012

18:26 Uhr

Wegen Streiks

Goldkonzern spaltet südafrikanische Minen ab

VonSebastian Ertinger

Heftige Streiks erschütterten Südafrikas Bergbau-Branche. Nun will Gold Fields, der viertgrößte Goldproduzent der Welt, zwei seiner südafrikanischen Minen losschlagen. Sie werden in einem neuen Betrieb gebündelt.

Streikende Minenarbeiter in Südafrika. Reuters

Streikende Minenarbeiter in Südafrika.

DüsseldorfDer Südafrikanische Bergbaukonzern Gold Fields plant, einige seiner südafrikanischen Minen aus dem Konzern herauszulösen. Zwei der größten Goldminen Südafrikas sollen abgespalten und als separates Unternehmen an den Börsen in Johannesburg und New York geführt werden.

Der viertgrößte Goldproduzent der Welt reagiert damit auch auf eine Streikwelle in den Minen des Landes, sowie höhere Löhne und steigende Kosten im Bergbau. Wochenlang protestierten in Südafrika Bergarbeiter gegen ihre Arbeitsbedingungen.

Im August war es an der Platinmine Marikana zu schweren Ausschreitungen gekommen: 34 streikende Minenarbeiter wurden von Sicherheitskräften getötet und 78 weitere verwundet. Anfang Oktober hatte der Platinminen-Betreiber Anglo American 12.000 Arbeiter wegen angeblich illegaler Streiks entlassen.

Die Streiks hatten sich vom Platin-Abbau auf Gold, Kohle und Diamanten-Minen ausgeweitet. Bei Gold Fields haben in den vergangenen zwei Monaten rund 29.000 Bergleute die Arbeit niedergelegt. „Die Streiks haben die Notwendigkeit eines anderen Fokus allenfalls unterstrichen, mit dem wir den Rückgang der Produktion und den Anstieg der Kosten stoppen können“, sagt Gold-Fields-Vorstandschef Nick Holland. „Wir haben bereits seit einiger Zeit über eine Neuausrichtung nachgedacht.“

Was Sie über Gold wissen sollten

Was ist Gold?

Gold ist ein seltenes Metall mit einem Schmelzpunkt von 1064 Grad Celsius. Der Siedepunkt liegt bei 2856 Grad. Die chemische Abkürzung für Gold ist „Au“ und stammt vom lateinischen Wort „Aurum“ ab. Es hat mehrere Eigenschaften, die es für die Menschheit über die Jahre nützlich gemacht hat. Gold leitet extrem gut. Außerdem reagiert es nicht mit Wasser oder Sauerstoff.

Wie viel Gold wurde in der Geschichte gefördert?

Nach Schätzungen wurden in der gesamten Menschheitsgeschichte bis heute um die 166.600 Tonnen Gold aus Minen geholt. Ein Großteil davon – etwa zwei Drittel – seit 1950.

Wie viel Gold gibt es noch auf der Erde?

Die letzten Zahlen der US Geological Society gingen im Januar 2011 von weltweit 51.000 Tonnen aus.

Wie viel Gold wird pro Jahr abgebaut?

In den vergangenen Jahren waren es etwa 2.500 Tonnen pro Jahr.

Wo wird weltweit am meisten Gold abgebaut?

Überall auf der Welt wird Gold gewonnen. Aber beinahe ein Drittel des Goldes wird in nur drei Ländern abgebaut. An der Spitze liegt China mit 13,1 Prozent, darauf folgen die USA und Australien mit jeweils 9,1 Prozent.

Was passiert mit dem Gold?

29 Prozent des abgebauten Goldes kommt im Investmentbereich zum Einsatz, also in Form von Münzen und Barren. Aus 59 Prozent wird Schmuck gemacht. 12 Prozent wird von der Industrie verarbeitet.

Wo sind die größten Absatzmärkte für Gold?

Mit 1059 Tonnen ist Indien der mit Abstand größte Absatzmarkt für physisches Gold (Münzen, Barren, Schmuck). Dahinter liegt China mit 770 Tonnen. Im Vergleich dazu abgeschlagen sind die USA mit 213 Tonnen und Deutschland mit 154 Tonnen.

Quelle: World Gold Council

Wer sind die größten Goldbesitzer?

Größte Goldbesitzer sind die Notenbanken. Die Vereinigten Staaten sitzen auf rund 8.100 Tonnen, gefolgt von Deutschland mit 3.400 Tonnen und dem Internationalen Währungsfonds mit 2.800 Tonnen. Die Notenbanken waren über Jahre Netto-Verkäufer. Seit dem vergangenen Jahr sind sie jedoch wieder Netto-Käufer. Das Interesse kommt vor allem aus den Schwellenländern.

Gold Fields schlägt nun den Minenkomplex Kloof-Driefontein sowie die Beatrix-Mine los und fasst sie im neu gegründeten Unternehmen Sibanye Gold zusammen. Seine zweitgrößte Mine in Südafrika, South Deep, sowie die Bergwerke in Peru, Ghana und Australien will Gold Fields behalten. Den Chefposten von Sibanye Gold soll Neal Froneman einnehmen. Stimmen die Börsen Johannesburg und New York zu, soll der Handel mit Aktien von Sibanye Gold im Februar aufgenommen werden.

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